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		<title>Prostitution in Schweden</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 15:03:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seit dem 1999 das Gesetzespaket zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen „Kvinnofrid“ (übersetzt: Frauenfrieden) in Kraft trat, ist die Prostitution in Schweden verboten. Genauer genommen, bezieht sich diese Kriminalisierung, ausschließlich auf die Kunden. Die SexarbeiterInnen bleiben hingegen straffrei.  Dieses Gesetz galt damals als einzigartig und Schweden präsentierte sich als ein Vorreiter in der Bekämpfung der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=358&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Seit dem 1999 das Gesetzespaket zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen<a href="http://www.kvinnofrid.se/"> „Kvinnofrid“</a> (übersetzt: Frauenfrieden) in Kraft trat, ist die Prostitution in Schweden verboten. Genauer genommen, bezieht sich diese Kriminalisierung, ausschließlich auf die Kunden. Die SexarbeiterInnen bleiben hingegen straffrei.  Dieses Gesetz galt damals als einzigartig und Schweden präsentierte sich als ein <a href="http://docs.google.com/viewer?a=v&amp;q=cache:K8cGB1DunNgJ:www.petraostergren.com/Files.aspx?f_id%3D54259+The+Swedish+Sex+Purchase+Act:+Claimed+Success+and+Documented+Effects&amp;hl=de&amp;gl=de&amp;pid=bl&amp;srcid=ADGEESj6BDQMqkL8xZYft4iZRrO0k45pnBJV2ouIvNwOdWimFF3btPtsxhpS4R72DmlZthofNfwRYWkIO2vAq9qX5zPLkxI8z8HlGUeTW_HNpbY98Pu2c-8LJ8DWuLQ25thLzzV00uMK&amp;sig=AHIEtbTWjyo0I66QTLJSYYdXypYuxnVL-g">Vorreiter in der Bekämpfung der Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen sowie der Reduktion von Prostitution</a> &#8211; inzwischen ist auch in <a href="http://www.turnofftheredlight.ie/">Irland</a> und <a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-16047284">Frankreich</a> die Einführung eines ähnlichen Gesetzes geplant. Jedoch werden seine Bewertung sowie Auswirkungen kontrovers betrachtet und der Nutzen der damit verbundenen Maßnahmen bleibt nach wie vor Gegenstand politischer Debatten. So argumentieren gerade GegnerInnen, dass das Gesetz Zwangsprostitution sogar fördern könnten.</p>
<p style="text-align:justify;">VerfechterInnen dieses Gesetzes sehen Prostitution als Form patriarchaler Unterdrückung.  Prostitution ist also keine Tätigkeit, die aus freiem Willen ausgeübt werden kann. Deshalb lässt sich in ihren Augen Prostitution nicht mit dem allgemeinen Anspruch der Geschlechtergleichheit, der in Schweden stark in der Gesellschaft verankert ist, vereinbaren. Ihrer Meinung nach ist deshalb ein Verbot dieser Tätigkeit durch die Kriminalisierung der Kunden die richtige Lösung für eine gleichberechtigtere Gesellschaft. Diese Einstellung findet auch in der schwedischen Bevölkerung großen Anklang. So <a href="http://www.bmfsfj.de/doku/prostitutionsgesetz/pdf/gesamt.pdf">befürworten mehr als 80% der Schweden</a> die Einführung des Gesetzes zur Strafbarkeit des Erwerbs sexueller Dienstleistungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch hat dieses Gesetz wirklich dazu geführt, dass weniger Frauen in den so genannten „Abgrund“ der Prostitution in Schweden rutschen? Bietet dieses Gesetz einen besseren Schutz vor Zwangsprostitution? Hat das Anti-Prostitutionsgesetz somit mehr Gleichberechtigung geschaffen?</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-358"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Zunächst ist festzuhalten, dass das vorrangige Ziel dieses Gesetzes war und ist, die öffentlich sichtbare Prostitution, die Straßenprostitution, einzudämmen bzw. zu beseitigen. Allein 10 Millionen schwedische Kronen (ca. 1.136.000 Mio. Euro) hat die schwedische Regierung für die Umsetzung des Gesetzes zur Verfügung gestellt. Davon gingen 7 Millionen (ca. 790.000 Mio. Euro) schwedische Kronen an die Polizei, die dieses Geld in ihrem Ermessen verwalten und verteilen konnte. Das Ziel dabei war es insbesondere die Straßenprostitution in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö zu beseitigen. Ein <a href="http://www.bmfsfj.de/doku/prostitutionsgesetz/pdf/gesamt.pdf">Report des Stockholmer Ministeriums für Wirtschaft </a>gibt an, dass diese seit Inkrafttreten des Gesetzes um ca. 41% zurückgegangen ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Jedoch ist anzunehmen, dass das Gesetz zu einer Verlagerung der Prostitution in den Untergrund geführt hat. So kritisieren Organisationen von bzw. für SexarbeiterInnen, dass zur Reduzierung der Wohnungsprostitution sowie für Beratung, Unterstützung von bzw. Ausstiegsprogramme für SexarbeiterInnen keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt wurden. Nicht nur wurden durch das Gesetz SexarbeiterInnen und ihre Kunden aus der Öffentlichkeit komplett verdrängt, sondern es führt(e) zu <a href="http://www.youtube.com/watch?v=7D7nOh57-I8&amp;feature=player_embedded">erheblichen negativen Auswirkungen für SexarbeiterInnen</a>. Die Kritik an diesem Gesetz geht auch in <a href="http://www.turnofftheredlight.ie/">Irland </a>und <a href="http://thierryschaffauser.wordpress.com/2011/12/06/france-should-not-criminalise-my-clients/">Frankreich</a> in eine ähnliche Richtung.</p>
<p style="text-align:justify;">Ergebnisse verschiedener Studien, u.a. eines Berichtes der schwedischen Kommission, weisen darauf hin, dass die Unsicherheit im Arbeitsbereich „Sexarbeit“ enorm gestiegen ist. Erstens sind SexarbeiterInnen der Gefahr von Gewaltverbrechen stärker ausgesetzt, da die Polizei aus Personal- und Zeitgründen weniger in Wohnungen und Clubs kontrolliert, sondern hauptsächlich auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Zweitens erhöht die drohende Strafe für Kunden diese Gefahr. SexarbeiterInnen haben nun im Anbahnungsgespräch weniger Zeit abzuklären, ob sie mit diesem Kunden mitgehen wollen oder nicht. Drittens, sehen sich vor allem SexarbeiterInnen, die keine Alternative finden, aufgrund der verschlechterten Marktlage gezwungen, auch fragwürdiger wirkende Kunden zu akzeptieren und öfter ohne Kondom zu arbeiten. Laut des Reports seien Kunden sich der schwierigen Lage der Prostituierten bewusst und würden schneller brutal.</p>
<p style="text-align:justify;">Viertens hat das Gesetz auch negative Folgen für den Menschenhandel. Zwar argumentieren BefürworterInnen des Anti-Prostitutionsgesetzes, dass durch das neue Gesetz große Erfolge im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution verzeichnet werden konnten. Jedoch sehen GegnerInnen des Gesetzes hier wieder eine Problematik der Kriminalisierung von Kunden. Diese führt dazu, dass „aufrichtige“ Kunden aus Selbstschutz potentiell „gehandelte“, also unfreiwillige SexarbeiterInnen, nicht mehr bei der Polizei oder Beratungsstellen melden. Ihrer guten Absicht würde eine Strafanzeige folgen. Die Wahrscheinlichkeit Opfer von Menschenhandel zu entdecken ist also gesunken.</p>
<p style="text-align:justify;">Dies zeigt, dass die Kriminalisierung von Kunden nur oberflächlich greifen kann und eher Probleme fördert, als sie zu beseitigen. Die schwedische Journalistin und Sozialwissenschaftlerin <a href="http://http://www.petraostergren.com/pages.aspx?r_id=47601">Petra Östergren</a> verlangt deshalb eine gemeinsame Arbeit von Politik(erInnen) und SexarbeiterInnen: <a href="http://www.thelocal.se/9621/20080110/">&#8220;If we&#8217;re worried about the harm caused by prostitution, then policy-makers have to work together with sex workers &#8211; we need to listen to the people involved.&#8221;</a>.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/feminismus/'>Feminismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/frauenhandel/'>Frauenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/prostitution/'>Prostitution</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/schweden/'>Schweden</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/sexarbeit/'>Sexarbeit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/europa/'>Europa</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/feminismus/'>Feminismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/frauenhandel/'>Frauenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesetz/'>Gesetz</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/prostitution/'>Prostitution</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/schweden/'>Schweden</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexarbeit/'>Sexarbeit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/358/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/358/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/358/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/358/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/358/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/358/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/358/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/358/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/358/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/358/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/358/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/358/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/358/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/358/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=358&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Fremdenfeindlichkeit gegenüber MigrantInnen in Deutschland</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 10:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>penerope</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Derzeit leben rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland; 20 Prozent von ihnen sind in Deutschland geboren, 48 Prozent haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Doch trotz der wichtigen Einsicht, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, lassen mit besorgniserregender Selbstverständlichkeit Jung und Alt im Osten sowie im Westen ihrem fremdenfeindlichen Gedankengut freien Lauf. Diese Ablehnung von Fremden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=354&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Derzeit leben rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland; 20 Prozent von ihnen sind in Deutschland geboren, 48 Prozent haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Doch trotz der wichtigen Einsicht, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, lassen mit besorgniserregender Selbstverständlichkeit Jung und Alt im Osten sowie im Westen ihrem fremdenfeindlichen Gedankengut freien Lauf. Diese Ablehnung von Fremden und ZuwanderInnen kennt viele Gesichter. Da gibt es subtile Formen der Diskriminierung und Vorurteile (z.B. gegenüber von <a href="http://www.gegen-menschenhandel.de/Downloads/BBGM%20Studie.pdf">Menschenhandel betroffene Personen</a>), aber auch fremdenfeindlich motivierte Gewalttaten und rassistische Übergriffe, wie z.B. die <a href="http://www.zeit.de/2002/25/Ich_war_Teil_der_Meute">progromartigen Ausschreitungen gegen AsylbewerberInnen in Rostock-Lichtenhagen</a> und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FGdJWFFv6Bs">Hoyerswerda</a> sowie die aktuelle <a href="http://www.youtube.com/watch?v=x3_BJ2woN8Y&amp;feature=related">Neonazi-Mordserie</a> an türkisch- und griechischstämmigen KleinunternehmerInnen. Aber sind solche Vorfälle die Spitze eines Eisberges oder etwa „nur“ Ausnahmefälle?</p>
<p style="text-align:justify;">Vor dem Hintergrund, dass die Kluft zwischen Arm und Reich beständig wächst, gewinnt eine Tendenz, die sich seit einigen Jahren abzeichnet, in Deutschland zusätzliche Dramatik. So zeigt die zehnjährige Studie <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1626892">„Deutsche Zustände“</a><a title="" href="#_ftn1">[1]</a> des Sozialforschers <a href="http://www.uni-bielefeld.de/ikg/personen/wilhelm_heitmeyer.html">Wilhelm Heitmeyer</a>, dass das Ausmaß an Fremdenfeindlichkeit gegenüber MigrantInnen kontinuierlich zunahm. Fast die Hälfte (47,1 Prozent) der Befragten im Mai und Juni des letzten Jahres (2011) waren der Meinung, dass in Deutschland &#8220;zu viele Ausländer&#8221; lebten. Ein Drittel der Befragten ging sogar von &#8220;natürlichen Unterschieden&#8221; zwischen weißen und schwarzen Menschen aus.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-354"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Darüber hinaus stellt Heitmeyer in seiner Studie fest, dass die Weltwirtschaftskrise 2008 erhebliche Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration hat(te). Die Krise habe zu einer <a href="http://www.taz.de/!83590/">Verstärkung alltagsrassistischer bzw. fremdenfeindlicher Denkmuster</a> innerhalb der deutschen Gesellschaft geführt. Dies ist zurückzuführen auf eine allgemein verstärkte Abwertung schwacher Gruppen in Krisenzeiten, in denen sich breite Teile der Bevölkerung stärker bedroht fühlen. Menschen tendierten dazu, bei grundlegenden sozialen Veränderungen, wie etwa Finanzkrisen oder Massenarbeitslosigkeit, Sündenböcke zu kreieren, um solche Veränderungen „verständlich“ zu machen. Denn wer sich und seinen Status bedroht fühle, der ist eher dazu geneigt, andere Menschengruppen abzuwerten. Besonders Minderheiten gelten in diesem Zusammenhang als Konkurrenten um wichtige Ressourcen, wie z.B. Arbeitsplätze oder Unterstützung durch den Staat. Solch eine Minderheit stellen beispielsweise die in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund dar.</p>
<p style="text-align:justify;">Deshalb ist es wichtig, so wie der <a href="http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/aktuell/news/meldung/article/pressemitteilung-deutsches-institut-fuer-menschenrechte-unterstreicht-kritik-des-un-berichterstatte.html"><acronym>UN</acronym>-Sonderberichterstatter zu Rassismus</a>, Githu Muigai, in seinem letzten Bericht nach einem Besuch in Deutschland forderte, vermehrt gegen Rassismus im Alltag anzugehen. Politik und Bevölkerung müssen ein breiteres Verständnis von Rassismus entwickeln und ihn nicht mit Rechtsextremismus gleichsetzen. Denn auch vermeintlich allgegenwärtige, oft benutzte Terminologien wie „eine farbige Frau“, „der Türke“ oder „die Illegale“ fallen unter subtile Fremdenfeindlichkeit bzw. latenten Rassismus, obwohl in der Öffentlichkeit vielfältig benutzt.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass Phänomene wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu größeren Problematiken führen wie die <a href="http://www.unric.org/html/german/rassismus/pressemappe/trafficking.htm">Förderung und Legitimierung von Menschenhandel </a>oder schwere <a href="http://www.migration-boell.de/web/integration/47_2110.asp">gesundheitliche/traumatische Folgen für MigrantInnen </a> haben wird oftmals verschwiegen oder kleingeredet. Auch hier müssen Studien dazu ernst genommen werden und solche Themen auf die politische Tagesordnung gebracht werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung könnten hier Aktionen sein, wie z.B. die Ernennung des Wortes „Döner-Morde“ zum <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/sprache-doener-morde-sind-das-unwort-des-jahres-1.1259648">Unwort des Jahres 2011</a>, wegen seiner verharmlosenden Wirkung.</p>
<div>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p style="text-align:justify;"><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Forschungsprojekt, welches Vorurteile gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen über zehn Jahre hinweg untersucht hat. Dabei geht es um das <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/deutsche_zustaende-_12647.html">Ausmaß und die Kontexte „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“</a>.</p>
</div>
</div>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/diskriminierung/'>Diskriminierung</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/migration/'>Migration</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/rassismus/'>Rassismus</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/diskriminierung/'>Diskriminierung</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/kultur/'>Kultur</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/migration/'>Migration</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/rassismus/'>Rassismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/xenophobie/'>Xenophobie</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/354/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=354&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Roma in Europa</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 09:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PT-Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Rund um den Hauptbahnhof gehören bettelnde Menschen wie diese Frau mit Kind fast schon zum gewohnten Bild.&#8221; Goetzfried Bettelnde Roma gehören zum alltäglichen Stadtbild westeuropäischer Innenstädte. Seit dem EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens haben auch europaweite Maßnahmen gegen bettelnde Roma, die sich antiziganistischer Motive bedienen, wieder Hochkonjunktur. So vermuteten unlängst etwa die österreichischen Medien, hinter den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=347&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption alignleft">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="    " style="border-color:initial;border-style:initial;border-width:0;margin:10px;" title="&quot;Rund um den Hauptbahnhof gehören bettelnde Menschen wie diese Frau mit Kind fast schon zum gewohnten Bild.&quot; Goetzfried" src="http://www.merkur-online.de/bilder/2011/03/28/1179121/311294937-30696376_526.9.jpg" alt="&quot;Rund um den Hauptbahnhof gehören bettelnde Menschen wie diese Frau mit Kind fast schon zum gewohnten Bild.&quot; Goetzfried" width="333" height="249" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd">&#8220;Rund um den Hauptbahnhof gehören bettelnde Menschen wie diese Frau mit Kind fast schon zum gewohnten Bild.&#8221; Goetzfried</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">Bettelnde Roma gehören zum alltäglichen Stadtbild westeuropäischer Innenstädte. Seit dem EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens haben auch europaweite Maßnahmen gegen bettelnde Roma, die sich antiziganistischer Motive bedienen, wieder Hochkonjunktur. So vermuteten unlängst etwa die österreichischen Medien, hinter den bettelnden Roma, weniger Bedürftigkeit, sondern vielmehr eine <a href="http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=949">organisierte Bettlerkriminalität, Menschenhandel und Ausbeutung</a>. Dabei sollen die Roma, die größtenteils aus osteuropäischen Ländern stammen, von „organisierten Banden“ und „Hintermänner“, in Bussen zum Betteln in die westeuropäischen Großstädte gebracht worden sein, um ihnen im Nachhinein das Geld abzunehmen. Frankreich löste mit der Abschiebung von mehr als 8000 Roma, allein im Jahr 2010, gar eine <a href="http://www.eurotopics.net/de/home/debatten/links-2010-08-roma/">europaweite Debatte</a> um die Situation der Roma in der EU aus, in deren Folge es sich mit dem Vorwurf der ethnischen Diskriminierung konfrontiert sah. In vielen europäischen Ländern gehören die Roma zu den Volksgruppen, denen starke <a href="http://www.eurotopics.net/de/archiv/magazin/gesellschaft-verteilerseite/roma_in_">Ablehnungsgefühle und Vorurteile</a> entgegenschlagen, wodurch sie zu Opfern von Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung werden. Ihre Ungleichbehandlung wird deshalb nicht selten als eines der dringendsten Menschenrechtsprobleme Europas angesehen. Denn lediglich jene Roma Familien schaffen es, sich gesellschaftlich zu etablieren, die ihre Ethnizität als Roma verbergen können.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Ursachen für die anhaltende Diskriminierung der Roma sind vielseitig. Länderstudien verweisen insgesamt auf eine Komplexität der Ausgrenzung und Ethnisierung der Roma- Bevölkerung. In allen europäischen Ländern kann von multidimensionalen Prozessen gesprochen werden, die sowohl Folge von Antiziganismus sind, als auch Folge der strukturellen sozialen Ausgrenzung (u. a. Bildungs- und Ausbildungssysteme, Arbeitsmärkte). Und sie hängen auch von der öffentlichen Sichtbarkeit dieser Bevölkerungsgruppe ab.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-347"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Den stereotypen Askriptionen und dem gesellschaftlich vorherrschenden Bild über die Roma kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Sie lassen sich nahezu über fünf Jahrhunderte zurückverfolgen und sind Teil eines kulturellen Systems von weitergegebenen Vorstellungen darüber, wie „Zigeuner“ angeblich sind (Grundmuster von Xenophobie). Dabei besteht zwischen Prozessen der gesellschaftlichen Ausgrenzung und den Praktiken der Bezeichnung ein enger Zusammenhang, da die gesellschaftliche Ausgrenzung als ein Prozess interpretiert werden kann, bei dem Semantiken und Praktiken ineinandergreifen. Denn auch Semantiken sind Praktiken, durch die soziale Tatsachen geschaffen werden. Die wichtigste Form der <em>Exklusionssemantik</em> stellt hierbei die Stigmatisierung dar. Es handelt sich dabei um solche Zeichenpraktiken, durch die aufgrund der Zuschreibung einer diskreditierenden Eigenschaft eine vollständige soziale Anerkennung verweigert wird. Um die Roma über 500 Jahre lang auszugrenzen, bedurfte es zwar einer Vielzahl von Geschichten, die ihnen diskreditierende Eigenschaften zusprechen. Allerdings sind es im Wesentlichen drei Eigenschaften, die einzeln oder in Kombination seit Jahrhunderten alle Zuschreibungen und Wertungen entwickeln: Nomadentum, Heidentum und Asozialität.</p>
<p style="text-align:justify;">Während die biologische bzw. rassische Stigmatisierung über Jahrhunderte die dominante Form darstellte, und ihren Höhepunkt im Genozid und der Ermordung von etwa 500 000 Roma fand, ist es heute die kulturalistische Stigmatisierung. In teils latenten, teils offen rassistischen Zuschreibungen werden Roma als Trittbrettfahrer und Asyltouristen angesehen, deren Lebensweisen und Praktiken als einer fremden Kultur zugehörig dargestellt werden, die in Kontrast zu den herrschenden Wertemustern stehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Da die Chance allerdings ‚Zigeuner’ im Alltag kennenzulernen für die Mehrheitsbevölkerung, zumindest in westeuropäischen Gesellschaften, eher gering ist, speist sich ihr Wissen nicht aus realen Erlebnissen oder persönlichen Erfahrungen, sondern meist aus zweifelhafter Literatur, kollektiven Überlieferungen (Lexika), Alltagsgesprächen, Romanen, Opern und Operetten, Filmen und Presseberichten. „Kennt man einen kennt man alle“ ist das rassistische Muster, nach dem die öffentliche Meinung und Berichterstattung gestrickt ist. Das Ergebnis ist dann eine Mischung aus wenig Kenntnis und vielen stereotypen Vorstellungen, nach denen ‚Zigeuner’ als Abstammungs- oder kulturelle Gemeinschaft definiert werden und als assimilationsunfähig bzw. –willig.</p>
<p style="text-align:justify;">Die hauptsächlich medial gesteuerte Stigmatisierung, stellt heute über das kulturalistische Stigma vom kriminellen ‚Zigeuner’, im Bereich der Polizeiarbeit und Medienöffentlichkeit die wirksamste Form von Antiziganismus dar. Die Berichterstattung über Roma ist dabei hauptsächlich eine Berichterstattung über Delinquenten. Roma werden überwiegend gemeinsam mit Akteuren der sozialen Kontrolle, wie Polizei, Justiz oder Ordnungsamt genannt und hauptsächlich als Täter oder im Zusammenhang mit Tätern thematisiert. Presseartikel über Roma berichten fast nie über Einzelpersonen, sondern es wird von mehreren Personen gesprochen, wobei die jeweiligen Akteure durch ethnische oder familiäre Beziehungen charakterisiert werden. Im Allgemeinen zeigt die thematische Struktur der Berichterstattung über Roma, dass sie mehrheitlich im Zusammenhang mit Kriminalität und sozialen Konflikten erscheinen, ein Problem der öffentlichen Ordnung sind, und als ein kollektiver Akteur auf der Grundlage biologisch fundierter Zusammengehörigkeit thematisiert werden. Berichte über kulturelle Andersartigkeit, Unangepasstheit oder Lebensgewohnheiten lassen das Verhalten der Roma meist zusätzlich als Störung und Bedrohung der Normen der Mehrheitsgesellschaften erscheinen. In all diesen Fällen wird das Grundprinzip der Stigmatisierung wiederholt, indem die Zuschreibung prinzipieller Andersartigkeit und Kriminalisierung zur Konstruktion einer generellen Bedrohlichkeit durch die ‚Zigeuner‘ führt. Denn in erster Linie ist es das so geprägte und in allen europäischen Gesellschaften vorfindbare Zigeunerbild, das zu der anhaltenden Diskriminierung und gesellschaftlichen Ausgrenzung der Roma beiträgt.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Ein Beitrag von Norbert Fori</em></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Weitere Quellen im Internet: </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Radiointerview mit Simone Tries (Rom e.V): &#8220;<a href="http://www.domradio.de/website/audioPlayer.asp?audioID=27131">Roma &#8211; Leben am Rand der Gesellschaft</a>&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">GoogleNews-Suchergebnisse zum Thema &#8220;<a href="http://www.google.de/search?client=safari&amp;rls=en&amp;q=bettelverbot+roma&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8&amp;redir_esc=&amp;ei=sDM2T8yEEMXFswaupqC5DA#q=bettelverbot+roma+steiermark&amp;hl=de&amp;client=safari&amp;rls=en&amp;source=lnms&amp;ei=xzM2T_vwBY_a4QSrqviaDA&amp;sa=X&amp;oi=mode_link&amp;ct=mode&amp;cd=1&amp;ved=0CBkQ_AUoAA&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&amp;fp=ae950dcfa4c5e154&amp;biw=1422&amp;bih=799">Bettelverbot Steiermark</a>&#8220;, das vor allem Roma betrifft</p>
<p>GoogleNews-Suchergebnisse zum Thema &#8220;<a href="http://www.google.de/search?client=safari&amp;rls=en&amp;q=bettelverbot+roma&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8&amp;redir_esc=&amp;ei=sDM2T8yEEMXFswaupqC5DA#q=roma+discrimination+europe&amp;hl=de&amp;client=safari&amp;rls=en&amp;tbm=nws&amp;prmd=imvns&amp;tbas=0&amp;source=lnt&amp;sa=X&amp;ei=6zQ2T7XqKuHa4QS2yvWaDA&amp;ved=0CBAQpwUoAA&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&amp;fp=ae99b5945abb5e44&amp;biw=1422&amp;bih=799">roma discrimination europe</a>&#8220;</p>
<div></div>
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		<title>Zwangsheirat als Form von Frauenhandel? Beispiele aus Anatolien und Indien</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 09:16:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PT-Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ Unter Frauenhandel ist eine spezielle Form von Menschenhandel zu verstehen. Eine allgemein gültige und einheitliche Definition des Begriffes „Frauenhandel“ gibt es jedoch nicht. Versuche, das Phänomen des Frauenhandels in wenigen Sätzen zu erfassen, scheitern an der Komplexität und Weitläufigkeit des Phänomens. Ein Definitionsversuch seitens der Vereinten Nationen 1994 zeigt uns, dass diese Definition nicht alle [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=334&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;" align="center"> Unter Frauenhandel ist eine spezielle Form von Menschenhandel zu verstehen. Eine allgemein gültige und einheitliche Definition des Begriffes „Frauenhandel“ gibt es jedoch nicht. Versuche, das Phänomen des Frauenhandels in wenigen Sätzen zu erfassen, scheitern an der Komplexität und Weitläufigkeit des Phänomens. Ein Definitionsversuch seitens der Vereinten Nationen 1994 zeigt uns, dass diese Definition nicht alle Umstände und betroffene mit einbezieht. Ebenso wenig diejenigen Frauen und Mädchen, mit deren Verheiratung Handel betrieben wird, um die es in diesem Beitrag gehen soll.</p>
<p style="text-align:justify;">Die <a title="http://library.fes.de/fulltext/id/00565003.htm" href="http://library.fes.de/fulltext/id/00565003.htm" target="_blank">Generalvollversammlung der Vereinten Nationen definierte 1994 Frauenhandel </a>als</p>
<blockquote><p><em>„die unerlaubte und heimliche Verbringung von Personen meist aus Entwicklungsländern und einigen Übergangsstaaten über nationale und internationale Grenzen mit dem Endziel, Frauen und Mädchen in sexuell und wirtschaftlich unterdrückende und ausbeuterische, für Anwerber, Händler und Verbrechersyndikate jedoch gewinnbringende Situationen sowie in andere illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Frauenhandel, wie erzwungene Beschäftigung als Hausangestellte, Scheinehen, heimliche Beschäftigungsverhältnisse und Scheinadoptionen zu drängen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Das Ausnutzen einer Frau für einen finanziellen Zweck ist nicht nur im Bereich der Prostitution, Scheinehe oder Scheinadoption verbreitet. Viele Gesellschaften in den unterschiedlichsten Orten der Welt vereinbaren und rechtfertigen das Phänomen des Frauenhandels mit ihren seit Jahrhunderten bestehenden Kulturen, Sitten und Traditionen. Auch die bestimmte Interpretationen von religiösen Vorschriften ebnen den Weg zum Frauenhandel. Dabei sind die Erwartungen jener, die ihre Töchter zur Zwangsverheiratung frei geben, nicht nur auf das Papiergeld reduziert. So verlangen viele Familienväter, vor allem im orientalischen Raum, Gold, Grundstücke, Nutztiere oder ein Haus für die Zustimmung zur Ehe. Da eine Tochter, die ohne die Zustimmung ihrer Brüder oder des Vaters eine Ehe mit einem Mann ihrer Wahl eingeht, ihre Familie entehrt, wird sie sowohl von ihrer Familie als auch von der Gesellschaft ausgestoßen. Weil die meisten Väter an dem größten finanziellen Einsatz für ihre Töchter interessiert sind, werden Bedürfnisse und Zustimmung der Töchter nicht beachtet. Dieser Teufelskreis mündet oft in der<a title="www.zwangsheirat.de" href="www.zwangsheirat.de" target="_blank"> Zwangsheirat</a>, welche auf <a title="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html" target="_blank">Migrantinnen</a> betrifft.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-334"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Zwangsverheiratungen sind bis heute in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Islam">islamischen</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hindu">hinduistischen</a> Gesellschaften verbreitet, aber auch aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jesiden">jesidischen</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus">buddhistischen</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christentum">christlichen</a> Umfeldern sind Fälle bekannt. Die Zwangsverheiratung ist abzugrenzen von der sogenannten arrangierten Ehe. Das Letztere ist frei von Gewaltandrohungen an die Braut oder den Bräutigam. Sie sollen sich lediglich für eine arrangierte Auswahl von Frauen beziehungsweise Männern entscheiden. Dieser Umstand wird nur dann unfreiwillig, wenn es der Braut oder dem Bräutigam gar nicht zusteht, eine andere Form der Ehe einzugehen als die Arrangierte.</p>
<p style="text-align:justify;">Obwohl viele Zwangsehen unter finanziellen Gesichtspunkten geschlossen werden, sprechen die wenigsten davon, das dass Geld beziehungsweise das Materielle eine Rolle spielt. Meistens geht es einfach darum die Traditionen und Gebräuche aufrechtzuerhalten. Diese Traditionen sind je nach Ort und Gesellschaft ganz unterschiedlich. Selbst zwei benachbarte Dörfer können diesbezüglich unterschiedliche Auffassungen haben. So kann es zum Bespiel sein, dass die eine Dorfgemeinschaft die Souveränität des Familienvaters in Frage stellt, wenn er nicht entscheidet, wen seine Tochter heiraten darf. Oder in einer anderen Dorfgemeinschaft wird die Jungfräulichkeit der Frau bezweifelt, wenn der Vater kein Brautgeld verlangt.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Brautgeld spielt in den verschiedensten Kulturen eine bedeutende Rolle. So gibt es im ländlichen Osten der Türkei Dorfgemeinschaften, die es missbilligen, wenn der Vater auf das Heiratsgeld verzichtet. In so einem Fall werden schnell Gerüchte laut, dass er keine Wertschätzung für seine Tochter gehabt hätte. Das heißt, je höher die verlangte Summe ist, desto höher ist die Wertstellung der Tochter in der Familie gewesen.</p>
<p style="text-align:justify;">Meiner Erachtens wird die Zwangsheirat dann zum Frauenhandel, wenn finanzielle Vorteile mit der Verheiratung der Töchter erzielt werden. Dabei ist es ganz unterschiedlich, wer von den finanziellen Vorteilen profitiert. Je nach Land, Religion, Region oder Sitte kann es der Brautvater, der Bräutigam oder die Familie des Bräutigam sein. Selbst sogenannte „Brautvermittler“ können an einer gewaltsamen Eheschließung verdienen.</p>
<p style="text-align:justify;">In Deutschland ist die Zwangsverheiratung ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Deswegen hat das Deutsche Institut für Menschenrechte mit einer <a title="BMFSFJ" href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Zwangsverheiratung-_20Forschungsreihe-Band_201,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">Forschungsreihe des Bundesministeriums für Familie</a> auf das Thema aufmerksam gemacht. Vor allem unter türkischstämmigen Migrant_innen in Deutschland sei die Zwangsheirat ein Thema. So verspricht sich ein Familienmitglied  in der Heimat (z.B. ein Onkel der in Deutschland lebenden zukünftigen Braut) eine bessere Zukunft für seinen Sohn, wenn dieser die Cousine aus Deutschland heiratet. Dieser Sohn könnte besser verdienen und die Familie in der Heimat unterstützen. Dem Vater der zukünftigen Braut wird eingeredet, mit seiner Zustimmung seine Wurzeln zu ehren und seine Herkunft und Kultur nicht vergessen zu haben. Andernfalls sei er verwestlicht. Dieser sozialer Druck und die gesellschaftlichen Erwartungen bringen viele Familienväter dazu die falsche Entscheidung zu treffen. Die Verheiratung innerhalb der Verwandtschaft kann ebenfalls finanzielle Hintergründe haben. So neigen viele Familien dazu, i<a title="Zeit Online" href="http://www.zeit.de/online/2009/23/zwangsverheiratung-maenner" target="_blank">hre Söhne mit Töchter ihrer Verwandten zu verheiraten</a>, da dann Umkosten wie Heiratsgeld oder große Mitgift -Erwartungen entfallen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1793001,00.html" target="_blank">In Indien hat der Frauenhandel vielfältige Formen</a>. Auch hier muss nach Religion oder Kaste differenziert werden. In der überwiegend hinduistischen Bevölkerung Indiens ist das Brautgeld verpönt und höchstens ein Recht, das den niedrigsten Kasten zusteht. Dafür ist die Mitgift, die seitens der Braut mitgebracht werden soll, ein umstrittenes und mit Konfliktpotenzial beladenes Thema. Ursprünglich war die Mitgift eine Art Sicherheit für die Frau. Der Ehemann war nur in äußerst dringenden Umständen befugt die Mitgift mit dem Einverständnis der Ehefrau zu benutzen. Doch mit der Zeit wurde die Mitgift umfangreicher, sie wurde praktisch zum Preis, den man für einen standesgemäßen Bräutigam zahlte. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass Töchter als ein kostspieliges, belastendes und damit unerwünschtes Familienmitglied betrachtet werden, während der Sohn durch seine Ehe mit einer Frau, dessen Mitgift mit in den Haushalt bringt.</p>
<p style="text-align:justify;">Trotz der Tatsache, dass noch viele Frauen in ihrer Heimat durch die gesellschaftlichen Erwartungen zum Opfer dieser Form von Frauen-/Mädchenhandel werden, muss die Umstände je nach Ort und Hintergrund differenziert werden. In den meisten betroffenen Ländern ist es verboten Brautgeld zu verlangen oder Frauen ohne ihre eigene Zustimmung zu verheiraten. Auch wenn das Kontrollieren und die Durchführung dieser Gesetzte sehr schwer umzusetzen sind, ist es wenigstens ein Zeichen für die Missbilligung solcher Traditionen und Gebräuche. Zudem ist zu ergänzen, dass die Aufrechterhaltung von Traditionen, Kulturen, Sitten und Gebräuche, die Frauen und Mädchen zum Handelsgut degradieren, überwiegend auf  ländliche Gebiete und kleinen Provinzen zu finden sind. Eine kulturrelativistische Betrachtungsweise hilft uns von Fall zu Fall  zu differenzieren. Doch sobald ein finanzieller Profit die Ursache der Zwangsverheiratung ist, handelt es sich unumstritten um Frauenhandel!</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Ein Beitrag von Seda Capaat</em></p>
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		<title>Nicht mehr ganz so tabu: Sexuelle Gewalt und sexuelle Versklavung in kriegerischen Auseinandersetzungen</title>
		<link>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2012/01/04/nicht-mehr-ganz-so-tabu-sexuelle-gewalt-und-sexuelle-versklavung-in-kriegerischen-auseinandersetzungen/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 21:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franza Tornera</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
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		<description><![CDATA[Selbst UN-Blauhelmen, die zur Friedenssicherung nach einem Konflikt eingesetzt werden, wird der Vorwurf gemacht, der sonst häufig die Kriegsparteien selbst trifft: sexuelle Gewalt einzusetzen. Sexuelle Gewalt als Waffe in kriegerischen Auseinandersetzungen ist keine Seltenheit, wie Berichte unter Anderem über Kriege in Bosnien, Ruanda oder dem Kongo zeigen. Zwar liegen alle genannten Beispiele in der jüngeren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=196&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Selbst <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/jahre-un-blauhelme-friedensengel-und-verbrecher-1.184069" target="_blank">UN-Blauhelmen</a>, die zur Friedenssicherung nach einem Konflikt eingesetzt werden, wird der Vorwurf gemacht, der sonst häufig die Kriegsparteien selbst trifft: sexuelle Gewalt einzusetzen. <a href="http://www.his-online.de/forschung/projekte-gastwissenschaftler/an-allen-fronten.html" target="_blank">Sexuelle Gewalt</a> als Waffe in kriegerischen Auseinandersetzungen ist keine Seltenheit, wie Berichte unter Anderem über Kriege in <a href="http://www.wsg-hist.uni-linz.ac.at/historicum/Graue-Reihe/GraueReihe40.pdf" target="_blank">Bosnien</a>, <a href="http://www.memos-online.org/projekt/morgen/ueberlebensperspektiven-ruandischer-frauen/hintergrund-voelkermord-in-ruanda/" target="_blank">Ruanda</a> oder dem <a href="http://www.zeit.de/2008/27/01-Gewalt" target="_blank">Kongo</a> zeigen. Zwar liegen alle genannten Beispiele in der jüngeren Geschichte, doch ist sexuelle Gewalt schon lange davor eine Waffe in Kriegszeiten gewesen und wurde auch im <a href="http://www.helpline-sh.de/Kriegsverge_ZweiterWeltkrieg.html" target="_blank">Zweiten Weltkrieg</a> von verschiedenen Seiten ausgeübt. Dabei wird sexuelle Gewalt nicht nur gegen die Gegner_innen eingesetzt, sondern ist auch in den eigenen Reihen üblich (<a href="http://books.google.com/books?id=lM58uW6jy_gC&amp;lpg=PP1&amp;vq=243&amp;hl=de&amp;pg=PA245#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Mühlhäuser</a>).<span id="more-196"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Die Situation von Mädchensoldatinnen in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/die-untaten-der-lords-resistance-army-haende-und-koepfe-abgehackt-1.479302" target="_blank">Lord Resistance Army</a> (LRA) in Uganda ist ein Beispiel für sexuelle Versklavung in den eigenen Reihen. Seit 1987 wurden in Norduganda Schätzungen zufolge mehr als 10.000 Kinder zwischen 8 und achtzehn Jahren verschleppt, die der LRA „als Krieger, Dienstgehilfen, Sexsklaven, Träger und Spione“ dienen sollten (<a href="http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Kindersoldaten/sudan-uganda.html" target="_blank">Coalition To Stop the Use of Child Soldiers</a>), darunter 30-40% Mädchen. Mehrere Mädchen gehören <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=mischkowski%20verschlepp%20vergewaltigt%20versklavt&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CCIQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.medicamondiale.org%2Ffileadmin%2Fcontent%2F07_Infothek%2FMenschenrechte%2FVerschleppt__vergewaltigt__versklavt_-_M%25C3%25A4dchensoldatinnen_am_Beispiel_Ugandas_-_Gabriele_Mischkowksi.pdf&amp;ei=ie2yTq2nE4yM-wbin8neAw&amp;usg=AFQjCNH-dM6lmisrv6eOUCI4GOMXO-zTlg&amp;sig2=cEKPaBhCtqA_sjTmG5mp5Q" target="_blank">Mischkowski</a> zufolge einem Kommandeur, der sie manchmal auch mit anderen Kommandeuren austauscht. Die Anzahl der Mädchen, über die ein Kommandeur verfügt, symbolisiert seinen Status innerhalb der LRA. Damit diese einen Anreiz zu besseren Kampfesleistungen haben, bekommen sie bei guten Ergebnissen ein weiteres Mädchen als Sexsklavin.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein Beispiel für die sexuelle Versklavung von Frauen der Gegner sind die so genannten „<a href="http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Japan/trostfrauen.html" target="_blank">Trostfrauen</a>“: Im Asien-Pazifik-Krieg (1931-45) suchte sich die japanische Armee in jedem Land, in das sie eindrang, Frauen, die die sexuellen Bedürfnisse der Soldaten erfüllen mussten – also vergewaltigt wurden.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber nicht nur Frauen sind Opfer sexueller Gewalt und nicht nur Männer sind Täter. In dem irakischen Gefängnis <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/sexuelle-gewalt-die-illusion-vom-weiblichen-krieg-1.913750" target="_blank">Abu Ghraib</a> wurden unter US-amerikanischer Besatzung muslimische Männer dazu gezwungen, Sex mit anderen Männern zu haben – und zwar von US-amerikanischen Frauen.</p>
<p style="text-align:justify;">Weil diese Beispiele keine Einzelfälle sind, gibt es gibt mittlerweile verschiedene wichtige Resolutionen und andere Dokumente, die sexuelle Gewalt als Waffe verurteilen und damit eine strafrechtliche Verfolgung ermöglichen. Besonders relevant ist die 2008 verabschiedete <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/357660/publicationFile/3498/Frauen-Res1820.pdf" target="_blank">Resolution 1820</a> der <a href="http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=33723" target="_blank">Vereinten Nationen</a>, die erklärt, dass Formen sexueller Gewalt „ein Kriegsverbrechen oder ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder eine die Tatbestandsmerkmale des Völkermords erfüllende Handlung darstellen können“.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit diesem Rechtsschutz verschob sich die vorher implizite Verurteilung von sexueller Versklavung und anderen Formen sexueller Gewalt in kriegerischen Auseinandersetzungen weg vom Schutz der Ehre oder des männlichen Besitzes und damit weg von der Stigmatisierung als Opfer. Stattdessen wird eine eigene Subjektivität gewährleistet mit dem Menschenrecht auf Selbstbestimmung (Vgl. <a href="http://books.google.com/books?id=lM58uW6jy_gC&amp;lpg=PP1&amp;vq=243&amp;hl=de&amp;pg=PA255#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Mühlhäuser</a>).</p>
<p style="text-align:justify;">Damit bleibt zu hoffen, dass <a href="http://books.google.com/books?id=lM58uW6jy_gC&amp;lpg=PP1&amp;vq=243&amp;hl=de&amp;pg=PA250#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">die ersten Prozesse</a> nicht die einzigen bleiben, sondern sexuelle Versklavung  und alle weiteren Formen sexueller Gewalt weiterhin verfolgt und das Thema zunehmend <a href="http://www.zeit.de/2010/17/Korea-Trostfrauen" target="_blank">enttabuisiert</a> wird.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsarbeit/'>Zwangsarbeit</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/abu-ghraib/'>Abu Ghraib</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/japan/'>Japan</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/madchensoldatinnen/'>Mädchensoldatinnen</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/recht/'>Recht</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/resolution-1820/'>Resolution 1820</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexualitat/'>Sexualität</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexuelle-gewalt-als-waffe/'>sexuelle Gewalt als Waffe</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexuelle-versklavung/'>sexuelle Versklavung</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/trostfrauen/'>Trostfrauen</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/uganda/'>Uganda</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/196/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=196&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wir sind alle Migrant_innen! &#8211; 18. Dezember: Internationaler Tag der Migranten (International Migrants Day)</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 11:48:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sonja Dolinsek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;When their rights are violated, when they are marginalized and excluded, migrants will be unable to contribute either economically or socially to the societies they have left behind or those they enter. However, when supported by the right policies and human rights protections, migration can be a force for good for individuals as well as [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=304&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align:justify;">&#8220;When their rights are violated, when they are marginalized and excluded, migrants will be unable to contribute either economically or socially to the societies they have left behind or those they enter. However, when supported by the right policies and human rights protections, migration can be a force for good for individuals as well as for countries of origin, transit and destination.&#8221; <a title="http://www.un.org/en/events/migrantsday/" href="http://www.un.org/en/events/migrantsday/" target="_blank">UN-Generalsekretär Ban Ki-moon</a></p>
</blockquote>
<div class="mceTemp" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption alignleft">
<dt class="wp-caption-dt"><img title="International Migrants Day" src="http://blog.forcedmigration.org/wp-content/uploads/2007/12/international-migrants-day.jpg" alt="International Migrants Day" width="136" height="136" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd">International Migrants Day</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">Im Jahr 2000 <a title="http://www.un.org/en/events/migrantsday/" href="http://www.un.org/en/events/migrantsday/" target="_blank">haben die Vereinten Nationen den Internationalen der Migranten eingeführt</a>. Anlass dafür war die stetig wachsende Zahl an Menschen, die nicht an ihrem Geburtsort ihr Leben führen.  Das Ziel: Die grundlegenden Menschenrechte und Freiheiten von Migrantinnen und Migranten zu schützen und  auf ihren positiven Beitrag in den Zielländern hinzuweisen. Ein wenig salopp gesagt &#8211; das Ziel ist es, Migration positiv zu konnotieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Das versucht auch die EU-Kommissarin für Innenpolitik.</p>
<blockquote><p>&#8220;On the occasion of International Migrants Day (Sunday 18 December), let me reiterate that the diversity brought by immigrants is a source of dynamism and of cultural richness for our economies and societies.</p>
<p>Europe is changing. We cannot afford to ignore the role immigration plays for our growth and for European competitiveness in the global arena – Migrants contribute to the economies of their receiving countries, as employees, entrepreneurs, consumers and investors, while increasing the diversity of our societies.&#8221; <a title="http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/malmstrom/news/default_en.htm#20111216" href="http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/malmstrom/news/default_en.htm#20111216" target="_blank">Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für Innenpolitik</a></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Sie schreibt über den positiven Beitrag von Migrant_innen für &#8220;unsere&#8221; Gesellschaften. Der Versuch ist lobenswert, aber sie rutscht dabei in ein Muster, das einer positiven Darstellung von Migration eher im Wege steht. Sie spricht von &#8220;ihnen&#8221; und &#8220;uns&#8221;  und merkt dabei nicht, dass sie selbst zur Zeit nicht an ihrem Heimatort arbeitet, sie merkt nicht, dass sie selbst Politiken für Orte und Menschen macht, die hunderte oder tausende Kilometer von ihrer nordischen Heimtstadt entfernt sind. Sie hat vergessen, dass <a title="http://europa.eu/legislation_summaries/justice_freedom_security/free_movement_of_persons_asylum_immigration/l33152_en.htm" href="http://europa.eu/legislation_summaries/justice_freedom_security/free_movement_of_persons_asylum_immigration/l33152_en.htm" target="_blank">Europa der Inbegriff freier Bewegung &#8211; also der Migration &#8211; ist</a>. Sie macht den Fehler, nur eine kleine Gruppe der Migrant_innen tatsächlich als solche anzuerkennen &#8211; also jene Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens und ihres sozio-ökonomischen Status auch diskriminiert werden. Migrant_innen sind die Anderen, aber <em>nicht wir</em> &#8211; das ist ihre Botschaft, eine falsche Botschaft. Denn wir sind alle Migrant_innen. Ist sie, Frau Malmström, nicht auch eine  Migrantin?</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">“We are all migrants and as such are contributing to the global economy and to global cultural diversity,” he noted. “How many of us live today in the city of birth of our four grandparents? Not many. We are all children, grandchildren or great-grandchildren of migrants. Rare are those who have settled in one and the same place for numerous generations.” <a title="http://www.december18.net/article/we-are-all-migrants”-–-time-change-inflammatory-talk-migration" href="http://www.december18.net/article/we-are-all-migrants”-–-time-change-inflammatory-talk-migration" target="_blank">François Crépeau, Special rapporteur on the human rights of migrants</a></p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-304"></span></p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Ohne Migration wäre unsere Welt, diese Gesellschaft &#8211; ohne Migration wäre Europa, wären die Vereinigten Staaten von Amerika heute nicht das, was sie sind. Historiker_innen und Migrationsforscher sind sich in dem Punkt einig: <em><a title="http://news.bbc.co.uk/2/hi/3557163.stm" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/3557163.stm" target="_blank">Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Migration.</a> </em>Das bedeutet nicht nur, dass historisch gesehen schon immer Menschen z.B. nach Europa und nach Deutschland gekommen sind. <a title="http://www.hdbg.de/auswanderung/docs/hoerder.pdf" href="http://www.hdbg.de/auswanderung/docs/hoerder.pdf" target="_blank">Das bedeutet auch, dass Europäer_innen und und Deutsche schon immer auch ausgewandert sind</a> &#8211; auf der Suche nach einem anderen, besseren Leben. Heute noch ziehen <a title="http://www.zeit.de/2009/21/Macher-und-Maerkte-2" href="http://www.zeit.de/2009/21/Macher-und-Maerkte-2" target="_blank">viele Deutsche ins Ausland</a>, und <a title="http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/binnenmigration.html" href="http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/binnenmigration.html" target="_blank">viele Deutsche ziehen innerhalb von Deutschland und Europa um. </a></p>
<p style="text-align:justify;"><a title="http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/binnenmigration.html" href="http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/binnenmigration.html" target="_blank">Auch Binnenmigration ist Migration</a> und wir sind auch Migrant_innen. Das wird aber nie als Problem thematisiert. Wir gehen davon aus, dass wir woanders hinziehen dürfen und können, ohne dass wir daran gehindert werden. Viele von uns haben im Ausland als Au-Pair gearbeitet, haben dort ein Auslandssemester verbracht, ja vielleicht sogar dort studiert oder länger gearbeitet. Manche von uns hatten vielleicht auch schon eine transnationale Partnerschaft und die meisten von uns haben Freunde, die im Ausland leben, oder Freunde, für die Deutschland ein Ausland ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber wir werden stutzig, wenn wir über Migration nach Deutschland sprechen, wenn wir über sogenannte &#8220;Menschen mit Migrationshintergrund&#8221; sprechen. Wir regen uns nicht auf, wenn andere Menschen, die migrieren wollen,<a title="http://www.sueddeutsche.de/politik/europaeische-fluechtlingspolitik-gestorben-an-der-hoffnung-1.1128073" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/europaeische-fluechtlingspolitik-gestorben-an-der-hoffnung-1.1128073" target="_blank"> im Mittelmeer ums Leben kommen</a> und setzen dabei weiterhin voraus, dass uns das nie passieren wird. <em>Wir</em> haben das Recht auf Migration &#8211; nicht aber die Flüchtlinge aus (Nord-)Afrika. Flüchtlinge werden als Bedrohung wahrgenommen, <a title="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737341,00.html" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737341,00.html" target="_blank">Flüchtlinge sind gar keine Flüchtlinge mehr, sondern illegale Einwanderer,</a> für die keine Menschenrechte gelten &#8211; das ist eine inzwischen sehr verbreitete Auffassung. Dass <a title="http://www.bpb.de/themen/CNSEUC,1,0,Zwangswanderungen_nach_dem_Zweiten_Weltkrieg.html" href="http://www.bpb.de/themen/CNSEUC,1,0,Zwangswanderungen_nach_dem_Zweiten_Weltkrieg.html" target="_blank">auch Deutsche Flüchtlinge waren</a>, haben viele vergessen. Das ist ein unberechtigtes, diskriminierendes Verhalten.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch die Geschichte Deutschlands ist eine Migrationsgeschichte, obwohl sich darüber sehr wenige Menschen bewusst sind. In einem aufschlussreichen Artikel betont der Historiker Thomas Mergel, dass etwa <a title="http://www.tagesspiegel.de/wissen/der-berliner-ist-ein-auslaufmodell/4601624.html" href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/der-berliner-ist-ein-auslaufmodell/4601624.html" target="_blank">nur ein Viertel aller in Berlin ansässigen Personen aus Berlin kommen</a>. Egal ob diese nun aus Italien, den USA, aus Japan oder aus Baden-Würtenberg kommen &#8211; aus Berlin kommen sie nicht. Dennoch werden in Berlin nur Migrant_innen türkischer Herkunft als &#8220;Einwanderer&#8221;, als Migrant_innen betrachtet. Alle anderen seien ja schon immer da gewesen&#8230;. Kein Wunder, dass dadurch Rassismus, Diskriminierung und Exklusion geschürt werden.</p>
<blockquote><p>&#8220;Zur Jahrtausendwende wird mit dem Bekenntnis, Deutschland sei ein Einwanderungsland, die eingeschränkte doppelte Staatsbürgerschaft eingeführt und ein Zuwanderungsgesetz entworfen. Dieses Gesetz polarisiert jedoch stark zwischen verschiedenen MigrantInnengruppen, indem es auf der einen Seite auf Integration, auf der anderen auf Ausschluss setzt.&#8221; <a title="http://baustein.dgb-bwt.de/PDF/C8-Migrationsgeschichte.pdf" href="http://baustein.dgb-bwt.de/PDF/C8-Migrationsgeschichte.pdf" target="_blank">Kleine Migrationsgeschichte Deutschlands </a></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Mein Plädoyer: Wir sind alle Migranten, denn sehr wenige von uns leben heute noch dort, wo sie geboren oder aufgewachsen sind. Das trifft auch auf unsere Eltern und Großeltern zu. Und dennoch sprechen wir nicht über die &#8220;Integrationsprobleme&#8221; unserer Eltern und Großeltern, über unsere eigenen &#8220;Integrationsprobleme&#8221;, dennoch strengen wir uns nicht an, das Positive ihrer und unserer Migration hervorzuheben. Warum? Weil es nichts besonderes ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Und wir haben Recht: Migration ist die Regel und nicht die Ausnahme. Wir, die als Nicht-Berliner in Berlin leben, sind nicht anders als die türkischen Familien, die schon vor Jahrzehnten hierher gezogen sind. Man könnte sicherlich behaupten, dass die Abfälligkeit, mit der z.B. Studierende über die Berliner_innen und den Berliner Akzent  sprechen, eine Form von fehlender Integration ist. Als Problem oder Fehlverhalten wird das leider nicht thematisiert.</p>
<p style="text-align:justify;">Heute ist der Internationale Tag der Migranten. Es ist unser aller Tag &#8211; der Bayern, der Italiener, der Schwaben, der Berliner, der Türken, der Amerikaner, die nicht mehr dort leben, wo sie geboren sind. <em><strong>Wir sind alle Migranten. </strong></em></p>
<blockquote><p>„Migration ist der Normalfall menschlicher Existenz“ <a title="http://www.focus.de/wissen/bildung/Geschichte/migration/tid-7164/interview_aid_70438.html  " href="http://www.focus.de/wissen/bildung/Geschichte/migration/tid-7164/interview_aid_70438.html" target="_blank">Jochen Oltmer</a></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;"><span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/12/18/wir-sind-alle-migrant_innen-18-dezember-internationaler-tag-der-migranten-international-migrants-day/"><img src="http://img.youtube.com/vi/UL0zIh8eUdM/2.jpg" alt="" /></a></span></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Und was hat das mit Menschenhandel zu tun? </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Legale Möglichkeiten der Migration werden <a title="http://www.opendemocracy.net/people-migrationeurope/article_1274.jsp" href="http://www.opendemocracy.net/people-migrationeurope/article_1274.jsp" target="_blank">weltweit zunehmend beschnitten und eingeschränkt</a>. Migration wird als Bedrohung wahrgenommen. Aus diesem Grund nehmen viele Menschen das Risiko in Kauf, auf anderem Wege in ein Land zu migrieren. Meistens bedeutet das, die Hilfe von Schleppern oder Flüchtlingshelfern in Anspruch zu nehmen. Dadurch begeben sie sich meistens in die Illegalität, sobald sie in ihr Zielland ankommen. Sie haben Schulden und müssen das Geld zurückbezahlen. An dieser Stelle können sie erpresst und ausgebeutet werden. <a title="http://www.gaatw.org/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=454%3Aunderstanding-trafficking&amp;catid=158%3Afaq&amp;Itemid=57" href="http://www.gaatw.org/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=454%3Aunderstanding-trafficking&amp;catid=158%3Afaq&amp;Itemid=57" target="_blank">Sie werden Opfer von Menschenhandel. </a></p>
<p style="text-align:justify;">Menschenhändler nutzen gezielt den Migrationswillen von Menschen aus, um sie auszubeuten. Das ist aber nur deshalb möglich, weil Migrant_innen nicht mehr unabhängig migrieren dürfen. Europa und die USA und viele andere Länder auch schotten sich ab. Sie schotten sich gegen bestimmte Menschen ab, von denen sie glauben, sie seien nicht gut genug. Migrationspolitik ist eine inhärente Form der Diskriminierung, die auf willkürliche Formen der Exklusion beruht. Wer migrieren will, muss in vielen Fällen sein eigenes Leben aufs Spiel setzen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Recht auf Migration ist heute nicht mehr gewährleistet. Innerhalb von Europa ist es ein Privileg, das so selbstverständlich geworden ist, dass wir vergessen haben, dass auch wir Migrant_innen sind. Nein, wir müssen keine Schleuser bezahlen, um an einem Strand in Übersee zu liegen. Wir wissen, dass wir das so einfach tun können. Warum aber regt es uns so dermaßen auf, dass auch andere Menschen migrieren wollen? Warum gibt Europa so viel Geld aus, um Migration zu verhindern? Warum ist es Europa dabei egal, dass Menschen sterben und Opfer von Ausbeutung werden?</p>
<p style="text-align:justify;">Oder würden wir es etwa akzeptabel finden, wenn wir für eine Reise in einen anderen Kontinent auch mal ein paar Monate zur Zwangsarbeit gezwungen würden &#8211; als Preis für unsere Reiselust?</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>Weitere Links: </strong></em></p>
<p style="text-align:justify;"><a title="http://www.december18.net/" href="http://www.december18.net/" target="_blank">http://www.december18.net/</a></p>
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			<media:title type="html">International Migrants Day</media:title>
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		<item>
		<title>17. Dezember: Der Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen (International Day to End Violence Against Sex Workers)</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 14:30:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sonja Dolinsek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Violence against Sex workers ia a crime&#8221; &#8220;A woman has a right to sell sexual services just as much as she has the right to sell her brains to a law firm or sell creative work to a museum&#8230;&#8221; Das hat im Jahre 1973 die erste US-Amerikanische Prostituiertenorganisation COYOTE (Call Off Your Old Tired Ethics) betont. Sexarbeiter_innen sind in höherem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=265&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption aligncenter">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://viplounge.wordpress.com/2006/12/"><img class="wp-image-269  " style="border-color:black;border-style:solid;border-width:10px;" title="Violence against Sex workers ia a crime" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/12/violence-against-sex-workers-ia-a-crime.jpg?w=390&#038;h=293" alt="Violence against Sex workers ia a crime" width="390" height="293" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">&#8220;Violence against Sex workers ia a crime&#8221;</dd>
</dl>
</div>
<blockquote><p>&#8220;A woman has a right to sell sexual services just as much as she has the right to sell her brains to a law firm or sell creative work to a museum&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Das hat im Jahre 1973 die<a title="http://www.jstor.org/pss/800751" href="http://www.jstor.org/pss/800751" target="_blank"> erste US-Amerikanische</a> <a title="http://www.jstor.org/pss/800751" href="http://www.jstor.org/pss/800751" target="_blank">Prostituiertenorganisation</a> <a title="http://www.walnet.org/csis/groups/coyote.html" href="http://www.walnet.org/csis/groups/coyote.html" target="_blank">COYOTE</a> (Call Off Your Old Tired Ethics) betont.</p>
<p style="text-align:justify;">Sexarbeiter_innen sind in höherem Maße Opfer von <a href="http://peer.ccsd.cnrs.fr/docs/00/57/12/34/PDF/PEER_stage2_10.1177%252F1350506805048856.pdf">Gewalt</a>, <a href="http://womensissues.about.com/od/rapesexualassault/a/Wuornos.htm">Vergewaltigungen</a> und <a href="http://www.nij.gov/journals/255/prostitution_research.html">Mord</a> durch <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC26557/">Kunden</a>, Zuhälter oder durch andere Personen. Gewalt gegen Sexarbeiter_innen findet meistens in Kontexten statt, in denen Sexarbeiter_innen stigmatisiert, diskriminiert und teilweise auch kriminalisiert werden. Gewalt gegen Sexarbeiter_innen ist somit eine Form von staatlich geduldeter Gewalt. Dagegen richtet sich der heutige Tag.</p>
<p style="text-align:justify;">Anlass für die Einführung des Internationalen Tages gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen war eine Reihe von Morden von Sexarbeiterinnen in den 1980er Jahren in Seattle, WA. Es war der sogenannte &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,279026,00.html">Green River Killer</a>&#8221; &#8211; ein US-Amerikanischer Serien-Mörder &#8211; , der 2003, fünfzehn Jahre später, wegen 48 Morden an Sexarbeiterinnen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Laut Wikipedia bleiben <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gary_Ridgway">einige der Opfer bis heute unentdeckt</a>. Der Hass gegen Sexarbeiterinnen genauso wie ihre gesellschaftliche Verletzlichkeit und Schutzlosigkeit spielten eine zentrale Rolle bei den Morden, wie das <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/3245301.stm">öffentlich einsehbare</a> <a href="http://www.thesmokinggun.com/documents/crime/green-river-killers-chilling-confession">Geständnis</a> zeigt:</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption aligncenter">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.thesmokinggun.com/documents/crime/green-river-killers-chilling-confession"><img class=" wp-image-266 " title="Geständnis des &quot;Green River Killer&quot;" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/12/green-river-killer.jpg?w=500&#038;h=125" alt="Quelle: http://www.thesmokinggun.com/documents/crime/green-river-killers-chilling-confession" width="500" height="125" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Geständnis des &#8220;Green River Killer&#8221;</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-265"></span>Am heutigen Tag finden in <a title="http://www.sexworkeurope.org/" href="http://www.sexworkeurope.org/" target="_blank">Europa</a> und <a title="http://www.swopusa.org/dec17/event-locations/" href="http://www.swopusa.org/dec17/event-locations/">weltweit Aktionen, Veranstaltungen und Kampagnen</a> anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen, der seit 2003 honoriert wird, statt. Weitere Mordserien gegen Sexarbeiterinnen geben auch dieses Jahr wieder Anlass zur Beachtung dieses Tages. <a title="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,803830,00.html" href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,803830,00.html">In New York ist die Rede vom sogenannten &#8220;Dünen-Killer&#8221;,</a> obwohl es sich eigentlich um einen klassischen Prostituierten-Serienkiller handelt. Sein Ziel: Vermutlich die Welt von &#8220;Prostituierten zu reinigen&#8221; &#8211; so zumindest die Vermutung eines <a title="http://longislandserialkiller.com/our-profile-of-the-killer/" href="http://longislandserialkiller.com/our-profile-of-the-killer/">Blogs, das sich ausschließlich mit dem LISK &#8211; Long Island Serial Killer </a>beschäftigt. Warum werden Sexarbeiterinnen umgebracht? Warum werden sie gehasst? Warum glauben Menschen, sie dürften Sexarbeiter_innen ohne Sanktionen Gewalt zufügen, sie sogar töten?</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>Gegen Diskriminierung und Stigmatisierung</strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">Die <a title="http://oops.uni-oldenburg.de/volltexte/1999/688/pdf/kap5.pdf" href="http://oops.uni-oldenburg.de/volltexte/1999/688/pdf/kap5.pdf" target="_blank">Prostituiertenbewegung</a> und <a title="http://www.iusw.org/" href="http://www.iusw.org/" target="_blank">weltweit aktiven Sexarbeiter_innen-Organisatione</a>n sind sich in diesem Punkt einig. Die <a title="http://www.oeh.ac.at/blog/sexarbeiterinnen-sind-unter-uns-gegen-verdraengung-entrechtung-und-gewalt/" href="http://www.oeh.ac.at/blog/sexarbeiterinnen-sind-unter-uns-gegen-verdraengung-entrechtung-und-gewalt/" target="_blank">gesellschaftlich anerkannte Stigmatisierung und Diskriminierung von Sexarbeiter_innen ist dafür verantwortlich</a>. Sexarbeiter_innen werden durch Kriminalisierung und Nicht-Anerkunnung von Sexarbeit als legitime Erwerbstätigkeit an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Dadurch werden sie entrechtet &#8211; dadurch verlieren auch der Mord oder die Vergewaltigung einer Sexarbeiterin an gesellschaftlichem Interesse. Das Leben von Sexarbeiter_innen schein gesellschaftlich weniger Wert zu sein, als das anderer Menschen &#8211; immerhin &#8220;verkaufen sich&#8221; diese Personen &#8211; das sei ja schon abscheulich genug. Über Prostituierte wird in herabwürdigender und beleidigender Art und Weise gesprochen.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch auch Sexarbeiter_innen haben das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. In der <a title="http://www.swopusa.org/dec17/" href="http://www.swopusa.org/dec17/" target="_blank">aktuellen Kampagne</a> fordern sie dieses Recht ein und rufen die Lesben- und Schwulen-Community zur Solidarität auf. Homosexualität ist zwar inzwischen in weiten Kreisen der Gesellschaft akzeptiert, aber sie ist weiterhin Gegenstand von Diskriminierung &#8211; genauso wie Sexarbeit. Jeder Mensch hat das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ohne deshalb aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Auch Sexarbeiter_innen.</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>Gewalt gegen Sexarbeiter_innen und Slut Walks</strong></em></p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;"> “I&#8217;ve been told I&#8217;m not supposed to say this, however, <em>women should avoid dressing like sluts in order not to be victimized</em>.”</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Wer sich kleidet, wie eine Hure, soll sich nicht wundern, wenn er oder sie vergewaltigt wird. Dass ist der Kern der Botschaft des kanadischen Polizisten Michael Sanguinetti, die er am 24. Januar 2011 an der York University den Studentinnen mitteilte. Seitdem gab es weltweit Proteste &#8211; <a title="http://www.freitag.de/community/blogs/barbara-muerdter/slut-walk-fuer-sexuelle-selbstbestimmung-und-gegen-sexuelle-gewalt" href="http://www.freitag.de/community/blogs/barbara-muerdter/slut-walk-fuer-sexuelle-selbstbestimmung-und-gegen-sexuelle-gewalt">Slut Walks </a>- dagegen. Die Slut Walks richteten sich gegen den in dieser Botschaft enthaltenen Sexismus, gegen die Annahme, dass bestimmte Frauen durch ihre Kleidung Gewalt und sexuelle Übergriffe regelrecht anziehen und rechtfertigen würden.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit den Slut Walks  gingen Frauen auf die Strasse und schrieben &#8220;Sluts&#8221; auf ihre T-Shirts und forderten das Recht sexuelle Selbstbestimmung ein &#8211; egal, wie sie gerade angezogen sind. Frauen haben das Recht zu entscheiden, welche Kleidung sie tragen, ohne dabei Gewaltübergriffe fürchten zu müssen. Nicht die eigene Kleidung ist die Ursache von Gewalt sondern die Täter üben Gewalt aus und sind alleine für ihre Taten verantwortlich, egal welche Kleidung eine Frau gerade trägt. Dass eine Frau gekleidet ist, wie eine &#8220;Slut&#8221;, heißt weder, dass sie eine ist noch dass sie wie eine behandelt werden darf. Wie steht es aber mit sexuellen Übergriffen gegen Frauen, die ihr Geld mit dieser Arbeit als &#8220;Slut&#8221; verdienen?</p>
<p style="text-align:justify;">In der Botschaft von Sanguinetti ist tatsächlich auch eine andere Annahme enthalten, die kaum Aufsehen erregte: Huren sind Opfer von Gewalt und Viktimisierung und das ist Teil ihrer Tätigkeit. Gewalt, Vergewaltigung, sogar Mord seien Teil der &#8220;Berufsrisiken&#8221; von Sexarbeiter_innen. Wenn die Frau, die keine &#8220;Slut&#8221; ist, ihr Recht auf Selbstbestimmung reklamieren kann, ist dies für Sexarbeiter_innen weit schwieriger. In den USA kann eine Sexarbeiterin keine Strafanzeige wegen sexuellen Übergriffen stellen, weil sie erstens als Sexarbeiterin kriminalisiert ist und ihr nicht nur eine Verhaftung droht sondern auch<a title="http://www.rhrealitycheck.org/article/2011/12/15/ending-police-abuse-sex-workers" href="http://www.rhrealitycheck.org/article/2011/12/15/ending-police-abuse-sex-workers"> Erpressung, Gewalt und Vergewaltigung durch die Polizei</a>. Außerdem ist sie eine Sexarbeiterin und als solche gehört Vergewaltigung zu ihrem Beruf. Was auf die &#8220;Sluts&#8221; des Slut Walks zutrifft, ist für die Sexarbeiter_innen alltägliche Realität.</p>
<blockquote><p>The word “slut” is an act of violence. Not just metaphorically. It gives permission for people to rape us, and the person who wields it doesn’t have to lift a finger. It sends a signal: this one is fair game. Have at her. No one will blame you. <a title="http://feministing.com/2011/05/09/you-can-call-us-that-name-but-we-will-not-shut-up/" href="http://feministing.com/2011/05/09/you-can-call-us-that-name-but-we-will-not-shut-up/" target="_blank">Slut Walk Boston</a></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Inzwischen haben sich mehrere lokale  Slut Walk Gruppen auch für das Recht von Sexarbeiter_innen vor Gewalt sicher zu sein, ausgesprochen. Trotzdem rückt gerade dieses Thema in den Hintergrund.</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">No matter who you are<br />
No matter where you work<br />
No matter how you identify<br />
No matter how you flirt<br />
No matter what you wear<br />
No matter whom you choose to love<br />
No matter what you said before:</p>
<p style="text-align:justify;">NO ONE has the right to touch you without your consent. <a href="http://slutwalknyc.com/post/11103544826/like-many-people-who-lay-claim-to-the-word">SlutWalk NYC </a>is part of a worldwide grassroots movement challenging rape culture, victim-blaming and slut-shaming, and working to end sexual and domestic violence.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>Studierende finanzieren das Studium mit Sexarbeit</strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">Inzwischen werden immer wieder Untersuchungen veröffentlicht, dass auch viele Studierende, vor allem Studentinnen, Ihr Studium mit Sexarbeit als Nebenjob finanzieren. Im vergangenen Jahr hat sich eine Gruppe von Stipendiaten und Stipendiatinnen der Studienstiftung des deutschen Volkes mit dem Thema befasst. <a title="http://www.tagesspiegel.de/berlin/jeder-dritte-berliner-student-kann-sich-prostitution-als-job-vorstellen/4186434.html" href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/jeder-dritte-berliner-student-kann-sich-prostitution-als-job-vorstellen/4186434.html" target="_blank">In Berlin kann sich jede_r  dritte Studierende vorstellen, das Studium mit Sexarbeit zu finanzieren &#8211; jede_r 27. Studierende tut das tatsächlich. </a>Vergangene Woche sorgte <a title="http://www.bbc.co.uk/news/education-16157522" href="http://www.bbc.co.uk/news/education-16157522" target="_blank">ein ähnlicher Bericht in Großbritannien</a> für Aufmerksamkeit: Steigende Kosten, insbesondere Studiengebühren und Lebenshaltungskosten, führen dazu, dass immer mehr Studierende Ihr Studium mit Sexarbeit finanzieren. Dass gerade dieser Bereich Aufsehen erregt, nicht aber die Tatsache, dass viele Studierende für einen äußerst niedrigen, teilweise ausbeuterischen Stundenlohn arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen, sei Teil des Problems &#8211; <a title="http://courtisane.de/blog/?p=457" href="http://courtisane.de/blog/?p=457" target="_blank">so eine Bloggerin</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Tatsache, dass Studierende das Studium mit Sexarbeit verdienen zeigt, dass nicht notwendigerweise arme, drogenabhängige, und bildungsferne Frauen mit einem Mißbrauch-Hintergrund der Sexarbeit nachgehen, wie es das Cliché erfordert. Sexarbeiter_innen sind weder dumm noch gesellschaftsunfähig. Ganz im Gegenteil. Sie tun alles um in dieser Gesellschaft zu bleiben, um einen Hochschulabschluss zu erreichen &#8211; egal um welchen Preis. Das ist lobenswert und bewundernswert. Persönlich kann ich nur hoffen, dass sie die Gewalt und Ächtung, von der in diesem Beitrag so oft die Rede ist, nicht erleben. Denn wir wissen  inzwischen, dass Ächtung und Diskriminierung keine geringere Form von Gewalt ist als die physische &#8211; oder in den Worten einer Sexarbeiterin:</p>
<blockquote><p><em><a title="http://books.google.de/books?id=hsJsUZshs3cC&amp;pg=PA193&amp;lpg=PA193&amp;dq=“It's+the+stigma+that+hurts,+not+the+sex.+The+sex+is+easy.+Facing+the+world's+hate+is+what+breaks+me+down.“&amp;source=bl&amp;ots=wb5PO8tcRU&amp;sig=exa2PzaIB31Xy2p4ovmiPDYQdyM&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=Z6bsTve1D_D44QSekI2fCQ&amp;ved=0CB8Q6AEwAA#v=onepage&amp;q=“It's%20the%20stigma%20that%20hurts%2C%20not%20the%20sex.%20The%20sex%20is%20easy.%20Facing%20the%20world's%20hate%20is%20what%20breaks%20me%20down.“&amp;f=false" href="http://books.google.de/books?id=hsJsUZshs3cC&amp;pg=PA193&amp;lpg=PA193&amp;dq=“It's+the+stigma+that+hurts,+not+the+sex.+The+sex+is+easy.+Facing+the+world's+hate+is+what+breaks+me+down.“&amp;source=bl&amp;ots=wb5PO8tcRU&amp;sig=exa2PzaIB31Xy2p4ovmiPDYQdyM&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=Z6bsTve1D_D44QSekI2fCQ&amp;ved=0CB8Q6AEwAA#v=onepage&amp;q=“It's%20the%20stigma%20that%20hurts%2C%20not%20the%20sex.%20The%20sex%20is%20easy.%20Facing%20the%20world's%20hate%20is%20what%20breaks%20me%20down.“&amp;f=false" target="_blank">“It&#8217;s the stigma that hurts, not the sex. The sex is easy. Facing the world&#8217;s hate is what breaks me down.“</a></em></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>Gewalt gegen Sexarbeiter_innen und Menschenhandel </strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Blog geht es um Menschenhandel. Die meisten feministischen Organisationen, die sich mit Menschenhandel, Frauenhandel und Zwangsprostitution auseinandersetzen, fordern die Kriminalisierung der Prostitution ein. In Europa fordern inzwischen viele NGOs, wie die <a title="http://www.womenlobby.org/spip.php?rubrique187&amp;lang=en" href="http://www.womenlobby.org/spip.php?rubrique187&amp;lang=en" target="_blank">European Women&#8217;s Lobby</a> (EWL) oder Alice Schwarzer, die Kriminalisierung der Kunden. Nach dem <a title="http://www.zeit.de/2006/40/Schwedens-Freier" href="http://www.zeit.de/2006/40/Schwedens-Freier" target="_blank">schwedischen Modell soll die Kriminalisierung der Kunden</a> die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen bewirken. Dadurch erhofft man sich auch einen Rückgang der Fälle von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Diese Maßnahme, genauso wie die abolitionistischen Forderungen der EWL, sind vom <a title="http://action.web.ca/home/catw/attach/R%26T_Interview_with_Gunilla_Ekberg.pdf" href="http://action.web.ca/home/catw/attach/R%26T_Interview_with_Gunilla_Ekberg.pdf" target="_blank">Ideal der kompletten Abschaffung der Prostitution</a> inspiriert. Prostitution sei eine Form von Gewalt gegen Frauen im Patriarchat. Die Verknüpfung zwischen Prostitution und Gewalt sei also selbstverständlich. Prostitution sei Gewalt gegen Frauen.</p>
<p style="text-align:justify;">Aus diesem Grund interessiert sich auch keine dieser Personen und Organisationen für den Internationalen Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen. Dieser Tag wurde von Sexarbeiter_innen eingeführt, die für Rechte und Anerkennung kämpfen. Sie kämpfen nicht für die Abschaffung der Prostitution sondern für die Verbesserung der Rechte bei der Ausübung dieser Tätigkeit. Dieser Konflikt führt dazu, dass sich zwei feministische Gruppen bekämpfen, obwohl sie eigentlich das gleiche Ziel verfolgen: Frauen vor Gewalt schützen. Doch während Radikalfeministinnen die Prostitution verbieten wollen, auch um den Preis Sexarbeiter_innen selbst zu kriminalisieren, wie in den USA, fordern Sexarbeiter_innen die Möglichkeit ein, sich bei Akten von Gewalt an die Polizei zu wenden, ohne dort diskriminiert zu werden oder sogar weitere Gewalt zu erleben.</p>
<p style="text-align:justify;">Aktuelle Maßnahmen zur Bekämpfung der Zwangsprostitution und des Menschenhandels führen zu einer <a title="http://www.path.org/files/RHR-Article-2.pdf" href="http://www.path.org/files/RHR-Article-2.pdf" target="_blank">Verschlechterung des gesellschaftlichen Status und der Rechte von Sexarbeiter_innen</a>. Diese Ansicht vertreten fast alle Sexarbeiter_innen-Organisationen weltweit. Das Ziel dieser Maßnahmen ist oft nicht zu trennen von anderen Zielen, wie z.B. die Verdrängung der Prostitution und Sexarbeiter_innen aus bestimmten Stadtgebieten und die moralisch-religiös angehauchte Forderung nach der &#8220;Zwangs&#8221;Rettung von Prostituierten, die zu einer regelrechten &#8220;<a title="http://www.lauraagustin.com/die-weltwoche-review" href="http://www.lauraagustin.com/die-weltwoche-review" target="_blank">Rettungsindustrie</a>&#8221; geführt hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Keine Organisation, die gegen Menschenhandel kämpft, schreibt über den Internationalen Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen. Man muss sich also fragen: <em>Welche Ziele verfolgen diese </em><em>Organisationen, wenn nicht den Schutz von Menschen, insbesondere Sexarbeiter_innen vor Gewalt, Mord und Vergewaltigung? </em></p>
<p style="text-align:justify;">Auch<a title="http://fia.blogsport.de/2011/12/16/17-december-is/" href="http://fia.blogsport.de/2011/12/16/17-december-is/"> dieses Blog</a> beschäftigt sich mit dieser Frage.</p>
<p style="text-align:justify;">Weitere Artikel zum Thema auf  <a title="http://www.google.de/search?client=safari&amp;rls=en&amp;q=International+Day+to+End+Violence+Against+Sex+Workers&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8&amp;redir_esc=&amp;ei=uaDsTqvTHK3O4QStnrTdCA#sclient=psy-ab&amp;hl=de&amp;client=safari&amp;rls=en&amp;tbm=nws&amp;source=hp&amp;q=International+Day+to+End+Violence+Against+Sex+Workers+&amp;pbx=1&amp;oq=International+Day+to+End+Violence+Against+Sex+Workers+&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=14683l14683l3l14817l1l1l0l0l0l0l0l0ll0l0&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&amp;fp=a70726952963d4e8&amp;biw=1683&amp;bih=904" href="http://www.google.de/search?client=safari&amp;rls=en&amp;q=International+Day+to+End+Violence+Against+Sex+Workers&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8&amp;redir_esc=&amp;ei=uaDsTqvTHK3O4QStnrTdCA#sclient=psy-ab&amp;hl=de&amp;client=safari&amp;rls=en&amp;tbm=nws&amp;source=hp&amp;q=International+Day+to+End+Violence+Against+Sex+Workers+&amp;pbx=1&amp;oq=International+Day+to+End+Violence+Against+Sex+Workers+&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=14683l14683l3l14817l1l1l0l0l0l0l0l0ll0l0&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&amp;fp=a70726952963d4e8&amp;biw=1683&amp;bih=904" target="_blank">&#8220;Google News&#8221;</a></p>
<p style="text-align:justify;">
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/uber-das-blog/'>Über das Blog</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/diskriminierung/'>Diskriminierung</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/europa/'>Europa</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/feminismus/'>Feminismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenrechte/'>Menschenrechte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/prostitution/'>Prostitution</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/schweden/'>Schweden</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/sexarbeit/'>Sexarbeit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/usa/'>USA</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/abolition/'>Abolition</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/frauen/'>Frauen</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/prostituiertenbewegung/'>Prostituiertenbewegung</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexismus/'>Sexismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexualitat/'>Sexualität</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/slut-walk/'>Slut Walk</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/usa/'>USA</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/265/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=265&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">dsonja</media:title>
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			<media:title type="html">Violence against Sex workers ia a crime</media:title>
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			<media:title type="html">Geständnis des &#34;Green River Killer&#34;</media:title>
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		<title>Diplomatische Immunität und Menschenrechte?</title>
		<link>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/12/10/diplomatische-immunitat-und-menschenrechte/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 08:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mauricemey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die in Berlin ansässige Nichtregierungsorganisation Ban Ying setzt sich seit einigen Jahren für die Rechte von ausländischen Hausangestellten ein, die für Diplomat_innen tätig waren oder es noch sind. Für diese Personen besteht das Hauptproblem darin, dass sie gegenüber ihren Arbeitgeber_innen keine Rechte geltend machen können. Aufgrund der diplomatischen Immunität ihrer Arbeitgeber_innen haben diese Angestellten nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=258&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Die in Berlin ansässige Nichtregierungsorganisation Ban Ying setzt sich seit einigen Jahren für die Rechte von ausländischen Hausangestellten ein, die für Diplomat_innen tätig waren oder es noch sind. Für diese Personen besteht das Hauptproblem darin, dass sie gegenüber ihren Arbeitgeber_innen keine Rechte geltend machen können.</p>
<p style="text-align:justify;">Aufgrund der diplomatischen Immunität ihrer Arbeitgeber_innen haben diese Angestellten nicht die Möglichkeit, Arbeitnehmer_innenrechte – etwa auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Sozialversicherungsschutz oder eine angemessene Bezahlung – gerichtlich durchzusetzen (<a href="http://www.ban-ying.de/pageger/start.htm">Ban Ying</a> 2003: 20). Der Hauptgrund dafür ist, dass Diplomat_innen durch ihre diplomatische Immunität einen generellen Schutz vor Strafverfolgung im Gastland genießen. Im Falle einer Rechtsverletzung durch eine/n Diplomat_in können die Geschädigten keine Anklage erheben, ohne dass diese von den Gerichten des Gastlandes mit dem Verweis auf die diplomatische Immunität abgewiesen wird (vgl. <a href="http://taz.de/Ausbeutung-von-Hausangestellten/!80286/">TAZ</a>;  <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/ausbeutung-von-hausangestellter-was-duerfen-diplomaten-1.1160797">Süddeutsche</a>;  <a href="http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Sonstiges/pressemappe_PK_diplomatische_immunitaet_27_06_2011.pdf">Deutsches Institut für Menschenrechte 2011</a>: 4).</p>
<p style="text-align:justify;">Zudem verfügen die Hausangestellten von Diplomat_innen über keinen eigenen Aufenthaltsstatus, sondern dieser ist direkt an die Tätigkeit bei ihrer/m Arbeitgeber_in geknüpft. Im Falle einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses verlieren die Angestellten unverzüglich das Aufenthaltsrecht (vgl. <a href="http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Studie/domestic_workers_in_diplomats_households.pdf">Kartusch 2011</a>: 50). Der Großteil von Hausangestellten kommt laut <a href="http://www.ban-ying.de/pageger/start.htm">Nivedita Prasad</a> (2008: 95) aus asiatischen Ländern. Sie werden dort von Rekrutierungsagenturen angeworben, an die sich die Diplomat_innen wenden. Die Angestellten kommen also nicht zwangsläufig aus demselben Land wie die/der Diplomat_in.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-258"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Gerade die beiden rechtlichen Sonderregelungen – die diplomatische Immunität und der beschränkte Aufenthaltsstatus – schaffen in ihrer Kombination ein Machtgefälle zwischen Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen, das weit über eine üblicherweise zwischen Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen bestehende Hierarchie hinausgeht (vgl. Ban Ying 2003: 19). Sie begünstigen auch eine äußerst prekäre Lebenssituation, in der die Hausangestellten erpresst, ausgebeutet, physisch und psychisch unter Druck gesetzt werden können.</p>
<p style="text-align:justify;">Im August 2010 waren in Deutschland 249 Arbeitsverhältnisse zwischen Diplomat_innen und Hausangestellten aus dem nichteuropäischen Ausland beim Auswärtigen Amt registriert. Von Januar 2008 bis Mitte des Jahres 2010 wurden insgesamt 11 Fälle von Verstößen gegen das Arbeitsrecht beim Auswärtigen Amt angezeigt (Kartusch 2011: 20).</p>
<p style="text-align:justify;">Ban Ying machte außerdem auf mehrere Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Form von gewaltsamen Übergriffen, Misshandlungen und Freiheitsentzug gegenüber Hausangestellten aufmerksam. Besonders die Geschichten von Frau Hasniati aus Indonesien, die bei einem jemenitischen Diplomaten angestellt war  (Prasad 2008: 98), und von der ebenfalls aus Indonesien eingereisten <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/was-duerfen-diplomaten/5823518.html">Dewi Ratnasari</a>, die für einen saudischen Diplomaten arbeitete, sorgten für Aufsehen. Beide Frauen waren von Gewalt und gesundheitsgefährdenden Lebensbedingungen extrem betroffen. Frau Hasniati gelang es nur, sich zu befreien, da sie wegen einer Tuberkulose Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen werden musste (vgl. ebd.). Dewi Ratnasari wurde von ihrem Arbeitgeber und von dessen Familie geschlagen und verbal gedemütigt.</p>
<p style="text-align:justify;">Insgesamt stellte Ban Ying fest, dass die Hausangestellten, die durch ihre Organisation unterstützt wurden, in der Regel zwischen 10 und 19 Stunden täglich sieben Tage die Woche arbeiteten, keine angemessene Bezahlung erhielten oder der Lohn nicht ausbezahlt wurde, sowie häufig die Wohnung ihrer/s Arbeitgeber(s)_in  nicht verlassen durften (vgl. Ban Ying 2003: 11 f.). Das deutsche Institut für Menschenrechte schreibt außerdem: &#8220;<em>Fälle von Arbeitsausbeutung in Privathaushalten von Diplomaten und Diplomatinnen gibt es quer durch Westeuropa. Das Spektrum reicht von der &#8220;einfachen&#8221; wirtschaftlichen Ausbeutung bis hin zu sklavereiähnlichen Verhältnissen. Dies zieht verschiedene Rechtsverletzungen nach sich, wie zum Beispiel Körperverletzung, Menschenhandel oder Lohnwucher</em>&#8221; (Deutsches Institut für Menschenrechte 2011: 6).</p>
<p style="text-align:justify;">Die besagten Fälle von Frau Hasniati und Dewi Ratnasari haben sehr deutlich gezeigt, wie ausweglos die Situation für die Angestellten aufgrund der eingangs geschilderten rechtlichen Rahmenbedingungen sein kann. Auch in diesen extremen Fällen erfolgte keine Verurteilung der Täter. Es stellt sich somit zunehmend die Frage, ob das Privileg der Immunität für Diplomat_innen angemessen ist, wenn es sich um Verstöße gegen das Arbeitsrecht in einem Ausmaß handelt, dass sogar grundlegende Freiheits- und Menschenrechte verletzt werden, und wenn Gewalt und Misshandlungen nachgewiesen werden können. Offensichtlich wird bei solchen Vergehen der Zweck der diplomatischen Immunität – die effiziente Ausführung der diplomatischen Mission sicherzustellen (Kartusch 2011: 16) – über die Menschenrechte der Betroffenen gestellt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ban Ying und das deutsche Institut für Menschenrechte setzen sich derzeit dafür ein, die diplomatische Immunität in speziellen Fällen, besonders aber bei Verstößen gegen die Menschenrechte, aufzuheben (vgl. <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/ausbeutung-von-hausangestellter-was-duerfen-diplomaten-1.1160797">Süddeutsche</a>).</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/258/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/258/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/258/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/258/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/258/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/258/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/258/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/258/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/258/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/258/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/258/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/258/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/258/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/258/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=258&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">mauricemey</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Leiharbeit: Mensch zu vermieten!</title>
		<link>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/11/26/leiharbeit-mensch-zu-vermieten/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 08:38:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thinkaboutnow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Leiharbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>

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		<description><![CDATA[„Leiharbeit ist ungesetzlich und reduziert Menschen zu persönlichem Besitz.“ So lautet das Urteil von Richter Carles Parker vom obersten Gericht Namibias im Jahr 2009, in dem Leiharbeit in Namibia offiziell unter Strafe gestellt wurde. Begründet wurde dieses Urteil unter anderem damit, dass in einem Leiharbeitsverhältnis die_der Lohnabhängige selbst zu einer Ware deklassiert wird, und deren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=113&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">„Leiharbeit ist ungesetzlich und reduziert Menschen zu persönlichem Besitz.“ So lautet das Urteil von Richter Carles Parker vom obersten Gericht Namibias im Jahr 2009, in dem Leiharbeit in Namibia offiziell unter Strafe gestellt wurde. Begründet wurde dieses Urteil unter anderem damit, dass in einem Leiharbeitsverhältnis die_der Lohnabhängige selbst zu einer Ware deklassiert wird, und deren Verkauf an Dritte somit möglich gemacht wird. (<a href="http://www.medienkombinat-berlin.de/artikel/namibia-verbietet-leiharbeit">1</a>) Eine solches Urteil muss verwundern, wenn mensch sich die Tendenzen in Bezug auf Leiharbeit und die Vorliebe für diese Art der Lohnarbeit einiger Politiker_innen (<a href="http://diestandard.at/1224776349439/GenderSprache-Raum-fuer-_">2</a>) in Deutschland, dem Land der vielgepriesenen sozialen Marktwirtschaft, betrachtet. (<a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/33555673_kw08_de_leiharbeit/index.html">3</a>) Auch scheint bei den meisten Gewerkschaften, wie z. B. der IG-Metall, Leiharbeit grundsätzlich nicht zur Debatte zu stehen, stattdessen wird sich meist nur über die Konditionen gestritten. (<a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-ED31F813-07D95B0F/internet/style.xsl/diw-studie-zu-viel-leiharbeit-schadet-der-wettbewerbsfaehigkeit-8287.htm">4</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Doch was ist Leiharbeit eigentlich? Wie wird sie organisiert?</p>
<p style="text-align:justify;">Leiharbeit ist eine Form von Lohnarbeit im kapitalistischen Produktionsprozess. Sie unterscheidet sich aber von einem „normalen“ Lohnarbeitsverhältnis in Bezug auf die sogenannte doppelte Freiheit der Arbeiter_innen, denn die Wahlmöglichkeit, wem die eigene Arbeitskraft angeboten wird, ist hier nicht vorhanden. Leiharbeit wird auch oft als Zeitarbeit oder als Arbeitnehmer_innenüberlassung bezeichnet. Konkret bedeutet das, dass Arbeiter_innen durch eine Vermittlungsfirma zur Arbeit bei einem dritten Unternehmen, den Entleiher_innen, ausgeliehen werden. Es besteht hier also eine Dreierbeziehung zwischen Arbeiter_in, Verleiher_in und Entleiher_in. Die_der Verleiher_in verlangt von der_dem Entleiher_in Geld für die_den geliehene_n Arbeiter_in. Zwischen Verleiher_in und Entleiher_in wird ein Vertrag, der sog. Personalservicevertrag geschlossen. Angestellt und bezahlt ist die_der Arbeiter_in durch das verleihende Unternehmen. Die Rechte der Leiharbeiter_innen werden zurzeit im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt. (<a href="http://www.gesetze-im-internet.de/a_g/BJNR113930972.html">5</a>)</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-113"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Bis um Jahr 1967 lag das Monopol auf Arbeiter_innenüberlassung bis auf wenige Ausnahmen bei der Bundesanstalt für Arbeit. Nach diversen Klagen durch Leiharbeitsfirmen wurde das Monopol jedoch ausgebaut und 1972 das AÜG erlassen. Hier werden arbeitsrechtliche Beziehungen zwischen Verleiher_in und Leiharbeiter_in geregelt, nicht aber zwischen Ver- und Entleiher_in. Dabei wurde erlaubt, den Leiharbeiter_innen einen Lohn unter der tariflichen Vergütung auszuzahlen. Diese Erlaubnis wird unter Vorbehalt gewährt. Am 01.01.2004 trat eine Änderung des AÜG zugunsten der Leiharbeiter_innen in Kraft, Stichwort „equal pay“ und „equal treatment“. (<a href="http://www.zeitarbeit-und-recht.de/tce/frame/main/674.htm">6</a>) Jedoch gibt es diverse Möglichkeiten, das Gleichbehandlungsgesetz zu umgehen. So kann unter anderem ein Tarifvertrag zwischen Entleiher_innen, sog. „gelben Gewerkschaften“ und den Verleiher_innen diesen Grundsatz umgehen. Auf diese Weise konnten z. B. so genannte Christliche „Gewerkschaften“ wie die CGZP „Dumpinglöhne“ aushandeln. Ein Gerichtsurteil des BAG aberkannte dem praktizierenden Dachverband „CGZP &#8211; christliche Gewerkschaften für Zeitarbeit“ 2009 die Tariffähigkeit. (<a href="http://wirtschaft.t-online.de/bundesarbeitsgericht-bag-stoppt-christliche-leiharbeit-gewerkschaft/id_43742038/index">7</a>) Neben „CGZP“ gibt es aber auch Tarifverträge zwischen der „Tarifgemeinschaft DGB“ und dem „Bundesverband Zeitarbeit“ (BZA) sowie zwischen dem „Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen“ (iGZ) und dem deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Diese Tarifverträge sind jedoch nur minimal besser – 7,60 € im Westen und 6,65 € im Osten Deutschlands. Trotz des BAG – Urteils gelten die Tarifverträge des DGB weiterhin, von denen rund 500 000 Leiharbeiter_innen davon betroffen sind. Die Rufe nach Mindestlohn des DGB werden unglaubwürdig, wenn die Tarifverträge mit BZA und iGZ ständig verlängert werden. Der Charakter der Leiharbeit bleibt außerdem neben dem grundsätzlichen Zwangs- und Ausbeutungscharakter von Lohnarbeit (8) auch mit Mindestlohn erhalten: unsichere Arbeitsverhältnisse und das Ausleihen der Ware Arbeitskraft, die die Einschränkung der Wahl der Arbeiter_innen, wem sie ihre Arbeitskraft anbieten, bedeutet. Ziel dieser Politik ist, dass Leiharbeiter_innen auch weiterhin flexible, billige Arbeitnehmer_innen, billige Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt sind, um Löhne der Stammbelegschaften zu drücken und so die Arbeitskraft kapital- und profiteffizient zu verwerten. Das ist schließlich der Sinn der (Lohn-)Leiharbeit.</p>
<p style="text-align:justify;">In Deutschland sind derzeit etwa 1 Million Menschen in Leiharbeitsverhältnissen bei ca.      17.000 Leiharbeitsfirmen beschäftigt, Tendenz steigend. (<a href="http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/244170/publicationFile/119019/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung-1HJ2010.pdf">9</a>) Im Jahr 2001 waren es „nur“ 350.000 Menschen. Leiharbeiter_innen verdienen rund 30-50% weniger als die Stammbelegschaft. Dies hat unter anderem geringere Steuerzahlungen und damit eine geringe Einzahlung in das Sozialsystem zur Folge. Mangelnde Einzahlungen in die Rentenkasse wiederum haben Altersarmut als direkte Konsequenz. Zuschläge, Urlaubs- oder gar Weihnachtsgeld für Leiharbeiter_innen fallen niedriger aus bzw. entfallen ganz. Das Verhältnis zwischen Verleiher_in und Entleiher_in, wie auch zwischen den Leiharbeiter_innen und der Leiharbeitsfirma ist jederzeit kündbar. Leiharbeiter_innen sind somit enormer psychischer, finanzieller und sozialer Unsicherheit ausgeliefert. Ein kontinuierliches (Arbeits-)Leben ist kaum möglich, denn das Risiko des Arbeitsplatzverlustes ist dadurch erheblich höher als bei „normalen“ Arbeiter_innen &#8211; 60% der Leiharbeiter_innen sind nicht länger als 3 Monate beschäftigt, ca. 13% der Leiharbeiter_innen müssen Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Verbreitete Praxis ist es, Teile der Stammbelegschaft zu entlassen und als Leiharbeiter_innen zu weitaus geringeren Konditionen wieder einzustellen. (<a href="http://www.dgb.de/themen/++co++2886cf3e-3298-11e0-6480-00188b4dc422">10</a>) Arbeiter_innen, die auf ein Visum angewiesen sind, müssen sich teilweise sogar zur Leiharbeit zwingen lassen, um ihr Visum zu behalten, wie die Süddeutsche Zeitung am 04.10.2011 auf der Titelseite berichtete. (<a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/leiharbeiter-schuften-bis-zum-umfallen-1.1155087">11</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Nach kritischer Betrachtung wird der generell fade Beigeschmack von Lohnarbeit in seiner „modernen“ Ausprägung in Form von Leiharbeit nochmal um einiges ungenießbarer und es zeigt sich hier auch nochmal deutlich, um was es eigentlich im Kapitalismus geht: den maximalen Profit und nicht den einzelnen Menschen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/arbeit/'>Arbeit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gewerkschaften/'>Gewerkschaften</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/leiharbeit/'>Leiharbeit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/marx/'>Marx</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/113/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=113&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Unfreie freie Arbeit?</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 20:56:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thinkaboutnow</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Arbeitsplätze müssen wohl etwas Tolles und Wünschenswertes sein!“. Auf diesen Gedanken könnte mensch zum Beispiel bei der Betrachtung des Berliner Wahlkampfes 2011 verschiedener Parteien um parlamentarische Mehrheit im Abgeordnetenhaus von Berlin und dem damit verbundenen Diskurses kommen. In diesem Wahlkampf wurde unter anderem mit dem Versprechen, neue Arbeitsplätze bzw. Lohnarbeitsverhältnisse, zu schaffen, auf Wähler_innenfang (1) [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=116&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">„Arbeitsplätze müssen wohl etwas Tolles und Wünschenswertes sein!“. Auf diesen Gedanken könnte mensch zum Beispiel bei der Betrachtung des Berliner Wahlkampfes 2011 verschiedener Parteien um parlamentarische Mehrheit im Abgeordnetenhaus von <em>Berlin</em> und dem damit verbundenen Diskurses kommen. In diesem Wahlkampf wurde unter anderem mit dem Versprechen, neue Arbeitsplätze bzw. Lohnarbeitsverhältnisse, zu schaffen, auf Wähler_innenfang (<a href="http://diestandard.at/1224776349439/GenderSprache-Raum-fuer-_">1</a>) gegangen. (<a href="http://www.spd.de/Politik/8774/guter_lohn_fuer_gute_arbeit.html">2</a>/<a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article1689008/Gruene-wollen-100-000-Arbeitsplaetze-schaffen.html">3</a>/<a href="http://bvv.vdk-berlin.de/aktuelles/berlin-schafft-sich-nicht-ab---das-wahlprogramm-der-berliner-npd/">4</a>) Den Kampf um Arbeitsplätze haben alle etablierten Parteien gemein, ob z.B. NPD, CDU, Grüne oder die Linke, auch wenn die Details diesbezüglich durchaus variieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Aus diesem Grund sollte mensch sich die vielgepriesene „freie Arbeit“, also Lohnarbeit, vielleicht ein wenig genauer anzuschauen. Die wohl korrekteste Theorie der Lohnarbeit hat meines Erachtens Karl Marx Mitte des 19. Jahrhunderts formuliert (<a href="http://books.google.de/books?id=RkuSKsI7uPcC&amp;lpg=PA32&amp;pg=PA57#v=onepage&amp;q=marx&amp;f=false">5</a>). Auch wenn einiges, was er postuliert hat, durchaus kritikwürdig ist, z.B. die historische Abhängigkeit verschiedener Produktionsverhältnisse (<a href="http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_k/klassenlos.html">6</a>) oder die Frage nach Haupt- und Nebenwiderspruch (<a href="http://www.emanzipation-im-sozialismus.de/seite-3.html">7</a>), so erscheint mir die marxsche Analyse des derzeitig hegemonialen Wirtschaftssystems, sprich des kapitalistischen Produktionsverhältnisses, dessen Basis eben die Lohnarbeit ist, durchaus richtig.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-116"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Marx versteht unter Produktionsverhältnissen (<a href="http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm">8</a>) ganz allgemein die Gesamtheit der sozial-ökonomischen Beziehungen. Sie werden dadurch bestimmt, in wessen Eigentum sich die Produktionsmittel (<a href="http://www.politisches-woerterbuch.de/index.php/Produktionsmittel">9</a>) befinden und dementsprechend ob bzw. welche Klassenverhältnisse herrschen. Alle Menschen einer Gesellschaft sind im Prozess der Produktion, des Austausches und der Verteilung der materiellen Güter diesen Verhältnissen unterworfen, das heißt, das gesamte gesellschaftliche System wird durch die Produktionsverhältnisse bestimmt.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Kapitalismus lassen sich nach Marx zwei (Haupt-)Klassen identifizieren. Auf der einen Seite die Bourgeoise bzw. die Klasse der Kapitalist_innen, welche die zur Produktion notwendigen Produktionsmittel, also Fabriken, Maschinen etc. besitzen, und die heutigem Diskurs meist Arbeitgeber_innen genannt werden. (<a href="http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm#Kap_I">10</a>) Diese Klasse sei mit der „herrschenden Klasse“ gleichzusetzen, nach deren Interessen die Gesellschaft strukturiert ist und deren Gedanken die öffentliche Meinung und Ideologie und somit das gesellschaftliche Bewusstsein bestimmen: „Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“ (<a href="http://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1848/manifest/2-prolkomm.htm">11</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Auf der anderen Seite identifiziert Marx sog. das Proletariat, bzw. die Klasse der Arbeiter_innen. Entscheidend ist hier, dass diese keine eigenen Produktionsmittel besitzen und deshalb gezwungen sind, Lohnarbeit zu verrichten. „Die Arbeitskraft  ist also eine Ware, die ihr Besitzer, der Lohnarbeiter, an das Kapital verkauft. Warum verkauft er sie? Um zu leben.” (<a href="http://www.mlwerke.de/me/me06/me06_397.htm">12</a>) Ihr Lohn sei in etwa so bemessen, dass die eigene Arbeitskraft „reproduziert“ werden kann, also die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse garantiert wird. Der ökonomische Zwang ersetzt hier im Gegensatz zu früheren Produktionsweisen, wie z.B. in einer auf Leibeigenschaft basierenden Produktionsweise, nicht-ökonomische Zwänge, wie in etwa physischen Freiheitsentzug. Garantiert wird dies durch den Staat und das von ihm durchgesetzte Recht auf Eigentum, also auch auf Produktionsmittel.</p>
<p style="text-align:justify;">Formell bzw. rechtlich sind in der bürgerlichen Gesellschaft alle Mitglieder frei und rechtsgleich, de facto aber können die Lohnarbeiter_innen nur wählen, an wen sie ihre eigene  Arbeitskraft verkaufen, d. h. von wem sie sich die „ökonomischen Ketten“ anlegen lassen. Solange das Recht auf Eigentum an Produktionsmitteln besteht, bedeutet juristische Gleichheit somit zwangsläufig eine soziale und ökonomische Ungleichheit. Arbeiter_innen sind zwar von persönlichen, physischen und langfristigen rechtlichen Abhängigkeiten frei, denn die Lohnarbeiter_innen können einzelnen Kapitalisten_innen kündigen. Sie stehen aber in einem Abhängigkeitsverhältnis gegenüber der Kapitalist_innenklasse als Ganze.</p>
<p style="text-align:justify;">Die_der Kapitalist_in hat ein Interesse an einem möglichst hohen Profit. (<a href="http://www.mlwerke.de/me/me16/me16_101.htm">13</a>) Dieser wird erreicht, indem die Differenz zwischen dem, was ein_e Arbeiter_in „kostet“ und dem, was das Produkt auf dem Warenmarkt kostet, das diese_r herstellt, möglichst hoch ausfällt. Diese Differenz nennt Marx den Mehrwert. Der Mehrwert wird von den Arbeiter_innen erwirtschaftet und von den Kapitalist_innen abgeschöpft. Damit teilt sich die Arbeitszeit in zwei Teile. Einerseits die Zeit in der der Gegenwert des Lohnes erwirtschaftet wird, andererseits die Zeit in der unbezahlte Mehrarbeit geleistet wird, also Profit geschaffen wird. Je weiter die_der Kapitalist_in den Arbeitslohn senkt, desto größer wird der Mehrwert und damit der Profit. Je mehr Profit die_der Kapitalist_in erwirtschaftet, desto mehr kann sie_er in weiteres Kapital reinvestieren, was wiederum zu noch größerem Profit und Vorteilen im zukünftigen Konkurrenzkampf mit anderen Kapitalist_innen führt. Dadurch kommt es zur sogenannten Akkumulation, also der Anhäufung, von Kapital. (<a href="http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_605.htm">14</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Im Gegensatz dazu hatten die Produktionsverhältnisse der auf Sklaverei und damit sogenannter unfreier Arbeit beruhenden Gesellschaft ihre Grundlage darin, dass nicht nur die Produktionsmittel Eigentum der Sklav_innenhalter_innen waren, sondern auch die Produzent_innen selbst, also die Sklav_innen. Auf diese Weise wurde die Verbindung von Produktionsmitteln und Produzent_innen hergestellt. Die_der Sklav_in galt als eine Sache – ein Besitz, sein_e Besitzer_in konnte relativ frei über sie_ihn physisch verfügen. Die Sklav_innen wurden nicht nur ökonomisch durch eine Mehrwertabschöpfung ausgebeutet, sie konnten auch wie eine Ware verkauft und gekauft werden. (<a href="http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_s/sklaven.html">15</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">„Moderne“ Arbeiter_innen sind demgegenüber keine Ware, allerdings sind sie durch ökonomische Gründe gezwungen, ihre Arbeitskraft als Ware zu verkaufen. Eine trennscharfe Unterscheidung von freier und unfreier Arbeit ist somit unter anderem deshalb fraglich.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/sklaverei/'>Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/theorie/'>Theorie</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/arbeit/'>Arbeit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/freiheit/'>Freiheit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/marx/'>Marx</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sklaverei/'>Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/soziales/'>Soziales</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/wirtschaft/'>Wirtschaft</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/116/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/116/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/116/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/116/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/116/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/116/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/116/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/116/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/116/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/116/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/116/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/116/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/116/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/116/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=116&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tanzjungen in Afghanistan &#8211; Menschenhandel getarnt als Brauch?</title>
		<link>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/11/12/lokaler-menschenhandel-als-alter-brauch-getarnt-im-kriegszerstortem-afghanistan/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 00:38:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staalneve</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Jahre 2010 beschäftigte sich die amerikanische und britische Presse mit einer neuen Geschichte. Es geht um sogenannte „Tanzjungen“ oder, in der lokalen Sprache Dari, „Bacha bazis“, die die UN-Sondergesandte für Kinder Radhika Coomaraswamy als eine Art “Art sexueller Leibeigenschaft Minderjähriger zwischen elf und 16 Jahren” bezeichnet. Kurz: es handelte sich um homosexuelle Kinderprostitution. Soldaten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=212&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p lang="de-DE" align="JUSTIFY">Im Jahre 2010 beschäftigte sich die amerikanische und britische Presse mit einer neuen Geschichte. Es geht um sogenannte „Tanzjungen“ oder, in der lokalen Sprache Dari, „Bacha bazis“, die <a title="Die Welt" href="http://www.welt.de/politik/ausland/article9189064/Baccha-Baazi-Afghanistans-Kinderprostituierte.html">die UN-Sondergesandte für Kinder Radhika Coomaraswamy</a> als eine Art “Art sexueller Leibeigenschaft Minderjähriger zwischen elf und 16 Jahren” bezeichnet. Kurz: es handelte sich um homosexuelle Kinderprostitution.</p>
<p align="JUSTIFY">Soldaten und Söldner der Streitmacht, die in Afghanistan zusammen mit den einheimischen Regimentern für Ordnung sorgen sollten, sind in dieser Zusammenarbeit mit einer Vielzahl kultureller Unterschiede konfrontiert. Viele Soldaten fühlten sich wegen den homosexuellen Annäherungen ihrer Afghanischen Kollegen angeekelt. Auf Nachfrage der Britischen Befehlshaber im Gebiet Helmand, förderte das Pentagon eine Untersuchung über die Praktiken der <em><a title="Der Rapport" href="http://www.scribd.com/doc/39111225/Pashtun-Sexuality">Pashtun Sexuality</a> </em>unter der Führung von Anna Maria Cardinalli, einer Doktorin der komparativen Theologie.</p>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY">Was aber hat die „Entdeckung“ dieser Form der Kinderprostitution gezeigt?</p>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY"><span id="more-212"></span></p>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY">Im Zentrum dieser Geschichte stehen junge Männer und Jungen, die als Frauen verkleidet in Afghanischen “Herren-Clubs” für Unterhaltung sorgen. Sie tanzen, singen oder spielen Instrumente. Oft wird es auch erwartet, daß sie den Gästen geschlechtlich zur Verfügung stehen. Wirtschaftlich, wie auch sozial stehen die Knaben auf der niedrigsten Ebene der Gesellschaft. Angeworben werden sie meistens aus ärmeren Kreisen, sie werden auf der Straße entführt oder von ihren Eltern an Zuhältern verkauft. Armut und Hunger stellen starke Faktoren dar, die die Jungs zum mitmachen <em>zwingt</em>. An einem Abend können bis zu zwei Dollar verdient werden.</p>
<p align="JUSTIFY">Cardinalli schreibt, daß es sich hier um einen sehr alten Brauch handelt, der noch immer bei vielen der Afghanischen Völkern verankert sei. Es ist möglich, daß er von den Generälen Alexanders nach ihrer Eroberung dieser Bergwelt als Teil des Pan-Hellenismus verbreitet wurde. Tausend Jahre Islamische Mission bedeuteten keineswegs das Ende dieser Praktiken. Im Islamismus gilt ein Verständnis des Geschlechtsverkehrs, das dem Katholizismus sehr ähnlich ist. Gleichzeitig könnte der relative Schutz der Frau, der im Islam stark ist, sogar die “Notwendigkeit” des Brauches gestärkt haben, so der Bericht. Zugang zu Frauen bekommen Afghanische Männer hauptsächlich durch die Heirat, was für die meisten sehr teuer ist. Für manche bleibt es auch einfach unerschwinglich. Die Frauen verbleiben von der Familie eingesperrt und dürfen auch nicht ein öffentliches Leben führen. Aus diesen Gründen wird die Befriedigung des Geschlechtstriebes auf den als Frau verkleideten Jungen übertragen.</p>
<p align="JUSTIFY">Während der Herrschaft der “puritanischen” Taliban (von etwa 1995 bis 2001) wurde der Brauch kriminalisiert, wie vieles andere auch, das der Unterhaltung diente. Mit der Beseitigung der Talibanherrschaft durch die Amerikanische Besatzung, blühte der Brauch jedoch wieder auf. Qobil, Reporter von der BBC, bekam bei <a title="Seine Reportage" href="http://www.bbc.co.uk/news/world-south-asia-11217772">seiner Untersuchung</a> unter anderem diese Erklärung von einem Mann, der behauptete selbst Zuhälter von Jungs zu sein:</p>
<blockquote>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY">„<em>Some people like dog fighting, some practice cockfighting &#8211; everyone has their hobby, and for me, it&#8217;s bacha-baze.”</em></p>
</blockquote>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY">Das Ansehen von Sodomiten wird in dieser Kultur nicht unbedingt negativ von diesem Handeln beeinflußt. Wohl auch deshalb, weil es ein Machtverhältnis wiederspiegelt, wo er die „dominante Position“ einnimmt und die männliche Geschlechterrolle erfüllt. Das gesellschaftliche Ansehen des <a title="Der &quot;Empfenger&quot;" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Catamite">Katamiten</a> hingegen ist weitgehend beschädigt. Er wird durch den Akt „entmännlicht“ und verliert somit seine männliche Geschlechterrolle. Wer als Tanzjunge bekannt ist, kann z.B. nicht mehr heiraten.</p>
<p align="JUSTIFY">Die Arbeit von Cardinalli ist jedoch umstritten. Die Art und Weise, wie die Presse sich darauf bezogen hat, ist teilweise sehr spekulativ und unkritisch gewesen. Zwei Anthropologen mit zentral-asiatischer Spezialisierung <a title="Sein Artikel" href="http://zeroanthropology.net/2010/12/28/afghanistan-the-imperial-occupations-own-dancing-boys/">Forte</a> und <a title="Sein Artikel" href="http://zeroanthropology.net/2010/09/07/the-%E2%80%98dirty-secrets%E2%80%99-that-purify-a-dirty-war-a-colonial-tale-of-dancing-boys-a-journalist-and-the-human-terrain-system-in-afghanistan/">Jamil Hanifi</a><span style="font-size:x-small;">, </span> sind von der Arbeit Cardinallis nicht beeindruckt. Einerseits behaupten sie, daß der Brauch isoliert sei, genauso wie die Mißbrauchsfälle von Kindern in der Kirche in den letzten Jahren, und andrerseits, daß er als entfremdende Propagandamaßnahme durch das Pentagon aufgeblasen wurde. Beide nutzen aber ihre Artikel als einen generellen Angriff gegen die amerikanische Besetzung, und auf Cardinalli selbst, da letztendlich „die USA an allem Schuld“ sei. Dies schwächt ihre Botschaft jedoch beträchtlich, weil sie letztendlich nicht besonders ausgewogen dasteht.</p>
<p align="JUSTIFY">In Kriegsgebieten wo es an allem mangelt, ist es in Afghanistan, wie auch an so vielen anderen Orten, nicht selten daß Menschen ihren Körper für sexuelle Dienstleistungen verkaufen oder dazu gezwungen werden. Das besondere am Fall Afghanistan ist, daß es sich hier hauptsächlich um minderjährige Jungen handelt (es sei denn, Cardinalli und das Pentagon haben uns etwas vorgetäuscht). Es ist ein Beleg dafür, daß Zwangsprostitution und Sexsklaverei, ebenso wie Prostitution allgemein nicht immer nur Frauen trifft. Menschenhandel und sexuelle Nötigung kann in vielen Formen auftreten und das sollten wir bei der Betrachtung dieser Phänomene nie vergessen.</p>
<p align="JUSTIFY">Von <a href="http://jetfighterbicyclerack.wordpress.com">Nils Johann</a></p>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY"><strong>Literatur:</strong></p>
<p lang="de-DE" align="JUSTIFY">El-Rouayheb, K.: Before Homosexuality in the Arab-Islamic World, 1500-1800, University of Chicago Press, Chicago and London, 2005.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/koloniale-herrschaft/'>Koloniale Herrschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/prostitution/'>Prostitution</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/usa/'>USA</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/enduring-freedom/'>"Enduring Freedom"</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/afghanistan/'>Afghanistan</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/anna-maria-cardinalli/'>Anna Maria Cardinalli</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/bacha-baze/'>bacha-baze</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/forte/'>Forte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/jamil-hanifi/'>Jamil Hanifi</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/koloniale-herrschaft/'>Koloniale Herrschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/kultur/'>Kultur</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/pashtun-sexuality/'>Pashtun Sexuality</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/padophilie/'>Pädophilie</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexualitat/'>Sexualität</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/tanz/'>Tanz</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/212/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/212/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/212/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/212/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/212/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/212/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/212/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=212&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Lebensgefährliche Flucht aus Nordkorea</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 09:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mauricemey</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Jahr 2009 veröffentlichte der WDR einen Dokumentarfilm, der die lebensgefährliche Flucht vieler Nordkoreaner_innen aus dem Grenzgebiet von Nordkorea und China thematisiert. Alexandre Dereims, Hark Jun Lee und In Taek Jung haben hierfür eine Gruppe nordkoreanischer Flüchtlinge auf ihrem Fluchtweg bis nach Thailand (Bangkok) begleitet, oftmals riskierten sie dabei ihre eigene Sicherheit (wie ein Fall [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=177&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Im Jahr 2009 veröffentlichte der WDR einen Dokumentarfilm, der die lebensgefährliche Flucht vieler Nordkoreaner_innen aus dem Grenzgebiet von Nordkorea und China thematisiert. Alexandre Dereims, Hark Jun Lee und In Taek Jung haben hierfür eine Gruppe nordkoreanischer Flüchtlinge auf ihrem Fluchtweg bis nach Thailand (Bangkok) begleitet, oftmals riskierten sie dabei ihre eigene Sicherheit (<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,646532,00.html" target="_blank">wie ein Fall zweier amerikanischer Journalistinnen verdeutlicht</a>).</p>
<p style="text-align:justify;">Der Kollaps der nordkoreanischen Wirtschaft Anfang der 1990er Jahre, der mit einer Hungersnot einherging die schätzungsweise 2 Millionen Menschen das Leben gekostet hat (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=41Vee4Y53Mc" target="_blank">Filmpart: 1</a>), veranlasste Tausende die Flucht nach China und darüber hinaus zu wagen (<a href="http://www.crisisgroup.org/~/media/Files/asia/north-east-asia/north-korea/erilous_journeys___the_plight_of_north_koreans_in_china_and_beyond.pdf" target="_blank"><strong>I</strong>nternational <strong>C</strong>risis <strong>G</strong>roup 2006</a>: 1). Hunger und Armut sind auch heute noch die hauptsächlichen <em>Push-Faktoren </em>bzw. Gründe und Ursachen für die Flucht vor der <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article13651470/Nordkorea-die-vergessene-Hoelle-Asiens.html" target="_blank">nordkoreanischen Diktatur</a>, die ihre Bevölkerung gefangen hält (vgl. ICG 2006: 8). Einem UNO-Bericht vom Oktober 2009 zufolge benötigen neun Millionen Nordkoreaner_innen, d.h. mehr als ein Drittel der Bevölkerung, Hilfe in Form von Lebensmitteln. Jedoch erreicht das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen nur zwei Millionen Menschen (vgl. <a href="http://www.amnesty.de/journal/2010/oktober/flucht-aus-nordkorea" target="_blank">Amnesty International</a>).</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-177"></span></p>
<p><a href="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/soldaten-patroullieren.jpg"><img class="size-medium wp-image-178  alignleft" title="Koreas Border Shooting" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/soldaten-patroullieren.jpg?w=300&#038;h=300" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Die Überwindung der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist unmöglich; der einzige Ausweg führt nach China. Für nordkoreanische Flüchtlinge bedeutet das Passieren des Grenzflusses Thumen zwischen Nordkorea und China dennoch keinesfalls die sichere Freiheit. In China sind sie der ständigen Gefahr ausgesetzt von der Polizei aufgegriffen und nach Nordkorea abgeschoben zu werden (ICG 2006: 11). Dies widerspricht den <a href="http://www.unhcr.de/recht.html" target="_blank">UNO-Flüchtlingskonventionen</a>. Eine Auslieferung bedeutet für die Betroffenen nämlich Inhaftierung und nicht selten den Tod. Das einzige asiatische Land, das den Flüchtlingen eine Ausreise nach Südkorea gewährt, ist Thailand (Filmpart: 1). In Südkorea erhalten alle nordkoreanischen Flüchtlinge automatisch politisches Asyl (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=dsH1CRjBAyo" target="_blank">Filmpart: 4</a>).</p>
<p style="text-align:justify;">1999 flüchteten etwa gleich viele Männer wie Frauen über die Grenze zu China, 2006 waren es nur noch ein Viertel Männer. Männer, die häufiger verheiratet sind oder waren, tendieren eher dazu nach Nordkorea zurückzukehren und Lebensmittel und andere Güter für ihre Angehörigen zu schmuggeln (ICG 2006: 5 f.). Die existenzielle Bedrohung von Nordkoreaner_innen in China bringt viele Frauen hingegen dazu Beziehungen mit chinesischen oder koreanischstämmigen Männern einzugehen, um einen vermeintlichen Schutz zu erhalten. Nach Angaben von Befragten aus Nordostchina würde jedoch die Mehrheit der nordkoreanischen Frauen in irgendeiner Weise Missbrauch erleiden. In den schlimmsten Fällen handele es sich um systematische Vergewaltigung und Prostitution (ICG 2006: 11).</p>
<p style="text-align:justify;">Die Journalisten, die den besagten Dokumentationsfilm produziert haben, treffen während ihrer Dreharbeiten auf einen Schleuser, der Nordkoreaner_innen bei der Überquerung des Grenzflusses hilft, indem er die Grenzpatrouillen bzw. Offiziere besticht (mit umgerechnet etwa 50 €) (Filmpart: 1). Eine Frau, die ihm viel Geld für die Überführung gezahlt hat, ahnt allerdings nicht, dass dieser sie, auf chinesischem Boden angekommen, an einen Freier und somit in die Prostitution verkauft. Das Dokumentationsteam <em>kauft</em> sie frei und fährt sie in eine nahe gelegene Stadt. Viele andere Frauen werden jedoch durch Schleuser wie diesen unwissentlich zum Opfer von Menschenhandel (Filmpart: 1).</p>
<p style="text-align:justify;">Es gibt allerdings auch Menschen, die den Nordkoreaner_innen bei einer Flucht tatsächlich helfen. So versucht bspw. eine <a href="http://www.durihana.net/index.htm" target="_blank">Allianz von Unterstützer_innen um den protestantischen Pastor Chun Ki-won</a> die Flüchtenden über verborgene Wege nach Südkorea zu schleusen (vgl. <a href="http://www.amnesty.de/journal/2010/oktober/flucht-aus-nordkorea" target="_blank">Amnesty International</a>). Diese setzen dabei meist ihre eigene Sicherheit aufs Spiel, denn Chinas Regierung inhaftiert zunehmend Personen, die nordkoreanische Asylsuchende unterstützen oder versteckt halten (vgl. ICG 2006: 30). Die Flüchtlinge, die das Journalistenteam während der Dreharbeiten begleitet, wurden ebenfalls von Mitgliedern jener Organisation des Pastors befreit. Sie mussten hierfür umgerechnet 2000 € bezahlen und zum evangelischen Glauben konvertieren (Filmpart: 1 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KBHlKG7lPMg" target="_blank">und 2</a>).</p>
<p style="text-align:justify;">Die <strong>I</strong>nternational <strong>C</strong>risis <strong>G</strong>roup, eine Organisation die Politikberatung betreibt, fordert von China und anderen asiatischen Staaten umgehend die Auslieferung von Asylsuchenden nach Nordkorea zu stoppen, da ihnen dort häufig der Tod droht (vgl. ICG 2006: 30). Die restriktive Migrations- und Flüchtlingspolitik führt außerdem dazu, dass vor allem Frauen Opfer von Menschenhandel werden, weil es keine legalen Wege gibt, aus Nordkorea auszuwandern. Hilfsorganisationen, wie die des südkoreanischen Pastors, können nur eine geringe Zahl von Flüchtenden unterstützen. Viele andere erhalten „Hilfe“ nur um den Preis ihrer Selbstbestimmung und eigenen Freiheit.</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,grossbild-936062-498321,00.html" target="_blank">Spiegel </a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/china/'>China</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/fluchtlinge/'>Flüchtlinge</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/flucht/'>Flucht</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/fluchthelfer/'>Fluchthelfer</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/irregulare-migration/'>Irreguläre Migration</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenrechte/'>Menschenrechte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenschmuggel/'>Menschenschmuggel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/nordkorea/'>Nordkorea</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/china/'>China</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/fluchtlinge/'>Flüchtlinge</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/flucht/'>Flucht</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/fluchthelfer/'>Fluchthelfer</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/irregulare-migration/'>Irreguläre Migration</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenrechte/'>Menschenrechte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenschmuggel/'>Menschenschmuggel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/nordkorea/'>Nordkorea</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/177/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=177&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Der richtige Umgang mit Prostitution….</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 07:55:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thinkaboutnow</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prostitution ist in Deutschland weiter verbreitet, als mensch vielleicht vermuten könnte. Das Angebot von schätzungsweise 400.000 Prostituierten,  nehmen täglich bis zu 1,5 Mio. Menschen, zum Großteil Männer, in Anspruch. Die jährlichen Umsätze in diesem „Wirtschaftsbereich“ bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich. Die meisten der Prostituierten sind Frauen, rund 90%, 3% Transgender und 7% Männer. (1) Die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=109&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Prostitution ist in Deutschland weiter verbreitet, als mensch vielleicht vermuten könnte. Das Angebot von schätzungsweise 400.000 Prostituierten,  nehmen täglich bis zu 1,5 Mio. Menschen, zum Großteil Männer, in Anspruch. Die jährlichen Umsätze in diesem „Wirtschaftsbereich“ bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich. Die meisten der Prostituierten sind Frauen, rund 90%, 3% Transgender und 7% Männer. (<a href="http://rotlicht.blog.de/2011/03/09/prostitution-deutschland-zahlen-fakten-10794714/">1</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Die hier genannten Zahlen beruhen allerdings auf Schätzungen und Hochrechnungen repräsentativ befragter Personen. Amtliche Statistiken hierfür gibt es zurzeit nicht. Die rot-grüne Bundesregierung reagierte am 20.12.2001 mit dem sogenannten Prostitutionsgesetz auf diese Realität. (<a href="http://www.gesetze-im-internet.de/prostg/BJNR398310001.html">2</a>) Das Gesetz wurde verabschiedet, um den Prostituierten eine gewisse Rechtssicherheit zu gewähren und somit indirekt die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Damit wurde Prostitution in Deutschland als sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtige Dienstleistung anerkannt. Im Vergleich dazu wurde in Schweden 1999 der Kauf von sexuellen Dienstleistungen, nicht der Verkauf, verboten, was eine direkte Kriminalisierung von Zuhälter_innen (<a href="http://diestandard.at/1224776349439/GenderSprache-Raum-fuer-_">3</a>) wie Freier_innen zur Folge hat, aber auch negativen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen der Prostituierten hat. (<a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/6343325.stm">4</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Diskussionen um den „richtigen“ Umgang mit Prostitution werden in den verschiedensten politischen Spektren mit unterschiedlichsten Perspektiven geführt. So sind auch in feministischen Diskussionen um den Umgang mit bzw. die Bewertung  von Prostitution verschiedenste Positionen zu finden.  (<a href="http://www.kmu.edu.tw/%7Egigs/enrollment/doc/The_Feminist_Sexuality_Debates.pdf">5</a>/<a href="http://home.vsstoe.at/inhalte/feminismus/sexualitaet/">6</a>)</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-109"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Die feministische Zeitschrift <em>Emma </em>positioniert sich ganz klar gegen die Prostitution und ihre Legalisierung in Deutschland. Das Prostitutionsgesetz nütze nur den Zuhälter_innen und Menschenhändler_innen, die jetzt weitgehend unter dem Deckmantel der Legalität vor staatlichem bzw. polizeilichem Zugriff geschützt würden. (<a href="http://www.emma.de/kampagnen/prostitution/">7</a>) Für Alice Schwarzer, u. a. ehemalige Chefredakteurin der <em>Emma</em>, ist Prostitution nur eine Erscheinungsform patriarchaler Herrschaftsverhältnisse, die es umfassend zu bekämpfen und zu überwinden gilt.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine dem entgegengesetzte Position vertritt Kathrin Schrader vom Feministischen Institut Hamburg. Sie begrüßt die Legalisierung von Sexarbeit, bemängelt aber gleichzeitig, dass die festgelegten Neuerungen im Prostitutionsgesetz nicht ausreichend seien und deshalb auch keine spürbare Verbesserung der Lebenssituation der meisten Prostituierten bewirken würden. So könne z. B. das Bundesgesetz durch diverse Ländergesetze umgangen werden und Prostitution wieder illegalisiert werden. Das Gesetz habe laut Schrader nur die Situation der Prostituierten, die sich nicht in prekären Verhältnissen befinden, verbessert werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Schrader kritisiert auch die in <em>Emma</em> vertreten Position vor allem in Bezug auf die Darstellung von Prostituierten als Opfer, denen keine Handlungsmacht zugeschrieben wird. Eine solche Darstellung von Prostituierten als weibliche Opfer verdecke die faktische Heterogenität im „Wirtschaftsbereich“ Sexarbeit, z. B. was das Geschlecht der Prostituierten betrifft. Schrader sieht anders als <em>Emma</em> gerade in der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Prostitution das Problem und sieht Sexarbeit als „Dienstleistung“ an. (<a href="http://www.feministisches-institut.de/sexarbeit/">8</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Auch Menschen, die in der „Hurenbewegung“ aktiv sind, z.B. im Verein Hydra e.V., versuchen immer wieder darauf hinzuweisen, dass Prostitution nicht auf Zwang und damit verbunden auf Menschenhandel zu beschränken ist. (<a href="http://jungle-world.com/artikel/2010/32/41519.html">9</a>) Diese Themen werden oft verknüpft. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prostitution">10</a>) Dabei findet sich Menschenhandel in diversen anderen Wirtschaftszweigen ebenso wieder, z. B. in der Leiharbeit im Bau- oder Sicherheitsgewerbe. (11)</p>
<p style="text-align:justify;">Eine gewerkschaftliche Organisierung von Prostituierten findet sich u. a. in den USA, wo z. B. die derzeit „worlds only unionized worker owned peep show“ (weltweit einzige Peep-Show im Besitz von Gewerkschaftler_innen) LustyLady in San Francisco zu finden ist. (<a href="http://www.lustyladysf.com/history/">12</a>) Die Anarchistin und Feministin Emma Goldman verwies regelmäßig auf die moralische Stigmatisierung von Prostituierten bei gleichzeitiger Nichtbeachtung der gesellschaftlichen, kapitalistischen Verhältnisse, die alle Lebensbereiche einem Verwertungszwang unterwerfen würden und in denen Prostitution stattfinde. (<a href="http://womenshistory.about.com/library/etext/bl_eg_an8_traffic_in_women.htm">13</a>/<a href="http://www.anarchismus.at/txt3/anarchafemibroschuere.htm#Emma%20Goldman%20-%20Das%20Tragische%20an%20der%20Emanzipation%20der%20Frau">14</a>) Ein weiteres Beispiel für einen solchen im Vergleich zur <em>Emma</em> differenzierten Umgang mit Prostitution zeigten die „Mujeres Libres“ (Freie Frauen) in Zeiten des spanischen Bürgerkriegs. (<a href="http://deu.anarchopedia.org/Mujeres_Libres">15</a>) Auch sie positionierten sich klar gegen eine Stigmatisierung und ein staatliches Verbot von Prostitution und setzten auf gegenseitige Hilfe und Selbstorganisation. Ein Grund hierfür war für sie u.a., dass staatliche Repression eben nicht nur die Freier_innen oder Zuhälter_innen trifft, sondern die Prostituierten selbst.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Thema Prostitution, wie auch der dementsprechende Diskurs ist vielschichtiger und  komplexer, als er ausschließlich mit einer moralischen Darstellung von Opfern und Täter_innen in patriarchalen Verhältnissen wie in der <em>Emma</em>,  abgebildet werden kann. Dass eine andere Diskussion und eine andere Praxis auch möglich ist, also Empowerment (<a href="http://www.empowerment.de/grundlagentext.html">16</a>) ins Zentrum zu rücken und gesellschaftliche Verhältnisse zu reflektieren, zeigen Beispiele wie von Hydra e.V., LustyLady, Mujeres Libres oder neuerdings auch der ver.di Fachbereich 13, der hier ein neues Organisationsfeld entdeckt hat. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Dienstleistungsgewerkschaft">17</a>) Gesellschaftliche Zwänge, seien es ökonomische, normative in Bezug auf Geschlechterrollen wie auch andere Zwänge, durchdringen das Leben und Handeln jedes einzelnen Menschen und setzen beschränkende Handlungsspielräume. (18/<a href="http://umsganze.de/media/Staatstext_web.pdf">19</a>/<a href="http://www.chronikle.org/dossier/sexistische-normalzustaende-people-would-like-you-more-if-you-grew-a-beard">20</a>) Wenn das Ziel politischen Handelns das Recht auf Selbstbestimmung sein soll, muss eine wie im Text beispielhaft dargestellte Selbstorganisation, deren Grundlage in der Reflexion gesellschaftlicher Zwänge zu finden ist, ins Zentrum politischer und sozialer Arbeit gestellt werden.</p>
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		<title>Wunderbar exotisch?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 22:40:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franza Tornera</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Koloniale Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
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		<description><![CDATA[Werbung von Häagen-Dazs 2003 Immer wieder begegnen wir Bildern, die Schwarze Frauen als besonders lustvoll und erotisch darstellen und sie dabei von keuschen und nicht-anzüglichen Weißen Frauen abgrenzen. Besonders in der Werbung, z.B. von Häagen Dasz oder auch Astra werden diese häufig verwendet:  Das konstruierte Irrational-emotionale soll dazu anreizen, sich „exotischen“ Genüssen hinzugeben, für die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=185&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption alignleft">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/haagen-dazs-choc-choc.jpg"><img class="size-medium wp-image-186 " title="Haagen-Dazs-Choc-Choc" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/haagen-dazs-choc-choc.jpg?w=163&#038;h=270" alt="" width="163" height="270" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Werbung von Häagen-Dazs 2003</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">Immer wieder begegnen wir Bildern, die Schwarze Frauen als besonders lustvoll und erotisch darstellen und sie dabei von keuschen und nicht-anzüglichen Weißen Frauen abgrenzen. Besonders in der Werbung, z.B. von Häagen Dasz oder auch <a href="http://wasdagegen.blogsport.de/images/astra_werbung11.jpg" target="_blank">Astra </a>werden diese häufig verwendet:  Das konstruierte Irrational-emotionale soll dazu anreizen, sich „exotischen“ Genüssen hinzugeben, für die doppeldeutig sowohl das beworbene Produkt als auch die Schwarze Frau stehen. Diese Darstellungen sind durch Rassismus und Sexismus, d.h. erotischen Exotismus, geprägt. <span id="more-185"></span></p>
<p style="text-align:justify;">„«Exotisch» bedeutet «ausländisch» oder «fremdländisch, überseeisch» und fand im Zeitalter der europäischen Aufklärung, des Kolonialismus und Imperialismus Eingang in die deutsche Sprache“ (<a href="http://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/2010-Danielzik-Bendix-Exotismus.htm" target="_blank">Danielzik/Bendix</a>). Laut <a href="www.emanzipart.de/nophobie%20und%20Exotismus.pdf" target="_blank">Thomas Haug</a> erfolgt im Exotismus eine Projektion „von allem Wünschenswerten aber Unerfüllten auf das ‚Fremde’“, d.h. es kommt zur „Bewunderung alles ‚Fremden’“. In dem hier dargestellten Zusammenhang geht es dabei speziell um die Projektion sexueller Wünsche.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Wurzel des erotischen Exotismus lässt sich im Kolonialismus finden. Mit der <a href="http://www.literaturwelt.com/epochen/aufklaerung.html" target="_blank">Aufklärung </a>wurden europäische Weiße Männer als rational-aktiv im Gegensatz zur irrational-passiven Weißen Frau konstruiert. Zur selben Zeit unternahmen Weiße Europäer (sic!) „Entdeckungsreisen“ nach Asien, Afrika und Südamerika, welche sie in Form von Literatur und Malerei verarbeiteten. Hier spiegelt sich zum einen die konstruierte „Dualität von Natur / Kultur“ (<a href="http://members.tripod.com/antifa_punk/STUFF/Ein_Herrenvolk_von_Untertanen.pdf#page=82" target="_blank">Akashe-Böhme</a>) wider – zwischen dem „zivilisierten Europa“ und der „unzivilisierten, natürlichen Neuen Welt“, die damit auch „frei von moralischem und zivilisatorischem Ballast war“ (Akashe-Böhme). Zum anderen wird in der Malerei und Literatur auch die Konstruktion der Schwarzen Frau deutlich – als triebenthemmt, sexuell zügel- und bedürfnislos (Vgl. Akashe-Böhme) im Gegensatz zur asexuellen Weißen Frau. Dieser ersten Phase der „Südseeidylle“ folgt nach Akashe-Böhme eine Phase des Orientalismus: Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sich stark an arabischer Kultur orientiert; Geschichten wie die in „<a href="http://books.google.de/books?id=tjZMeBerokAC&amp;pg=PA58&amp;lpg=PA58&amp;dq=1001+nacht+orientalismus+kritik+m%C3%A4rchen&amp;source=bl&amp;ots=5dQ7600Y6Z&amp;sig=UKjWdtBaRx1G1pHDmr4RWX2cOek&amp;hl=de&amp;ei=fuaaTsTpNtGr-ga3_t3mAQ&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=6&amp;ved=0CFYQ6AEwBQ#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Tausendundeiner Nacht</a>“ und viele Malereien aus der Zeit zeigen, wie der „Orient“ konstruiert wurde:  Die verschleierte Orientalin war entweder die  Passiv-dienende oder die Verführerische und funktionierte auch hier als Wunschprojektion Weißer Männer.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption alignright">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/antidiskriminierungsbuerosachen1.jpg"><img class="size-medium wp-image-187 " title="Alltagsrassismus" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/antidiskriminierungsbuerosachen1.jpg?w=212&#038;h=300" alt="" width="212" height="300" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Kampagne des Antidiskriminierungsbüros Sachsen, Fotografie: Betty Pabst</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">Heute dagegen findet sich erotischer Exotismus neben Eis- oder anderen Werbungen vor allem im <a href="http://www.rdl.de/index.php?option=com_tag&amp;task=tag&amp;tag=exotismus" target="_blank">Sextourismus</a> wieder. Akashe-Böhme schreibt dazu: „Die fremde Frau wird nun offen und marktgerecht als Handelsware feilgeboten“, indem sie wie ein Produkt aus einem <a href="http://www.feingefuhl.net/index.php?artikel=sextourismus" target="_blank">Katalog</a> ausgesucht werden kann. Ihr wird aufgrund ihrer „Fremdartigkeit“ eine bedürfnislose und zugleich zügellose, wilde Sexualität zugeschrieben. Es ist also auch hier der <a href="http://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/2010-Danielzik-Bendix-Exotismus.htm" target="_blank">Weiße Blick</a>, der Schwarze Frauen als erotisiert konstruiert.</p>
<p style="text-align:justify;">Erotischen Exotismus gibt es allerdings nicht nur gegenüber Schwarzen Frauen, sondern auch gegenüber Schwarzen Männern. Das trifft einerseits auf den Sextourismus zu: Immer mehr <a href="http://www.derwesten.de/leben/reise/Immer-mehr-Sex-Tourismus-bei-aelteren-Frauen-id132728.html" target="_blank">Weiße Frauen</a> reisen in den Globalen Süden, um sich mit Schwarzen Männern <a href="http://www.aucegypt.edu/huss/CairoPapers/Pages/BeachPolitics.aspx" target="_blank">sexuell zu vergnügen</a>. Sehr deutlich wird der erotische Exotismus hier in der Vorstellung, dass Schwarze Männer einen „<a href="http://www.nadir.org/nadir/kampagnen/camp02/themen_extra2.htm" target="_blank">besonders großen Penis</a>“ hätten, welcher die ihnen zugeschriebene ungezügelte Hypersexualität symbolisiert. Andererseits posieren in der <a href="http://colorlines.com/archives/2011/02/black_men_as_props.html" target="_blank">Modebranche</a> immer häufiger (oft als lüstern stilisierte) Schwarze Männer mit Weißen Frauen, wodurch Letztere als begehrenswert konstruiert werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf den ersten Blick stereotypisiert der erotische Exotismus das „Fremde“ als positiv. Man könnte meinen, dass er dadurch das Gegenteil des alltäglichen Rassismus darstellt, der zur offenen Abwertung von Schwarzen führt. Doch letztlich ist auch Exotismus eine Form des Rassismus: Auch die positive auf Wunschprojektionen beruhende Merkmalskonstruktion, deren Ursprung im kolonialen „Entdeckertum“ liegt, ist ein „Streben nach Beherrschung“ (Danielzik/Bendix). Wie die Abwertung von Schwarzen beruht auch Exotismus auf der Zuschreibung von Weißen. So kann eine Weiße Person per se nicht exotisch sein. Das rassistische Herrschaftsverhältnis wird also unabhängig von positiver oder negativer Stereotypisierung aufrechterhalten.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/diskriminierung/'>Diskriminierung</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/koloniale-herrschaft/'>Koloniale Herrschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/rassismus/'>Rassismus</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/erotischer-exotismus/'>erotischer Exotismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/kolonialismus/'>Kolonialismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/orientalismus/'>Orientalismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/rassismus/'>Rassismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/schwarzsein/'>Schwarzsein</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sexismus/'>Sexismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sextourismus/'>Sextourismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/weissein/'>Weißsein</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/werbung/'>Werbung</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/185/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=185&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Rechtliche Ausgrenzung und Unterdrückung ehemaliger Sklaven nach der Abolition:  Die Jim Crow Laws</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 16:02:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabinekayser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschaffung der Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Die ab 1880 und bis in die 1960er Jahre geltenden Jim Crow Laws trennten die „schwarze“ und „weiße“ Bevölkerung in jedem erdenklichen Bereich des öffentlichen Lebens: Schulen, Kirchen, Stadtviertel, Arbeitsstellen, Toiletten, Hotels, Restaurants, Krankenhäuser, Waisenhäuser, Gefängnisse, Bestattungsinstitute, Leichenhallen und Friedhöfe. Sogar das gemeinsame Schachspiel wurde gesetzlich verboten. Zwischen 1890 und 1910 entzog man der „schwarzen“ [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=167&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Die ab 1880 und bis in die 1960er Jahre geltenden <em>Jim Crow Laws</em> trennten die „schwarze“ und „weiße“ Bevölkerung in <a href="http://www.nps.gov/malu/forteachers/jim_crow_laws.htm">jedem erdenklichen Bereich des öffentlichen Lebens</a>: Schulen, Kirchen, Stadtviertel, Arbeitsstellen, Toiletten, Hotels, Restaurants, Krankenhäuser, Waisenhäuser, Gefängnisse, Bestattungsinstitute, Leichenhallen und Friedhöfe. Sogar das gemeinsame Schachspiel wurde gesetzlich verboten. Zwischen 1890 und 1910 entzog man der „schwarzen“ Bevölkerung in den Südstaaten das Wahlrecht und verwehrte ihnen so das Recht auf Mitbestimmung am öffentlichen Leben (Alexander, S. 35). Die Zeit der Rassentrennung (racial segregation) in den Vereinigten Staaten war geprägt von den Auswirkungen der <em>Jim Crow Laws</em>. Sie bildeten die rechtliche Basis für die Diskriminierung der „schwarzen“ Bevölkerung durch ihre Trennung von der „weißen“ Bevölkerung. Um die Jahrhundertwende waren sie in allen Südstaaten gesetzlich verankert.</p>
<p style="text-align:justify;">Die <em>Jim Crow Laws</em> bestanden aus einem Ensemble von sozialen und legalen Codes und banden die afroamerikanische Bevölkerung auch weiterhin durch Unterwerfung und Zwang an eine <a href="http://www.britannica.com/EBchecked/topic/642638/white-supremacy">weiße Vorherrschaft (white supremacy)</a>. Es gab keinen Widerspruch – zumindest für die „weiße“ Bevölkerung – zwischen dem, in der Declaration of Independence verankerten, Anspruch auf Gleichheit und der Segregation, solange die „schwarze“ Bevölkerung als „<a href="http://americanhistory.si.edu/brown/history/1-segregated/separate-but-equal.html">separate but equal</a>“ galt (Wacquant S. 378f).</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-167"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Blickt man auf die Geschichte der USA zurück, wird deutlich, dass die Rassentrennung keine Vorbedingung sondern eine Konsequenz der Sklaverei war. Nach der <a href="http://www.archives.gov/historical-docs/document.html?doc=9&amp;title.raw=13th%20Amendment%20to%20the%20U.S.%20Constitution:%20Abolition%20of%20Slavery">Abolition im Jahre 1865</a> wurde die Sklaverei von ihrer ursprünglichen ökonomischen Funktion, der Beschaffung und Bereitstellung billiger und frei verfügbarer Arbeitskräfte, gelöst und erwarb ein neues Potential, um die vorherrschenden Status der „Weißen“ aufrechtzuerhalten und eine bereits sichtbare Vermischung der „Rassen“ zu verhindern. (Wacquant S. 379f.) Zwar war die Sklaverei ihrerseits eine offensichtliche Form des Rassismus: Die Rassentrennung war hier eine soziale Selbstverständlichkeit, die durch paternalistische Rhetoriken ihre Legitimation fand. Moderne biologische Argumente zur Diskriminierung von Afroamerikanern erhielten jedoch erst nach der Abolition eine Bedeutung.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Norden der Vereinigten Staaten begann man mit „wissenschaftlichen Untersuchungen etwa zur Frage, ob das Gehirn afrikanischer Menschen überhaupt für Bildung und Beschäftigung jenseits der Landarbeit geeignet sei“. Getrieben wurde diese Pseudowissenschaft durch die zunehmende Zuwanderung von Afroamerikanern aus den Südstaaten. (Geulen, S. 77.). Die Angst vor einer Vermischung der Rassen wuchs. Sie wurde zum einen geschürt in „Hinblick auf das Sexualverhalten schwarzer Männer“ (Geulen, S. 78.) und zum anderen aufgrund einer vermehrten Wahrnehmung gegenüber einer bereits bestehenden Mischbevölkerung. Sexueller Verkehr zwischen „Schwarzen“ und „Weißen“ wurde nun streng bestraft. In den Südstaaten war zur Zeit der Sklaverei der sexuelle Kontakt zwischen Sklavenhaltern und Sklavinnen „allenfalls ein Kavaliersdelikt“ (Geulen, S. 77.). In diesem Kontext entstand auch die sogenannte <a href="http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/shows/jefferson/mixed/onedrop.html"><em>One-Drop Rule</em></a>. Durch sie sollte bis zu fünf Generationen weit zurückverfolgt werden können, wer „schwarzes“ Blut in sich trug. Das Ergebnis dieser Regelung war, dass es gesetzlich gesehen keine Mischrassen mehr gab, sondern ganz klar zwischen „Schwarzen“ und „Weißen“ unterschieden werden konnte, auch wenn das Resultat nicht der äußeren Erscheinung von Menschen entsprach. (Geulen, S. 78.)</p>
<p style="text-align:justify;">Die biologisch begründete Rassenideologie, ihre Anwendung in der <em>One-Drop Rule</em> und die Ideologie von Überlegenheit und Minderwertigkeit bildeten die Grundlage für die <em>Jim Crow Laws</em>. Durch die eigentlich objektiven Mittel der Wissenschaft und der Gesetze wurde diese Ideologie aufrechterhalten. Rassistische Wissenschaft „bewies“, dass Afroamerikaner keine gleichwertigen Menschen waren und durch Gesetze wurde die ungleiche Behandlung „legalisiert“. Somit war auch der Widerspruch zwischen konstituierter Gleichheit und gelebter Gleichheit für die „weiße“ Bevölkerung nicht mehr offensichtlich.</p>
<p style="text-align:justify;">Literaturnachweise:</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.soc.umn.edu/%7Euggen/Wacquant_TC_00.pdf">Wacquant, Loic (2000). „The new &#8216;peculiar institution&#8217;: On the prison as surrogate ghetto“. In: <em>SAGE Publications</em> 4 (3): 377-389.</a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://books.google.com/books?id=RMbDiacb8cIC&amp;printsec=frontcover&amp;hl=de&amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;cad=0#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Alexander, Michelle (2010). The New Jim Crow: Mass Incarceration in the Age of Colorblindness. New York: The New Press.</a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://books.google.com/books?id=gtQFtv3A22cC&amp;printsec=frontcover&amp;hl=de&amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;cad=0#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Geulen, Christian (2007). Geschichte des Rassismus. München: C. H. Beck.</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/abschaffung-der-sklaverei/'>Abschaffung der Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/rassismus/'>Rassismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/sklaverei/'>Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/usa/'>USA</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/abolition/'>Abolition</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/geschichte/'>Geschichte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/jim-crow-laws/'>Jim Crow Laws</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/one-drop-rule/'>One-Drop Rule</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/rassentrennung/'>Rassentrennung</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/rassismus/'>Rassismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/segregation/'>Segregation</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/seperate-but-equal/'>Seperate but equal</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/usa/'>USA</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/167/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=167&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>18. Oktober: Der &#8220;Europäische Tag gegen Menschenhandel&#8221; im Netz &#8211; Ein Überblick</title>
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		<comments>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/10/17/18-oktober-der-europaische-tag-gegen-menschenhandel-im-netz/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 22:05:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sonja Dolinsek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschaffung der Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
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		<description><![CDATA[Terre des femmes &#8220;Der europaweite Tag gegen Menschen­handel bietet die Gelegenheit, sich die traurige Realität des lukrativen Geschäfts mit Mädchen und Frauen bewusst zu machen. Das Geschäft mit der Ware Mensch floriert. Schätzungen gehen von 2,4 Millionen Menschen aus, die weltweit pro Jahr verkauft werden. Darunter sind laut der EU eine halbe Million Frauen, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=152&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong><em><a href="&quot;Von zig deutschen Männern vergewaltigt lassen wir sie mit ihren traumatischen Erlebnissen allein. Eine unhaltbare Situation.&quot;">Terre des femmes</a></em></strong></p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Der europaweite Tag gegen Menschen­handel bietet die Gelegenheit, sich die traurige Realität des lukrativen Geschäfts mit Mädchen und Frauen bewusst zu machen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Geschäft mit der Ware Mensch floriert. Schätzungen gehen von 2,4 Millionen Menschen aus, die weltweit pro Jahr verkauft werden. Darunter sind laut der EU eine halbe Million Frauen, die nach Europa gebracht werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Betroffenen werden zur Prostitution gezwungen oder als billige Arbeitskräfte ausgebeutet &#8211; auch hier in Deutschland. Die Frauen sind durch die erlebte Gewalt oft traumatisiert und krank. Sie brauchen Schutz, gesundheitliche Rehabilitation und müssen ihre rechtlichen Ansprüche geltend machen können. Doch wie gehen wir hierzulande mit den Opfern um?</p>
<p style="text-align:justify;">Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES: &#8220;Wenn eine Frau aus Angst nicht bereit ist, als Zeugin gegen ihre Peiniger auszusagen, muss sie Deutschland meist innerhalb einiger Wochen verlassen.&#8221; Stolle weiter: &#8220;Von zig deutschen Männern vergewaltigt lassen wir sie mit ihren traumatischen Erlebnissen allein. Eine unhaltbare Situation&#8221;.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;"><strong><em><a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/catherine-mckinnell/marking-antislavery-day-2_b_1014327.html"><img class="alignright" title="Anti-Slavery Day von Anti-Slavery International " src="http://www.antislavery.org/images/2011/b/banner5.jpg" alt="Anti-Slavery Day von Anti-Slavery International " width="418" height="112" /></a></em></strong><strong><em><a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/catherine-mckinnell/marking-antislavery-day-2_b_1014327.html">Catherine McKinnel (UK) </a></em></strong></p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;1807 is the date that is commemorated as the year in which Wilberforce&#8217;s campaign to abolish slavery succeeded, with the passing of The Slave Trade Act 1807. But it was not until 1833 that the Abolition of Slavery Act was passed &#8211; Wilberforce died just three days after. His public work and tireless campaigning on this issue of profound importance was done.</p>
<p style="text-align:justify;">Yet &#8211; almost 180 years after slavery was abolished &#8211; there is one form of trade that is still thriving in austerity Britain: the modern-day slavery that is the trafficking of human beings.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-152"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong><a href="http://www.prport.net/zum--europaeischen-tag-gegen-menschenhandel--oktober-erklaert-vorsitzende-solwodi--solidaritaet-frauen-not--schwester-dr-lea-ackermann-pr17034.html">Lea Ackermann für Solwodi e.V. </a></strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung hat ein unerträgliches Ausmaß angenommen. Es entstehen immer mehr Stätten, auch innerhalb von Mietwohnungen und im Bereich Wellness, in denen Frauen feilgeboten werden. Viele von ihnen geraten aus der Armut heraus in die Fänge von Verbrechern.Die EU-Kommissarin Cecilia Malmström hat vollkommen Recht, wenn sie diese Ausbeutung von Frauen und Mädchen als „moderne Sklaverei“ bezeichnet.</p>
<p>Jährlich werden schätzungsweise mehrere hunderttausend Menschen in die EU beziehungsweise innerhalb der EU verschleppt. Es ist wichtig, dass es diesen Europäischen Tag gegen Menschenhandel gibt. Allerdings sollten wir nicht nur an diesem Tag daran denken, sondern strategisch darüber nachdenken, wie wir diese unerträgliche Situation langfristig verändern können. Menschenhandel zieht eine Unmenge an Folgekosten nach sich. Frauen werden traumatisiert und können ihr Potenzial für die Gesellschaft nicht entfalten.</p>
<p>Das Thema gehört deshalb ganz oben auf die politische Agenda. Ab sofort.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.turnoffthebluelight.ie/2011/10/18/eu-anti-trafficking-day/"><em><strong>Turn off the Blue Light</strong></em></a></p>
<p style="text-align:justify;">Trafficking is a global problem, driven by poverty, and all forms of trafficking are a gross violation of human rights. Many countries, including Ireland, have specific laws to deal with trafficking.</p>
<p style="text-align:justify;">People are trafficked into various situations, but what we’d like to talk about today, is trafficking into the sex industry.</p>
<p style="text-align:justify;">Sex trafficking and sex work are two very different things. Sex trafficking is the illegal trade of human beings for the purposes of commercial sexual exploitation. Sex workers are persons who choose to engage in providing sexual services for money.</p>
<p style="text-align:justify;">As former president of Ireland Mary Robinson said in 1999, when she was UN High Commissioner for Human Rights, it is important to “…ensure that well-intentioned anti-trafficking initiatives do not compound discrimination against female migrants or further endanger the precariously held rights of individuals working in prostitution.”</p>
<p style="text-align:justify;">However, sadly sex work and sex trafficking are now completely conflated in Ireland. Anti-sex work organisations, who regard all prostitution as violence and therefore don’t see a great difference between sex trafficking and sex work, are successfully using trafficking as a smokescreen to gain support for their long held anti-sex work views. The lack of reliable statistics on trafficking does not help.</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong><a href="http://kok-buero.de/index.php?idcatart=2&amp;lang=1">KOK </a>- <a href="http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&amp;r=469763">Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V</a>.</strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Der KOK fordert:<br />
Opferrechte stärken! Menschenhandel bekämpfen!</p>
<p>Am heutigen Tag, dem 18. Oktober 2011, jährt sich zum fünften Mal der EU-weite Tag gegen Menschenhandel. Dies bietet Anlass zu fragen, ob sich die Situation für die Betroffenen in den letzten Jahren verbessert hat.</p>
<p>Leider wird im Kampf gegen Menschenhandel oftmals außer Acht gelassen, dass die Rechte und die angemessene Stärkung der Betroffenen im Mittelpunkt stehen müssen. Der KOK begrüßt, dass in Deutschland verbindliche gesetzliche Regelungen zur Unterstützung von Betroffenen existieren. Der Umfang der Leistungen bleibt jedoch auch noch im Jahr 2011 hinter den Bedürfnissen gehandelter Menschen zurück. Aus Sicht des KOK bestehen zudem auch heute noch in den gesetzlichen Regelungen gravierende Lücken.<br />
Beispielhaft zu nennen ist hier die Situation von Betroffenen aus anderen EU-Ländern: Für sie existieren praktisch keine einheitlichen Regelungen für die Zahlung von Unterstützungsleistungen. Spezialisierte Fachberatungsstellen berichten, dass zum Teil innerhalb eines Bundeslandes oder sogar innerhalb einer Kommune unterschiedliche Vergabepraxen herrschen. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf, denn EU-BürgerInnen machen inzwischen die größte Gruppe der Betroffenen von Menschenhandel aus.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong><a href="http://frauenwerk.org/netzwerk/pages/aktion/tag-gegen-menschenhandel.php">Netzwerk gegen Menschenhandel</a></strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Wussten Sie, dass es heute mehr Sklaven gibt als je zuvor in der Geschichte der Menschheit und dass man sie so billig wie noch nie erwerben kann? Eine grausame Wirklichkeit unserer globalisierten Gesellschaft ist, dass Menschen zum Wegwerfartikel geworden sind. Es ist so wichtig, dass wir uns als Christen für diese Menschen einsetzen (vgl. z.B. Spr. 14,31).</p>
<p style="text-align:justify;">Der 18. Oktober ist ein Anlass, an dem in Ihrer Gemeinde auf dieses wichtige Thema aufmerksam gemacht werden kann. Wenn wir unsere Augen für die Not vor der Haustür aufmachen und wenn wir die globalen Ereignisse verstehen, die den Menschenhandel rasant vorantreiben, dann sind wir ein Teil der Lösung.</p>
<p style="text-align:justify;">Nutzen Sie den 18. Oktober oder einen Sonntag, um auch Teil der Lösung zu werden. Das Netzwerk gegen Menschenhandel e.V. hat viele Ideen und viele Materialien zu diesem Zwecke gesammelt.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong><a href="http://www.stmas.bayern.de//presse/pm1110-428.php">Bayerische Ministerin Christine Haderthauer</a></strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Es ist ein Skandal, dass in unserer heutigen Welt noch Sklaverei in Form von Menschenhandel und Zwangsprostitution stattfindet. Diesen gravierenden Verstoß gegen die Menschenrechte dürfen wir nicht zulassen! Deshalb kämpfen wir im engen Schulterschluss mit anderen EU-Ländern gegen skrupellose Menschenhändler, die Frauen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in andere Länder locken, dort zur Prostitution zwingen und dafür jedes Jahr Gewinne in Milliardenhöhe einstreichen&#8221;, so Bayerns Frauenministerin Christine Haderthauer, zugleich Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, heute in München mit Blick auf den Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober 2011 und ergänzte: &#8220;Doch das allein genügt noch nicht! Wir müssen auch ganz klar gegen Freier vorgehen, die sehenden Auges die Zwangslage der Opfer von Menschenhandel ausnutzen. Es ist unerträglich, wenn derjenige, der vorsätzlich als Nutznießer an dem verbrecherischen System Menschenhandel teilnimmt, nicht bestraft wird. Ich begrüße deshalb ausdrücklich das Übereinkommen des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels, das die Bundesregierung vor kurzem dem Bundesrat und Bundestag zur Ratifizierung vorgelegt hat. Es fordert jeden Vertragsstaat zur Prüfung auf, die wissentliche Nutzung der Dienste von Zwangsprostituierten strafrechtlich zu sanktionieren. Ich hoffe sehr, dass der Bundesgesetzgeber hier zu einem positiven Ergebnis kommt.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;">Haderthauer weiter: &#8220;Für die oftmals schwer traumatisierten Opfer ist es besonders wichtig, dass sie schnell in einem sicheren Netz aufgefangen werden. Sie brauchen intensive Beratung, Betreuung und oft auch eine sichere Bleibe. Mein Ministerium unterstützt daher finanziell die bayernweit inzwischen sieben Fachberatungsstellen der Organisationen JADWIGA und SOLWODI, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution professionell betreuen und bei Bedarf auch sicher unterbringen. Hierfür stellen wir im Jahr 2011 über 207.000 Euro zur Verfügung.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong><a href="http://ec.europa.eu/anti-trafficking/entity.action?id=2f87fcf1-abc4-43df-92a5-3a458342434d">Europäische Kommission </a></strong></em></p>
<p style="text-align:justify;"><a>&#8220;Together Against Trafficking in Human Beings, 5th EU Anti-Trafficking Day</a></p>
<p style="text-align:justify;">The conference &#8220;<em>EU Member States and Agencies jointly addressing trafficking in human beings and protecting victims</em>&#8221; will be devoted to strengthening of co-operation between EU Agencies and other stakeholders in addressing trafficking in human beings.</p>
<p style="text-align:justify;">Organized by:</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li><em>EU Agencies (CEPOL, EASO, EIGE, FRONTEX, EUROJUST, EUROPOL, FRA)</em></li>
<li><em>Polish Presidency of the EU</em></li>
<li><em>European Commission</em></li>
</ul>
<p style="text-align:justify;"> For further information please contact: <a href="mailto:EUATD2011@frontex.europa.eu">EUATD2011@frontex.europa.eu</a>&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Keine Berichte oder Meldungen zum Thema auf den Seiten: </strong></p>
<p style="text-align:justify;">des Bundestages,</p>
<p style="text-align:justify;">verschiedener Bundesministerien,</p>
<p style="text-align:justify;">des Europäischen Parlamentes,</p>
<p style="text-align:justify;">der EU Kommission,</p>
<p style="text-align:justify;">verschiedener Unterorganisationen der Vereinten Nationen</p>
<p style="text-align:justify;">des<a href="http://www.berlin-brandenburg.dgb.de/article/archive/494/"> BBGM</a> (<a href="http://www.gegen-menschenhandel.de/index.php">Berliner Bündnis gegen Menschenhandel</a>)</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/abschaffung-der-sklaverei/'>Abschaffung der Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/europa/'>Europa</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/irregulare-migration/'>Irreguläre Migration</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/sklaverei/'>Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsarbeit/'>Zwangsarbeit</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/europa/'>Europa</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/international/'>International</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/152/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=152&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Anti-Slavery Day von Anti-Slavery International </media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Haiti und der Sklav_innenaufstand</title>
		<link>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/10/16/haiti-und-der-sklav_innenaufstand/</link>
		<comments>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/10/16/haiti-und-der-sklav_innenaufstand/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 09:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thinkaboutnow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschaffung der Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Haiti]]></category>
		<category><![CDATA[Koloniale Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sklaverei]]></category>
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		<category><![CDATA[Haitianische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sklavenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>

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		<description><![CDATA[Erfährt mensch heute etwas zu Haiti, so sind es meist negative bis katastrophale Nachrichten über das Erdbeben 2010, den andauernden Kampf gegen den Hunger großer Teile der Bevölkerung oder die allgemeine instabile politische Situation und westliche Gegenmaßnahmen. (1/2) Wenig Aufmerksamkeit erhält dagegen die Geschichte des Landes mit dem wohl einzigen „erfolgreichen“ Sklav_innenaufstand in der Geschichte. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=119&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Veranstaltungen/2010/Toussaint_L__Ouverture.jpg"><img class="alignleft" title="Toussaint-Louverture" src="http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Veranstaltungen/2010/Toussaint_L__Ouverture.jpg" alt="Toussaint Louverture" width="270" height="385" /></a>Erfährt mensch heute etwas zu Haiti, so sind es meist negative bis katastrophale Nachrichten über das Erdbeben 2010, den andauernden Kampf gegen den Hunger großer Teile der Bevölkerung oder die allgemeine instabile politische Situation und westliche Gegenmaßnahmen. (<a href="http://www.unric.org/de/uno-schlagzeilen/26550-humanitaere-hilfe-in-haiti-muss-fortgesetzt-werden-">1</a>/<a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15425450,00.html">2</a>) Wenig Aufmerksamkeit erhält dagegen die Geschichte des Landes mit dem wohl einzigen „erfolgreichen“ Sklav_innenaufstand in der Geschichte.</p>
<p style="text-align:justify;">1791 begann die haitianische Revolution mit einem Sklav_innenaufstand (<a href="http://diestandard.at/1224776349439/GenderSprache-Raum-fuer-_">3</a>) in der französischen Kolonie Saint-Domingue. Sie führte im Jahr 1804 zur Gründung des Staates Haiti und der Umbenennung St. Domingues in Haiti. Die Revolution war nicht nur auf die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich gerichtet, sondern auch durch grundlegende Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur in Bezug auf Klassenwidersprüche und Rassismus gekennzeichnet.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Revolution in Haiti stand im Spannungsfeld mehrerer ineinander verschränkter Konflikte: der Französischen Revolution, dem Streit um die Abschaffung der Sklaverei, innere Konflikte in Saint-Domingue wie auch dem Kampf der Imperialmächte Frankreich, Spanien und England um globalen Einfluss. Ebenso ist hier auch die komplexe Sozialstruktur Saint Dominguez zwischen den sog. „freien Weißen“, den sog. „gens de couleur libres“ wie den Sklav_innen und deren unterschiedliche soziale Stellungen zu nennen.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-119"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Dem Ausbruch des Aufstandes 1791 voraus ging der Konflikt zwischen den sog. „gens de couleur libres“, einem kleinen, nicht-Weißen Teil der haitianischen Bevölkerung, der zum Teil selbst Plantagen und Sklav_innen besaß, und der französischen Kolonialmacht. Die „gens de couleur libres“ forderten die in der französischen Revolution (<a href="http://www.historicum.net/themen/franzoesische-revolution/">4</a>) ausgerufen Freiheitsansprüchen für sich ein. Frankreich hingegen verweigerte sie ihnen. Die Frage nach der Abschaffung der Sklaverei stand zwar nicht im Zentrum der Auseinandersetzung, schwächte aber die Sklavenhalter_innen und verhalf der Verbreitung revolutionären Gedankenguts unter den Sklav_innen. An die Spitze des ersten Sklav_innenaufstand setzte sich Toussaint Louverture (<a href="http://www.louverture.ch/material/HAITI/zeit.html">5</a>), ein ehemaliger Sklave, der versuchte die Aufstände zu organisieren. 1794 erklärte die französische Nationalversammlung offiziell die Sklaverei für abgeschafft und Louverture trat in die französische Armee ein. 1799 schlug Louverture einen Aufstand der „gens de couleur libres“ nieder, bevor er 1801 in einer Verfassung für die ganze Insel Hispaniola (<a href="http://www.muz-online.de/america/dominican.html">6</a>), also inklusive dem bis dahin spanisch und nun vorübergehend von Louverture beherrschten Ostteil Santo Domingo, die Sklaverei, wie auch jegliche Rassendiskriminierung für illegal erklärte. Bis 1802 konnten er und seine Armee sich gegen die Versuche Frankreichs unter Napoleon, die Sklaverei wieder einzuführen wehren, wurde jedoch gefangen genommen und verstarb in einem französischen Gefängnis. Am 1. Januar 1804, nach jahrelangen blutigen Kämpfen, denen tausende Menschen auf allen Seiten zum Opfer gefallen sind, erklären aufständische Generäle die Unabhängigkeit von Frankreich und benennten St. Domingue offiziell in Haiti um. (<a href="http://www.blackpast.org/?q=gah/haitian-revolution-1791-1804">7</a>/<a href="http://books.google.de/books?id=KZhbyu6L-q4C&amp;printsec=frontcover&amp;dq=haiti+sklavenaufstand&amp;hl=de&amp;ei=W2eITqKyE4Pf4QSfld3DDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CDEQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false">8</a>) Der weitere Verlauf der haitianischen Geschichte ist anschließend geprägt von politischer Unsicherheit, materieller Armut und Gewalt, was durch jahrelange Gewalterfahrungen der Bevölkerung, und dem Heranwachsen und der Etablierung einer „militärischen“ Führungsschicht begründet ist. (<a href="http://www.nationsencyclopedia.com/Americas/Haiti-HISTORY.html">9</a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Die Gründe, warum die Ereignisse um die Revolution in Haiti in der westlichen ausgerichteten Geschichtschreibung relativ unbekannt sind, sind vielschichtig und komplex. Um 1800 war wohl die Verhinderung der Verbreitung revolutionären Gedankenguts über haitianische Grenzen hinaus u. a. mit Hilfe eines „Einfuhrverbots“ von Sklav_innen aus Saint-Domingue oder der Isolation Haitis auf internationaler Ebene zentral. Eine westliche, eurozentrische Perspektivische Geschichtsschreibung (<a href="http://studium.campus.de/sixcms/media.php/22/Reading_Room_Globalisierung_Conrad.pdf">10</a>) mit den damit verbundenen Widersprüchen zwischen Abolitionismus (<a href="http://www.3kmodels.de/Abolitionismus">11</a>) und eigenständig handelnden Sklav_innen wie auch verschiedene Interpretationsmodelle erschweren/erschwerten ebenfalls die Erwähnung der Ereignisse um 1800 in Haiti in späteren politischen Diskursen. So findet sich z. B. in Frankreich und dessen Gründungsmythos kaum ein Hinweis auf die Sklav_innenrevolution Haitis. (<a href="http://www.understandfrance.org/France/History.html">12</a>) Des Weiteren sind auch erst im 20. Jh. die Verschränkungen zwischen Klassenwidersprüchen und rassistisch begründeter Widersprüche, die die haitianische Geschichte prägen/prägten im politischen Denken mehr und mehr in den Fokus der Analyse gerückt worden.</p>
<p style="text-align:justify;">Haitis Geschichte ist geprägt vom Kampf um Emanzipation und Unabhängigkeit wie auch dem teils widersprüchlichen Umgang „westlicher“ Befreiungsbewegungen mit eben diesem.  Ebenso zeigt die Revolution von 1804, dass vermeintliche Opfer, durchaus in der Lage sind, sich selbst zu ermächtigen und die eigene Emanzipation selbstorganisiert vorantreiben  zu können. U.a. deshalb sollte auch durchaus ein längerer kritischer, Blick auf die Geschichte bzw. die Geschichtsschreibung und Auslegung der Geschichte bezüglich dieses Landes gelegt werden. Aus Geschichte sollte mensch lernen!</p>
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	</item>
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		<title>Chain Gangs und Prison Farms: Systematische Ausbeutung der Arbeitskraft von Ex-Sklaven in Südstaatengefängnissen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 10:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabinekayser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschaffung der Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer kennt nicht die Bilder von Strafgefangenen in gestreifter Gefängniskluft, die aneinander gekettet an Eisenbahntrassen oder auf Plantagen arbeiten? Doch wie kam es, dass nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg die Sklaverei zwar abgeschafft war, die Mehrheit der Häftlinge jedoch ehemalige Sklaven waren, die weiterhin wegen ihrer Arbeitskraft ausgebeutet wurden? Eine Folge der Abschaffung der Sklaverei, der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=130&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_146" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/convictsl1.jpg"><img class="size-medium wp-image-146 " title="convictsl" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/convictsl1.jpg?w=300&#038;h=187" alt="" width="300" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Die Fotografie zeigt eine &quot;chain gang&quot; an einer Eisenbahntrasse in North Carolina. Sie wurde zwischen 1890 und 1892 von Thomas S. Lindsey für die fotografische Serie &quot;Stripes but no Stars&quot; aufgenommen.</p></div>
<p style="text-align:justify;">Wer kennt nicht die Bilder von Strafgefangenen in gestreifter Gefängniskluft, die aneinander gekettet an Eisenbahntrassen oder auf Plantagen arbeiten? Doch wie kam es, dass nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg die Sklaverei zwar abgeschafft war, die Mehrheit der Häftlinge jedoch ehemalige Sklaven waren, die weiterhin wegen ihrer Arbeitskraft ausgebeutet wurden?</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Eine Folge der Abschaffung der Sklaverei, der Abolition war es, dass ehemalige Sklaven erstmals dem amerikanischen Strafvollzugssystem unterworfen waren. Vor der Abolition konnten Sklavenbesitzer die vermeintlichen Vergehen von Sklaven direkt bestrafen und wurden dabei durch die sogenannten „slave codes“ geschützt. Das amerikanische Strafvollzugssystem betraf daher zuvor nur „Weiße“ und sollte in den folgenden Jahren der &#8220;<a href="http://www.pbs.org/wnet/jimcrow/stories_events_reconstruct.html">Reconstruction Era</a>&#8221; und der darauffolgenden &#8220;<a href="http://www.pbs.org/wnet/jimcrow/stories_events_reconstruct.html">Jim Crow Era</a>&#8221; einige Veränderungen durchlaufen.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-130"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Die Einführung der „Black Codes“ ermöglichte es, Afroamerikaner für Aktivitäten zu kriminalisieren, die für Weiße legal waren. Aus dem Herumstehen auf öffentlichen Plätzen wurde das Delikt des Herumlungerns und aus dem Wandern bei Nacht ein Übertreten der Ausgangssperre. Das Resultat war ein exponentieller Anstieg afroamerikanischer Inhaftierter. (Browne, Jaron. S. 79). Am 14. Juni 1868 saßen 203 schwarze und 85 weiße Männer, 9 schwarze Frauen und keine weißen im Louisiana State Penitentiary. (Carleton, Mark. S. 15). 1878 zählte man in Georgia von insgesamt 1239 Insassen 1122 Afroamerikaner. Über 95% der Insassen in den meisten Südstaatengefängnissen waren Afroamerikaner. (Adamson, Christopher. S. 565). Volle Gefängnisse entwickelten sich zu lukrativen Unternehmungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Gefängnisse in den Südstaaten waren im Krieg zum größten Teil zerstört worden. Die Staatskassen waren leer und ein Wiederaufbau finanziell nur schwer möglich. Bestehende Gefängnisse wurden an privatwirtschaftliche Unternehmen übergeben, um die Kosten für das Gefängnissystem zu senken. Durch ein Verleihsystem wurden Gefängnisinsassen an Privatunternehmen vermietet, um als billige Arbeitskräfte zu arbeiten. Es war die Regel, dass die Haftinsassen harte körperliche Arbeit verrichteten. 1880 nutzen alle Südstaaten, Nebraska und New Mexiko das Verleihsystem. (Carleton. S. 22). Durch dieses System kamen die Gefängnisinsassen selbst durch ihre Arbeit für die Kosten ihrer Haft auf.</p>
<p style="text-align:justify;">Ehemalige Sklaven galten aufgrund ihrer Vergangenheit als besonders für die Farmarbeit geeignet, welche in der Zeit nach dem Bürgerkrieg große wirtschaftliche Bedeutung in den Südstaaten gewann. Neben privatwirtschaftlich geleiteten Gefängnissen wurden auch ehemalige Plantagen als „Penal Farms“ weitergeführt. (Carleton. S. 13f). Neben der Arbeit auf Baumwollplantagen und für Eisenbahnunternehmen, arbeiteten die Insassen in Minen, in Terpentinwäldern und in Fabriken. Die Möglichkeit einen Beruf zu erlernen und an Resozialisierung und Rehabilitierung der Insassen zu arbeiten, war durch das Verleihsystem quasi komplett ausgeschlossen. (Carleton. S. 13)</p>
<p style="text-align:justify;">Durch das Strafvollzugssystem wurden – zumindest aus der Sicht der Südstaaten – gleich mehrere Probleme gelöst, die sich nach der Abolition ergaben. Zum einen wurden die nach der Abolition fehlenden Arbeitskräfte durch die Strafgefangenen ersetzt. Das Strafrecht und die Kriminalisierung der ehemaligen Sklaven ermöglichten die Mobilisierung billiger Arbeitskräfte. Niemand stellte sich zu dieser Zeit gegen die grausamen und inhumanen Bedingungen, die in den Sträflingslagern existierten; sowohl die Regierungen der Bundesstaaten als Vermieter als auch die Unternehmen als Mieter profitierten hiervon. Die ehemaligen Sklaven wurden als mögliche Problempopoulation, aber auch als wirtschaftliche Ressource identifiziert. Die Verleiharbeit von Sträflingen diente neben den wirtschaftlichen Gründen der Rassenkontrolle und dazu ehemalige Sklaven davon abzuhalten, den Status von Lohnarbeitern mit den dazugehörigen Rechten zu erlangen.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Literaturnachweise:</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://urbanhabitat.org/node/856">Browne , Jaron: Rooted in Slavery: Prison Labor exploitation. In: Race, Poverty &amp; the Environment, Spring 2008. S. 78 – 80.</a></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://books.google.de/books?id=FJp7dKVIl2UC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=politics+and+punishment&amp;hl=de&amp;ei=5PUaTs3xG8XGswabuYnMDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CCoQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Carleton, Mark T. . Politics and Punishment: The History of the Louisiana State Penal System. Louisiana State University Press 1971.</a></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.jstor.org/pss/800272">Adamson, Christopher R. . Punishment after Slavery: Southern state Penal Systems, 1865 – 1890. In: Social Problems, Vol. 30, No. 5, June 1983. S. 555 – 569.</a></em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/abschaffung-der-sklaverei/'>Abschaffung der Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/geschichte/'>Geschichte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/sklaverei/'>Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/usa/'>USA</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsarbeit/'>Zwangsarbeit</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/abolition/'>Abolition</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gefangnis/'>Gefängnis</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/geschichte/'>Geschichte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sudstaaten/'>Südstaaten</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sklaverei/'>Sklaverei</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/130/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/130/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/130/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/130/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/130/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/130/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/130/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/130/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/130/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/130/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/130/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/130/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/130/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/130/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=130&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>White Slavery – ein Begriff mit problematischen Implikationen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 06:43:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franza Tornera</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer wieder gibt es Geschichten über Frauen- und Mädchenhandel, wonach meistens Frauen aus dem Globalen Süden mit dem Versprechen, einen Arbeitsplatz zu bekommen, nach Europa gelockt und dort zur Prostitution gezwungen werden. Schon im 19. Jahrhundert gab es ähnliche Berichte über den „Mädchenhandel“, welcher im Englischen als „White Slavery“ bezeichnet wird – ein Begriff, der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=123&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_138" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/bild_2_white-slavery1.jpg"><img class="size-medium wp-image-138" title="Bild_2_White Slavery" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/bild_2_white-slavery1.jpg?w=300&#038;h=185" alt="Filmtheater in den USA, im Jahr 1914" width="300" height="185" /></a><p class="wp-caption-text">Viele Theaterstücke und Romane handelten von in die Prostitution gezwungenen jungen Weißen Frauen. Filmtheater in den USA, im Jahr 1914.</p></div>
<p style="text-align:justify;">Immer wieder gibt es <a title="Artikel des Spiegels zu Frauenhandel in Deutschland" href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,682227,00.html" target="_blank">Geschichten über Frauen- und Mädchenhandel</a>, wonach meistens Frauen aus dem Globalen Süden mit dem Versprechen, einen Arbeitsplatz zu bekommen, nach Europa gelockt und dort zur Prostitution gezwungen werden. Schon im 19. Jahrhundert gab es ähnliche Berichte über den „Mädchenhandel“, welcher im Englischen als „White Slavery“ bezeichnet wird – ein Begriff, der viele problematische Implikationen und Bedeutungen mit sich bringt.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-123"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Die Bezeichnung White Slavery kam zuerst in den <a title="Donovan, Brian: White slave crusades: race, gender, and anti-vice activism" href="http://books.google.de/books?id=06D_Wg64wgsC&amp;pg=PA19&amp;dq=british+reform+movement+white+slavery&amp;hl=de&amp;ei=RgSKTuCiL6X04QTyj9mzDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=4&amp;ved=0CDwQ6AEwAw#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">1830er Jahren in England</a> auf, um auf die schlechte Bezahlung von Weißen Arbeitern (sic!) aufmerksam zu machen. Der Vergleich zur Sklaverei (englisch: chattel slavery) sollte die schlechten Bedingungen der Arbeiter_innenklasse besonders hervorheben, und wurde damit gerade nicht aus Solidarität mit (ehemaligen) Sklav_innen des Amerikanischen Südens verwendet. Im Gegenteil wurde hauptsächlich oder sogar ausschließlich die vermeintliche Unterdrückung von Weißen thematisiert, und dies oft neben der Rechtfertigung der Versklavung Schwarzer (<a title="Roediger, David R.: The wages of whiteness: race and the making of the American working class" href="http://books.google.de/books?id=PwyMmV1_0kMC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=roediger+the+wages+of+whiteness&amp;hl=de&amp;ei=8rWJTuaLEYXUsgaD-7DhAQ&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CC0Q6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Roediger</a>).</p>
<p style="text-align:justify;">In den 1880er Jahren wurde „White Slavery” in der <a title="Stange, Margit: Personal Property: Wives, White Slaves, and the Market in Women" href="http://books.google.de/books?id=wHKAcODO_NQC&amp;pg=PA152&amp;dq=british+social+purity+white+slavery&amp;hl=de&amp;ei=iQSKTpqlOO7R4QTynYWbDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=3&amp;ved=0CDcQ6AEwAg#v=onepage&amp;q=british%20social%20purity%20white%20slavery&amp;f=false" target="_blank">englischen Reformbewegung</a> zunehmend auch zur Beschreibung von Mädchenhandel und Zwangsprostitution verwendet. Mit dieser Bedeutung gelangte der Begriff in die USA.</p>
<p style="text-align:justify;">Ende des 19. Jahrhunderts zogen in den USA im Zuge der Industrialisierung immer mehr Menschen in Städte; ob arm oder reich, europäischer oder nicht-europäischer Herkunft, Mann oder Frau, ehemalige_r Sklav_in oder Sklav_innenherr_in. Sozial rigide Regeln und gesellschaftliche Normen unter Anderem in Bezug auf Konsumverhalten oder Geschlechterrollen veränderten sich und verloren an Einfluss (<a title="Donovan, Brian: White slave crusades: race, gender, and anti-vice activism, 1887-1917" href="http://books.google.de/books?id=06D_Wg64wgsC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=brian+donovan+white+slave+crusades&amp;hl=de&amp;ei=9bGJTq_ILsXesgaWmvHgAQ&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CC0Q6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Donovan</a>). So stieg zum Beispiel die Nachfrage an Vergnügungsmöglichkeiten wie Kinos, Bars oder Bordellen. Frauen, besonders aus der Arbeiter_innenklasse, wurden wirtschaftlich und gesellschaftlich unabhängiger, brachten sich politisch ein und erweiterten damit ihren persönlichen Handlungsspielraum. Nicht zuletzt änderten sich dabei auch Vorstellungen von Sexualität und Partner_innenschaft.</p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Kontext entstanden die berüchtigten Geschichten, dass junge <a title="Gerbing, Stefan: Kritische Weißseinsforschung und deutscher Kontext" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CDYQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Farchiv.schublade.org%2Fwp-content%2Fuploads%2F2006%2F10%2Fkritische-weisseinsforschung-und-deutscher-kontext.pdf&amp;rct=j&amp;q=kritische%20wei%C3%9Fseinsforschung%20gro%C3%9F%20archiv.schublade&amp;ei=_86RTt3mEYWd-wbh0_DQBQ&amp;usg=AFQjCNFf32FzDd7rgxuspDRTF43xFKL3rg&amp;cad=rja" target="_blank">Weiße</a> Frauen, die vom Land in die Stadt zögen, Schwarzen Männern und Migranten aus Europa verfielen, und diese sie in die Prostitution zwängten. Daraus entwickelte sich ein regelrechter Krieg gegen den „<a title="Bell, Ernest A: War on the White Slave Trade" href="http://books.google.de/books?id=Pe6ke-5ZqtUC&amp;pg=PA305&amp;dq=white+slavery+bell&amp;hl=de&amp;ei=-gWKTqe3Foii4gSL6sjIDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CDAQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=white%20slavery%20bell&amp;f=false" target="_blank">White Slave Trade</a>“.</p>
<p style="text-align:justify;">In einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels, der nicht nur durch die Urbanisierung sondern auch durch Immigration gekennzeichnet war, dienten die Geschichten über Fälle von Mädchenhandel nicht nur als Warnung vor den Gefahren der neuen Freiräume. Mit diesem Diskurs sollten auch Geschlechter- und „Rassen”-Verhältnisse stabilisiert werden.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption alignright">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/bild-white-slavery.jpg"><img class="size-medium wp-image-125 " title="Plakat des Deutschen Nationalkomitees aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg" src="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/10/bild-white-slavery.jpg?w=202&#038;h=269" alt="" width="202" height="269" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Auch in Deutschland gab es einen entsprechenden Diskurs. Plakat des Deutschen Nationalkomitees aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">So appellierte die Darstellung der schutzlosen jungen Weißen Frauen in der Stadt an die Eltern, aber auch an die Ehemänner, auf sie aufzupassen. Damit wurden die jungen Weißen Frauen als schwach und unselbstständig degradiert. Viele historische Untersuchungen (z.B. <a title="Roediger, David R.: The wages of whiteness: race and the making of the American working class" href="http://books.google.de/books?id=PwyMmV1_0kMC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=roediger+the+wages+of+whiteness&amp;hl=de&amp;ei=8rWJTuaLEYXUsgaD-7DhAQ&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CC0Q6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Roediger</a>) haben gezeigt, dass so das patriarchale Herrschaftsverhältnis gestärkt wurde. Konkrete Folgen waren zum Beispiel, dass junge Weiße Frauen nicht alleine reisen, nicht in die Stadt ziehen oder migrieren sollten – sie hätten in böse Hände geraten können. Ähnliche Diskurse gab auch im <a title="Jazbinsek, Dietmar: Der internationale Mädchenhandel. Biographie eines sozialen Problems " href="http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2002/ii02-501.pdf" target="_blank">deutschsprachigen Raum</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch dieser Diskurs festigte nicht nur das patriarchale, sondern auch das rassistische Herrschaftsverhältnis mittels Vorurteilen gegenüber dem „bösen Schwarzen Mann“ und „dem Migranten“. Die Stilisierung der als böse gebrandmarkten Schwarzen Männer sollte die Vermischung der konstruierten „<a title="Rommelspacher, Birgit: Was ist eigentlich Rassismus?" href="http://docs.google.com/viewer?a=v&amp;q=cache:ra6dQRSWGzEJ:www.birgit-rommelspacher.de/pdfs/Was_ist_Rassismus.pdf+Robert+Miles+\%22Geschichte+des+Rassismus\%22&amp;hl=de&amp;gl=de&amp;pid=bl&amp;srcid=ADGEEShEaLaBqQV96eeQTdY_C4W8U1pA7KDLgigBxyysuzJvF7JWc2Mka3_TKMhvBZ_MnXaPd9nMrBcBqKpByOQUlB5ZB_ltxMcCdOqfwrOl-hd2PdMOrvVAP9ujXi96tvAQZcxBZ9gy&amp;sig=AHIEtbReSVpK6MuOSJbS3zIljsLs1p7cYg&amp;pli=1" target="_blank">Rassen</a>“ verhindern und die <a title="Donovan, Brian: White slave crusades: race, gender, and anti-vice activism, 1887-1917" href="http://books.google.de/books?id=06D_Wg64wgsC&amp;lpg=PA19&amp;dq=british%20reform%20movement%20white%20slavery&amp;pg=PA8#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Reinheit</a> der Weißen Frau sowie indirekt der US-amerikanischen Gesellschaft beschützen.</p>
<p style="text-align:justify;">Weil der Begriff sich sprachlich nur auf den Mädchenhandel Weißer Frauen und Mädchen bezieht, werden außerdem Schwarze Frauen aus der Problematik der Zwangsprostitution ausgeschlossen, obwohl sie genauso davon betroffen waren und <a title="Nelson, Vednita: Prostitution. Where Racism and Sexism Intersect " href="http://www.prostitutionresearch.com/racism/000015.html" target="_blank">auch heute noch sind</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Ende des 19. Jahrhunderts aufkommende und bis heute verwendete Begriff „White Slavery“ relativiert also sklavische Herrschaftsverhältnisse und stützt rassistische und sexistische Unterdrückungsverhältnisse. Ähnliche Tendenzen sind auch im <a title="Doezema, Jo: Loose Women or Lost Women?" href="http://www.walnet.org/csis/papers/doezema-loose.html" target="_blank">heutigen Menschenhandelsdiskurs</a> zu finden.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/deutschland/'>Deutschland</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/moderne-sklaverei/'>Moderne Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/usa/'>USA</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/england/'>England</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/frauen/'>Frauen</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/geschichte/'>Geschichte</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/rassismus/'>Rassismus</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/usa/'>USA</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/white-slavery/'>White Slavery</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/zwangsprostitution/'>Zwangsprostitution</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/123/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/123/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/123/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/123/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/123/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/123/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/123/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=123&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Sklavenbefreiung in Lateinamerika – Ein historischer Abriss</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 18:16:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>valeskacordier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschaffung der Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Koloniale Herrschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor man sich mit der Sklavenbefreiung in Lateinamerika befasst, muss man sich zunächst die Ausgangssituation vor Augen führen, die sich deutlich von der Sklavenbefreiung in Nordamerika unterschied. Zum einen gab es schon um 1800 in Lateinamerika mehr freie „Schwarze“ und „Farbige“ als Sklaven und Sklavinnen, da diese in dort öfter in die Freiheit entlassen wurden, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=50&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Bevor man sich mit der <a href="http://books.google.de/books?id=LDkAx5uF7v8C&amp;printsec=frontcover&amp;dq=obama+mücke&amp;source=bl&amp;ots=omwmZhqBM8&amp;sig=E1SRRnYCNq0lzeICc7j6__oa47U&amp;hl=de&amp;ei=DILZTLz3KIzMswbb_oHZBw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=6&amp;ved=0CCkQ6AEwBTgC#v=onepage&amp;q=lateinamerika&amp;f=false">Sklavenbefreiung in Lateinamerika</a> befasst, muss man sich zunächst die Ausgangssituation vor Augen führen, die sich deutlich von der <a href="http://abolition.nypl.org/home/">Sklavenbefreiung in Nordamerika</a> unterschied. Zum einen gab es schon um 1800 in Lateinamerika mehr freie „Schwarze“ und „Farbige“ als Sklaven und Sklavinnen, da diese in dort öfter in die Freiheit entlassen wurden, als im Norden. Da auch ihre Nachkommen frei waren, konnte sich eine bedeutende afrikanisch-stämmige freie Bevölkerungsgruppe bilden, der jedoch im ständischen System keinerlei Rechte zufielen. Zum anderen war die versklavte Bevölkerung sehr heterogen, da sie sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammensetzte: Neben den afrikanisch-stämmigen Sklaven und Sklavinnen wurden vor allem in Mexiko und im Andenraum hauptsächlich indigene Menschen versklavt beziehungsweise als Zwangsarbeiter_innen eingesetzt. Vor allem klimatische und geografische Gegebenheiten, wie Kälte und dünne Höhenluft, haben die Versklavung indigener Menschen gegenüber Afrikaner_innen begünstigt.</p>
<p style="text-align:justify;">Die „weißen“ europäischen Eliten sahen sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer höherem sozialen Druck ausgesetzt. Eine außerordentliche Bevölkerungsdynamik in der afroamerikanischen, indigenen und <a href="http://www.lateinamerika-studien.at/content/kultur/ethnologie/ethnologie-1143.html">kreolischen</a> Bevölkerung, wobei vor allem letztere die alles entscheidende Rolle in der Befreiungsbewegung einnehmen sollte, zeichnete sich ab. Die „Mutterländer“ versuchten zunächst mit absolutistischen Reformprojekten die Kolonien wieder einer stärkeren Kontrolle unterwerfen. Doch mit dem Zusammenbruch der spanischen Monarchie 1808 und der Flucht des portugiesischen Hofes nach Brasilien ergaben sich neue Ausgangspositionen. In Brasilien wurde die Legitimation der Herrschaft zunächst noch nicht so sehr in Frage gestellt, wie in Spanisch-Amerika. Dort hatte es schon zum Ende des 18. Jahrhunderts immer wieder <a href="http://www.bolivia.de/de/bolivien/geschichte.html">Rebellionen</a> Indigener und <a href="http://www.lateinamerikanachrichten.de/?/artikel/384.html">afroamerikanischer</a> Sklaven und Sklavinnen gegen die spanische Herrschaft gegeben, doch wurden diese immer brutal niedergeschlagen.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-50"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Mehr Erfolg hatten Kreolen (in Amerika geborene Nachfahren der Spanier, die sich jedoch primär als Amerikaner sahen) und Mestizen (Nachkommen aus der Verbindung zwischen „Weißen“ und Indigenen), denen der Zugang zu hohen Verwaltungspositionen verwehrt wurde. Sie nutzen den Schwung der französischen Revolution und der nordamerikanischen Unabhängigkeit, um sich gegen diese Diskriminierung aufzulehnen. Obwohl die ersten Rebellionen noch erfolgreich zerschlagen wurden, war die Bewegung nicht mehr aufzuhalten. Nach und nach konnten ab 1819 von Norden her alle Gebiete befreit werden und eine neue republikanische Ordnung griff um sich. Der in ihr enthaltende Freiheitsdiskurs war nicht mit der Sklaverei vereinbar. Obwohl die kreolischen Führer_innen der Unabhängigkeitsrevolution einen eher elitären Hintergrund hatten, erkannten sie dies rasch. „Es erscheint mir als Wahnsinn, wenn eine Freiheitsrevolution die Sklaverei aufrecht zu erhalten versucht.“ sagte <a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/schwerpunkt/dossiers/fussballwm/427650/index.do">Simón</a> <a href="http://www.suite101.de/content/simon-bolivar---der-erste-soziale-befreier-suedamerikas-a111954">Bolívar</a>, <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/449187/">welcher</a> zusammen mit José de San Martín, nach der erfolgreichen Befreiung der Gebiete schrittweise Emanzipationsprogramme durchsetzte.</p>
<p style="text-align:justify;">Allerdings ist hier noch eine weitere Besonderheit der Sklaverei in Lateinamerika zu nennen, die dazu führte, dass die reale Sklavenbefreiung oftmals erst in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts durchgesetzt wurde: Die Sklavenbefreiung war eher eine Mitgift der <a href="https://www.goethe.de/ins/ar/lp/prj/bic/de5995196.htm">Unabhängigkeitsbewegung</a> und nicht ihr primärer Grund. Dies lag unteranderem daran, dass es in Lateinamerika keine vergleichbare Anti-Sklaverei-Bewegung (wie in Großbritannien, Frankreich oder den USA) gab und somit auch kaum eine kritische Öffentlichkeit vorhanden war. Zudem waren die Sklavenhalter_innen sehr gut organisiert und konnten sich, im Zuge der Unabhängigkeitskämpfe, teils hohe Machtpositionen sichern. Doch wurden die Befreiungskämpfe gegen die Kolonialmacht nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung und der sozialen Mobilisierung der afroamerikanischen und indigenen Bevölkerung gewonnen. Und so wurden, neben der Unterbindung des atlantischen Sklavenhandels, die Sklavenhalter_innen gezwungen Kompromisse einzugehen, die Übergangzeiträume (wie die sogenannten Gesetze der „freien Geburt“) schufen. Allerdings versuchten sie diese Phasen immer wieder zu verlängern, was ihnen vor allem in den Zentren der Plantagenwirtschaft &#8211; Brasilien und Kuba &#8211; erschreckend lang gelang.</p>
<p style="text-align:justify;">Als letztes Land schaffte 1888 <a href="http://www.suite101.de/content/sklaverei-in-brasilien-a45465">Brasilien</a> offiziell die Sklaverei „endgültig“ ab, was jedoch bei weitem nicht als Verbesserung der Situation der nun ehemaligen Sklaven und Sklavinnen gesehen werden konnte. Ihre Chancen ihr Einkommen zu verbessern oder Land zu erwerben standen extrem schlecht, da der Großgrundbesitz bestehen blieb und die Plantagenwirtschaft, teils bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein, dominierte. Den „befreiten“ Sklaven und Sklavinnen blieb oft nichts anderes übrig, als sich als Lohnarbeiter_innen bei ihren ehemaligen Herren zu verdingen, von denen sie meist nicht mehr als eine Schlafstätte und Verpflegung als Lohn erhielten. Auch in den anderen lateinamerikanischen – neu gegründeten – Staaten, spielte sich ein ähnliches Bild ab. Bis heute kämpfen vor allem die indigenen Bevölkerungsgruppen um ihre <a href="http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/hintergrund/msgf/brasilien%3A_verdopplung_von_wasserkonflikten.html">Rechte</a> in teils weiterhin von weißen Eliten dominierten Gesellschaften.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Quellen</strong>:</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://books.google.de/books?id=LDkAx5uF7v8C&amp;printsec=frontcover&amp;dq=obama+mücke&amp;source=bl&amp;ots=omwmZhqBM8&amp;sig=E1SRRnYCNq0lzeICc7j6__oa47U&amp;hl=de&amp;ei=DILZTLz3KIzMswbb_oHZBw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=6&amp;ved=0CCkQ6AEwBTgC#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Meissner, Joachim/Mücke, Ulrich/Weber, Klaus (2008): Schwarzes Amerika. Eine Geschichte der Sklaverei. München: C. H. Beck</a></p>
<p style="text-align:justify;">GEO Epoche – Das Magazin für Geschichte: Als Spanien die Welt beherrschte Nr. 31, S. 66-76</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
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		<title>Der Soziale Tod und der Sklave als Eigentum</title>
		<link>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/09/29/der-soziale-tod-und-der-sklave-als-eigentum/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 15:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PT-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Orlando Patterson]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Slavery and Social Death (1982) legte Orlando Patterson eine der konsequentesten und detailliertesten Analysen von Sklaverei vor. In seiner vergleichenden Studie identifizierte er die Sklaverei als eine besondere Form parasitärer sozialer Beziehung und stellte eine (idealtypische) Theorie und Definition von Sklaverei auf, die in allen Gesellschaften, in denen Sklaverei von einiger Bedeutung war, wiederzufinden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=65&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Mit<a title="Slavery and Social Death" href="http://books.google.com/books?id=T2grY7NbnygC&amp;printsec=frontcover&amp;hl=de&amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;cad=0#v=onepage&amp;q&amp;f=false"> <em>Slavery and Social Death (1982)</em></a> legte Orlando Patterson eine der konsequentesten und detailliertesten Analysen von Sklaverei vor. In seiner vergleichenden Studie identifizierte er die Sklaverei als eine besondere Form parasitärer sozialer Beziehung und stellte eine (idealtypische) Theorie und Definition von Sklaverei auf, die in allen Gesellschaften, in denen Sklaverei von einiger Bedeutung war, wiederzufinden war.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Gegensatz zu den, auch heute noch im allgemeinen Sprachgebrauch beobachtbaren, rechtlichen Definitionen von Sklaverei, die Sklaverei als Eigentumsverhältnis definiert sehen wollen, bildet für Patterson das Zwangs- bzw. Machtverhältnis zwischen Versklavten und Versklavenden die Grundlage für die Definition von Sklaverei: <em>naked force [is] the basis of the master-slave relationship. </em>Eines der entscheidenden Kriterien bildete hierbei der soziale Tod des Versklavten.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-65"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Die Versklavung diente nicht nur in Kriegszeiten als Substitut für den Tod des Feindes, sondern war auch für das begehen besonders schwerer Straftaten vorgesehen, wofür etwa die Galeerensklaverei ein bekanntes Beispiel darstellt. Die Kondition bei der Versklavung, die einer absoluten Machtasymmetrie glich (Macht des Versklavenden ist absolut), wurde dabei auf Dauer gestellt, denn zwar wurde die physische Existenz des Versklavten beibehalten, seine soziale Existenz hingegen negiert. Der Versklavende verfügte deshalb <em>absolut</em> über das Leben des Versklavten, weil die versklavte Person außerhalb der Beziehung zum Sklaven-Haltenden keine sozial anerkannte Existenz hatte. Der Versklavte konnte selbst keine Rechte geltend machen und keinerlei Ansprüche oder Forderungen konnten gegen ihn geltend gemacht werden, er wurde desozialisiert. Er stand als <em>social nonperson</em> außerhalb einer geltenden sozialen Ordnung, er war <em>sozial tot.</em></p>
<p style="text-align:justify;">In seiner detaillierten Untersuchung verweist Patterson unter anderem auf die Implikation des sozialen Todes als Zustand, und somit der Sklaverei insgesamt, für das Konzept des Eigentums, das in seiner basalen Form im römischen Privatrecht zu finden herausgearbeitet. Zwar gehört das Eigentumsverhältnis nicht zu den konstituierenden Elementen von Sklaverei, wie etwa der außergewöhnliche Zwang, die Entfremdung von den Geburtsrechten und die Entehrung der Versklavten. Doch wurden Sklaven typischerweise in Gesellschaften, in denen sie von einiger sozioökonomischer Bedeutung waren (so etwa in der inklusiven römischen Sklavengesellschaft), als Eigentum betrachtet und wie jedes andere Objekt auch behandelt. Den Grund hierfür sieht Patterson in der unterschiedlichen Gewichtung von Machtaspekten innerhalb einer gegeben Gesellschaft.</p>
<p style="text-align:justify;">Während in einfach strukturierten Gesellschaften der personale Aspekt der Machtausübung dominiert und Machtausübung hier direkt geschieht, transparent ist und idealtypisch an individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten von Personen gebunden ist, dominiert in Gesellschaften in denen Produktionsprozesse durch einige Komplexität gekennzeichnet sind, der materialistische Aspekt der Macht- und Zwangsausübung. Machtausübung über andere erfolgt hier indirekt über die Verfügung und der Kontrolle von Güter und Produktionsmittel. Das Konzept des Eigentums spielt hierbei also eine wesentliche Rolle.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Beziehung jedoch zwischen einer Person und einem Objekt (verstanden als Eigentum) kann sowohl aus soziologischer wie auch ökonomischer Sicht nicht direkt hergestellt bzw. definiert werden. Beziehungen können nur zwischen Personen definiert werden. Eigentum muss so als eine soziale Beziehung verstanden und definiert werden. Die Beziehung des Eigentümers zum Objekt ist deshalb eine indirekte und ergibt sich über die Ausschließung aller anderen Personen vom Gebrauch desselben. Die Verfügung des Eigentümers über das Objekt beinhaltet ja zugleich auch eine absolute Macht darüber, weil keine weitere Person in der Lage ist, Rechte dem Objekt gegenüber geltend zu machen. So war es im weiteren Schritt in der römischen Antike ja auch fast konsequent den Sklaven der Objektivierung freizugeben, und wie jedes andere Objekt auch, nicht nur zu behandeln, sondern auch die juristische Basis dafür zu schaffen.</p>
<p style="text-align:justify;">Denn in heutigen Verhältnissen gesprochen schließt jeder Kaufvertrag oder Quittung nur eine einzige Person nicht vom Gebrauch bzw. der Verfügung über ein gegebenes Objekt aus:  den Eigentümer.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Ein Beitrag von Norbert Fori. </em></p>
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		<title>Sozial tot oder lebendig?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 15:46:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franza Tornera</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Folgen des transatlantischen Sklav_innenhandels sind nicht zu unterschätzen: Weil dieser Sklav_innenhandel mit Afrikaner_innen zunehmend mit Rassismus begründet wurde, rief er bis heute andauernde Herrschaftsstrukturen hervor. Diese schlagen sich für Schwarze häufig in einer Einschränkung ihrer Lebenschancen, schlechterer Bildung und Gesundheit sowie hohen Gefängnis-, Armuts- und frühen Sterberaten nieder (Brown 2009). Dennoch sind die heutigen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=70&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Die Folgen des transatlantischen Sklav_innenhandels sind nicht zu unterschätzen: Weil dieser Sklav_innenhandel mit Afrikaner_innen zunehmend mit Rassismus begründet wurde, rief er bis heute andauernde Herrschaftsstrukturen hervor. Diese schlagen sich für Schwarze häufig in einer Einschränkung ihrer Lebenschancen, schlechterer Bildung und Gesundheit sowie hohen Gefängnis-, Armuts- und frühen Sterberaten nieder (<a title="Brown, Vincent 2009: Social Death and Political Life in the Study of Slavery" href="http://history.fas.harvard.edu/people/faculty/documents/brown-socialdeath.pdf" target="_blank">Brown 2009</a>). Dennoch sind die heutigen rassistischen Herrschaftsverhältnisse anders als sklavische. Orlando Patterson versucht letzteres mit seiner <a title="Patterson, Orlando 1982: Slavery and Social Death: A Comparative Study" href="http://books.google.de/books?id=T2grY7NbnygC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=orlando+patterson+social+death&amp;hl=de&amp;ei=J9V6Tt7QD6704QTZybzjDw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CDAQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Theorie des Sozialen Tods</a> zu erklären. <span id="more-70"></span>Für Patterson bedeutet Sklaverei die andauernde gewaltsame Beherrschung entwurzelter und generell entwürdigter Menschen (Patterson 1982: 13), die er damit als sozial tot charakterisiert. Aufgrund ihrer Entwurzelung und Beherrschung müssen sie sich losgelöst von ihrer Geschichte ein neues Leben aufbauen (Patterson 1982: 5). Soziale Beziehungen unter den Sklav_innen gibt es zwar, ihre Anerkennung liegt aber in der Macht der Beherrschenden. Ob ein_e Sklav_in also verheiratet ist oder ein Kind hat, hängt von der Entscheidung der Herr_innen ab (Patterson 1982: 6). Den Sklav_innen wird so das Menschsein aberkannt, indem sie von ihren Geburtsrechten innerhalb ihrer sozialen Gruppe entfremdet werden (Patterson 1982: 5). Ihr Existenzrecht begründet sich somit durch die Existenz ihrer_s Master_in_s (Patterson 1982: 8 ) und um dieses zu sichern, müssen Sklav_innen ihren Herr_innen dienen. Hierin liegt für Patterson der Grund, warum Sklav_innen sich diesem Herrschaftsverhältnis unterwerfen. Die Abhängigkeit von der_m Master_in und die damit verbundene Entmenschlichung wird durch symbolische Instrumente wie Namensgebung, Kleidung, Sprache usw. gesichert.</p>
<p style="text-align:justify;">Patterson spricht den sozial toten Sklav_innen mit dieser sehr absoluten Theorie jegliche Subjektivierungsmöglichkeiten ab. Sklav_innen werden von ihren Herr_innen zu Objekten degradiert, sie werden passiv und damit zu nicht-handlungsfähigen Opfern. Diese Überbetonung der Herrschaftsstruktur ist für die Beschreibung jedes Herrschaftsverhältnisses fatal. Gerade im atlantischen Sklav_innenhandel ist der Einfluss der Sklav_innen auf die Kultur in den USA, der Karibik oder Brasilien nicht zu übersehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Obwohl Sklav_innen durch die Entwurzelung keine kulturellen oder religiösen Institutionen über den Atlantik transportieren konnten, haben sie sehr wohl ihren Hintergrund erhalten (Brown 2009). Das ist in vielerlei Hinsicht nachweisbar, wird aber besonders in Bezug auf Musik deutlich. Dies gilt sowohl für die <a title="Hausberger, Bernd/Pfeisinger, Gerhard, 2005: Die Karibik. Eine Einleitung (pdf)" href="http://www.lai.fu-berlin.de/homepages/kummels/publikationen/KummelsSalsabisLatinTap.pdf" target="_blank">Musik der Karibik</a> als auch u.A. für  <a title="Die Geschichte des Jazz" href="http://www.jazzalmanach.de/geschichte/diegeschichtedesjazz.htm" target="_blank">Jazz</a> und <a title="Geschichte des Blues" href="http://www.gitarrenmusik.ch/pdf/geschichte_des_blues.pdf" target="_blank">Blues</a>, die beide wichtige Grundlagen für Rock- und Popmusik darstellen. Aber nicht nur sind Rhythmus und Klang heutiger Musik stark von früheren Sklav_innen beeinflusst, sondern auch die Musikinstrumente. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das in Brasilien für Capoeira grundlegende Instrument <a title="Berimbau (Englisch)" href="http://www.nscottrobinson.com/berimbau.php" target="_blank">Berimbau</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Darüber hinaus wurden auch andere kulturelle Bereiche wie Tanz, z.B.<a title="Spring, Howard, 1997: Swing and the Lindy Hop, Dance, Venue, Media and Tradition (Jstor)" href="http://www.jstor.org/pss/3052731" target="_blank"> Lindy Hop</a> in den USA, oder Religion, bspw. <a title="Candomblé" href="http://www.brasilien.de/volk/religion/candomb.asp" target="_blank">Candomblé</a> in Brasilien, von Sklav_innen beeinflusst.</p>
<p style="text-align:justify;">Außerdem zeugen Aufstände wie die <a title="Geschichte der Haitianischen Revolution (Englisch)" href="http://www.blackpast.org/?q=gah/haitian-revolution-1791-1804" target="_blank">Haitianische Revolution</a> und passiver Widerstand,  z.B. die <a title="Artikel zur jamaikanischen &quot;Weihnachtsrebellion&quot; im Tagesspiegel von 2001" href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gesundheit/kalenderblatt-blutige-aufstaende-grausame-vergeltung/245122.html" target="_blank">jamaikanische „Weihnachtsrebellion“</a> von Auflehnung und direktem Widerstand gegenüber den Herr_innen.</p>
<p style="text-align:justify;">Damit waren Sklav_innen trotz der extrem entwürdigenden Herrschaftsstrukturen nicht sozial tot und absolut entmenschlicht, sondern konnten durch das Ausloten und Erkämpfen von Handlungsspielräumen ihre eigene Existenz begründen. Sklav_innen waren also nicht nur Objekte, sondern auch handelnde Subjekte, die die Kultur der versklavenden Gesellschaften maßgeblich beeinflussten. Auch aufgrund der kulturellen Folgen des transatlantischen Sklav_innenhandels bleibt dieser bis heute relevant.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/menschenhandel/'>Menschenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/category/sklaverei/'>Sklaverei</a> Tagged: <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/agency/'>Agency</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/capoeira/'>Capoeira</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/einfluss/'>Einfluss</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/haitianische-revolution/'>Haitianische Revolution</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/kultur/'>Kultur</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/musik/'>Musik</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/orlando-patterson/'>Orlando Patterson</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/religion/'>Religion</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sklavenhandel/'>Sklavenhandel</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sklaverei/'>Sklaverei</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/sozialer-tod/'>sozialer Tod</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/tanz/'>Tanz</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/united-states/'>United States</a>, <a href='http://menschenhandelheute.wordpress.com/tag/widerstand/'>Widerstand</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/menschenhandelheute.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/menschenhandelheute.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/menschenhandelheute.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/menschenhandelheute.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/menschenhandelheute.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/menschenhandelheute.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/menschenhandelheute.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/menschenhandelheute.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/menschenhandelheute.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/menschenhandelheute.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/menschenhandelheute.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/menschenhandelheute.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/menschenhandelheute.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/menschenhandelheute.wordpress.com/70/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=70&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das blutige Silber vom Cerro Rico, Potosí, Bolivien.</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 15:14:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>valeskacordier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es hat sich nicht viel verändert am Cerro Rico. Noch immer schuften die Männer mit den vom Koka ausgebeulten Wangen tagtäglich 12 Stunden in den stickigen, feuchten und nur vom flackernden Licht einzelner Taschenlampen mehr schlecht als recht erhellten Stollen. Unter ihnen immer wieder auch zahlreiche Kinder, die zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen müssen. Noch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=48&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Es hat sich nicht viel verändert am <a href="http://www.suite101.com/view_image_articles.cfm/1144429">Cerro Rico</a>. <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/3740134.stm">Noch immer </a>schuften die Männer mit den vom Koka ausgebeulten Wangen tagtäglich 12 Stunden in den stickigen, feuchten und nur vom <a href="http://www.fernreise-weltweit.de/2008/09/bolivien-die-minen-von-potosi/">flackernden Licht einzelner Taschenlampen</a> mehr schlecht als recht erhellten Stollen. Unter ihnen immer wieder auch zahlreiche Kinder, die zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen müssen. <a href="http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/0,1518,638682,00.html" target="_blank">Noch immer </a>ist die Lebenserwartung vergleichsweise niedrig und die Familien der Bergarbeiter leben in <a href="http://www.globalpost.com/dispatch/bolivia/100316/bolivia-children-mines">bitterer Armut</a>. Doch – und das ist wohl die bitterste Entwicklung - sie nur noch einen Bruchteil dessen,<a href="http://tonydunnell.suite101.com/a-history-of-the-potosi-mines-in-bolivia-a129035"> was ihre Vorfahren zwischen 1545 und 1825</a> aus dem „reichen Berg“ herausgeschafft haben.</p>
<p style="text-align:justify;"><img class="aligncenter" title="Potosí" src="http://images.suite101.com/1144428_com_historypot.png" alt="" width="517" height="419" /></p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-48"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Die Entdeckung des Seeweges nach Amerika durch Christoph Columbus 1492 zieht relativ schnell die Eroberung des südamerikanischen Kontinents durch die Spanier nach sich. Den europäischen Eroberern geht es bald nicht mehr nur um die Christianisierung und Unterwerfung der indigenen Völker, sondern auch um die Ausbeutung der zuhauf vorhandenen Bodenschätze – vor allem von Silber und Gold. Als dann im damaligen Vizekönigreich Peru Diego Huallpa zufällig eine Silberader entdeckt und dies seinem spanischen Herrn meldet, ist das der Anfang einer unvorstellbaren Leidenszeit für die indigene Bevölkerung der <a href="http://epress.anu.edu.au/spanish_lake/c07.pdf">Umgebung</a>. Kurz nach der Entdeckung wird an dem bis dahin unbesiedelten Fuße des Berges das Minencamp „Potosí“ (was auf Quechua soviel bedeutet wie ohrenbetäubender Lärm) gegründet.</p>
<p style="text-align:justify;">Schon 1573 zählt die Stadt mit geschätzt 120.000 &#8211; 150.000 Einwohner_innen zu einer der größten der Welt. Da die Fördermengen die kühnsten Erwartungen übertreffen und Indigene und Spanier_innen zu tausenden angezogen werden, breitet sich die Stadt in der unwirtlichen Gegend immer weiter aus. Zunächst wird das Silber an den oberflächlichen Adern noch von freien Arbeiter_innen abgebaut. Als die Vorkommen dort jedoch erschöpft sind, die Arbeit immer tiefer in den Berg führt und damit gefährlicher und vor allem um einiges anstrengender wird, verlassen immer mehr Indigene den Berg.</p>
<p style="text-align:justify;">Die spanischen Herrscher-innen führen darauf hin ab 1570 die <a href="http://past.oxfordjournals.org/content/93/1/98.full.pdf">Zwangsarbeit</a> – die sogenannte <a href="http://ejournals.library.ualberta.ca/index.php/pi/article/view/1437"><em>mita</em></a> &#8211; ein, die schon während der Inkaherrschaft für infrastrukturelle Baumaßnahmen genutzt wurde, verschärfen jedoch die Bedingungen. Jedes Dorf muss nun jährlich ein Siebtel seiner Männer für ein Jahr für die Arbeit in den Minen zur Verfügung stellen. Selbst wenn sie diese Zeit überleben und in ihre Dörfer zurückkehren, stehen sie dort vor dem Nichts, da ihre Felder die ganze Zeit über brach lagen. So bleiben viele auch nach ihrer offiziellen Dienstzeit in der Stadt und verdingen sich in den Minen als Tagelöhner.</p>
<p style="text-align:justify;">Durch diese neue Arbeitsform und vor allem durch das Umstellen auf Quecksilber als Lösungsmittel steigt die Fördermenge wieder um ein Vielfaches. Allerdings ist es gerade die neue Technik und die dabei entstehenden Gifte, die noch mehr Menschenleben fordert. Den Spanier_innen kann dies freilich ziemlich egal sein: Die Nachfrage nach dem Silber steigt ebenso rasant wie die Preise. In der Stadt leben die Kolonialherren in <a href="http://www.arc.usi.ch/index/aisa/ris_ist_labi_aisa_rivista.htm/2003_5_labi_rivista.pdf">Saus und Braus</a>, während der Berg jährlich tausende Indigene frisst und Spanien mit den Silbermünzen seine enormen Schulden bezahlt. Auch die Finanzierung von Volksfesten und Prachtbauten ist gesichert. Das Silber ist der Pfeiler der spanischen <a href="http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/0,1518,638682,00.html">Weltmachtpolitik</a> und dessen ist sich die koloniale Elite durchaus bewusst.</p>
<p style="text-align:justify;">Als im Laufe des 17. Jahrhunderts die Förderung immer zeitraubender, kostspieliger und ineffektiver wird und die indigene Bevölkerung erschreckend <a href="http://www.arc.usi.ch/index/aisa/ris_ist_labi_aisa_rivista.htm/2003_5_labi_rivista.pdf">zusammen geschrumpft</a> ist, nehmen die Zwangsmaßnahmen und die Sklaverei ähnlichen Zustände immer größere Ausmaße an. Den Mangel an körperlicher Arbeitskraft mit afrikanischen Sklaven und Sklavinnen auszugleichen, erweist sich auf Grund der klimatischen Bedingungen als völlig unmöglich. So bezahlen, bis zur Gründung der Republik Bolivien 1825 und dem offiziellen Ende der Sklaverei, ca. <a href="http://www.eldeber.com.bo/vernotacolumnistas.php?id=100821225632">acht Millionen</a> Indigene und afrikanisch stämmige Sklaven und Sklavinnen den unaufhörlichen Silberstrom mit dem Leben. Ein Zitat des spanischen Vizekönigs von Peru fasst die Geschichte vom Silberberg daher ganz gut zusammen. Er soll nach seinem Besuch in den Minen von Potosí gesagt haben: „Nach Spanien wird nicht Silber sondern Indianderblut verschifft.“</p>
<p style="text-align:justify;"><strong><em>Weitere Quellen:</em></strong></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Walter Staller (2008): Der Berg, der Menschen frisst. In: GEO Epoche – Das Magazin für Geschichte: Als Spanien die Welt beherrschte Nr. 31, S. 66-76</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.bolivia.de/de/bolivien/geschichte.html">http://www.bolivia.de/de/bolivien/geschichte.html</a></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.fernreise-weltweit.de/2008/09/bolivien-die-minen-von-potosi/" target="_blank">http://www.fernreise-weltweit.de/2008/09/bolivien-die-minen-von-potosi/</a></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Silber/Neue%20Welt#Gierx20.nachx20.Silber">http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Silber/Neue%20Welt#Gierx20.nachx20.Silber</a></em></p>
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		<title>Menschenhandel heute</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 06:27:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sonja Dolinsek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Deutschland ist Ursprungs-, Transit- und Zielland für Frauen, Männer und Kinder, die Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und der Ausbeutung der Arbeitskraft werden.&#8221; Dies berichtet der Trafficking in Persons oder TIP-Report 2011 (Länderbericht zum Menschenhandel 2011) über die Bundesrepublik Deutschland. Seit einigen Jahren wird auch in der Presse zunehmend über Fälle von [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=34&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">&#8220;Deutschland ist Ursprungs-, Transit- und Zielland für Frauen, Männer und Kinder, die Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und der Ausbeutung der Arbeitskraft werden.&#8221; Dies berichtet der <a href="http://blogs.usembassy.gov/amerikadienst/2011/06/27/landerberichte-zu-menschenhandel-2011/" target="_blank">Trafficking in Persons oder TIP-Report 2011</a> (Länderbericht zum Menschenhandel 2011) über die Bundesrepublik Deutschland. Seit einigen Jahren wird auch in der Presse zunehmend über Fälle von Menschenhandel berichtet.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-34"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.dieharke.de/content/artikel.php?a=20693" target="_blank">Ende August 2011 </a>wurden bei einer Großrazzia in Hannover mehrere Personen wegen des Verdachts auf Menschenhandel festgenommen. Genauer genommen, handelt es sich um schweren Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung von Arbeitskräften, der den Festgenommenen vorgeworfen wird. 25 China-Restaurants seien involviert.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Woche, im September 2011, machte mich mein Google-News Alert auf einen <a href="http://www.polizei.nrw.de/presse/portal/gelsenkirchen/110909-112905-45-575/13-jaehrige-im-bordellartigen-betrieb-angetroffen" target="_blank">Fall von Menschenhandel in Gelsenkirchen</a> aufmerksam. Ein als vermisst gemeldetes 13-jähriges Mädchen wurde bei einer Polizei-Razzia in einem Bordell gefunden. Dort wurde sie zur Prostitution gezwungen. Die jungen Männer wurden wegen schweren Menschenhandel angeklagt, wurden aber gleichzeitig wieder freigelassen. Interessant sind hier die Formulierungen in der Presse, die nie von Zwangsprostitution sprechen sondern höchstens davon, dass s<a href="http://www.mopo.de/news/panorama/vermisste-13-jaehrige-in-bordell-aufgegriffen/-/5066860/10820604/-/" target="_blank">ie sich &#8220;prostituiert habe&#8221; oder sich in einem Bordell &#8220;aufhalte&#8221;</a>, oder gar, <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article13595492/Vermisste-13-Jaehrige-musste-im-Bordell-anschaffen.html" target="_blank">dass sie dort arbeite</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Immer wieder wird auch über Fälle von Sklaverei berichtet. So schrieb am 12.09.2011 der <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,785657,00.html">Spiegel über die Befreiung von 24 als &#8220;Sklaven&#8221; festgehaltenen Männern in England</a>. Zwangsarbeit als Form moderner Sklaverei ist jedoch kein Einzelfall. Die NGO <a href="http://www.antislavery.org/english/">Anti-Slavery International</a> veröffentlicht in regelmäßigen Abständen <a href="http://www.antislavery.org/english/slavery_today/forced_labour.aspx">Berichte zu diesem Thema</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist noch nicht lange her, dass sowohl Zwangsprostitution als auch Ausbeutung der Arbeit, bzw. Zwangsarbeit als Menschenhandel geahndet und verfolgt werden. Im Jahre 2000 wurde das &#8220;<a href="http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/VereinteNationen/Schwerpunkte/OKriminalitaet_node.html">Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels</a>&#8221; unterzeichnet und 2006 wurde es in Deutschland ratifiziert. Seitdem setzen sich immer mehr Staaten intensiver mit diesem Thema auseinander.</p>
<p style="text-align:justify;">Das liegt vor allem an dem zu Beginn genannten <a href="http://www.state.gov/g/tip/rls/tiprpt/">TIP-Report</a>, einen Bericht, die die USA seit 2001 jährlich veröffentlichen. Das Besondere an diesem Bericht ist, dass dort ein Ranking aller Staaten vorgestellt wird, das ihr Engagement im Bereich der Bekämpfung von Menschenhandel zum Ausdruck bringen soll. Dieser Bericht ist jedoch kontrovers, u.a. deshalb weil die USA bis zum Jahre 2010 nicht Teil des Berichtes waren, es also kaum Daten über sie gab und der Eindruck entstand, die <a href="http://www.chinadaily.com.cn/opinion/2010-03/12/content_9583554.htm#">USA könnten nur den Finger auf andere Staaten zeigen</a>, aber nicht auf sich selbst.</p>
<p style="text-align:justify;">Eins ist sicher: auch in den USA gibt es Zwangsarbeit und Zwangsprostitution, auch dort gibt es Formen moderner Sklaverei &#8211; obwohl die Sklaverei schon (oder: nur) seit ca. 150 Jahren abgeschafft wurde. Fälle von Menschenhandel und moderner Sklaverei treten aber in allen Ländern regelmäßig ans Licht. Betroffen sind vor allem Migrant_innen, bzw. sog. &#8220;Wanderarbeiter_innen&#8221;, die aufgrund restriktiver Migrationsgesetze erpresst werden können und denen jeglicher rechtliche Schutz fehlt &#8211; dies trifft sowohl in Fällen von Zwangsprostitution als Zwangsarbeit zu. Zuletzt haben heutige Fälle von Menschenhandel eine historische Dimension. Dort wo moderne Sklaverei auftaucht, ist es möglich eine nicht ganz einfach Geschichte der Sklaverei und ihrer Abschaffung zu erzählen. Das sind &#8211; grob &#8211; die Themen, mit denen sich dieses Blog beschäftigt.</p>
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		<title>Von der Idee zum Antrag</title>
		<link>http://menschenhandelheute.wordpress.com/2011/04/25/von-der-idee-zum-antrag/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 20:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sonja Dolinsek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über das Blog]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor ungefähr einem halben Jahr &#8211; Anfang Dezember &#8211; habe ich den Antrag für das Projekttutorium bei der Studienabteilung der Humboldt Universität eingereicht. Ein paar Wochen später habe ich die erfreuliche Nachricht bekommen, dass mein Antrag genehmigt wurde und dass ich ab dem Sommersemester 2011 für zwei Semester eine eigene Lehrveranstaltung zum Thema Menschenhandel anbieten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=menschenhandelheute.wordpress.com&amp;blog=22515656&amp;post=1&amp;subd=menschenhandelheute&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>Vor ungefähr einem halben Jahr &#8211; Anfang Dezember &#8211; habe ich den Antrag für das Projekttutorium bei der <a href="http://studium.hu-berlin.de/reform/projekttutorien">Studienabteilung der Humboldt Universität </a>eingereicht. Ein paar Wochen später habe ich die erfreuliche Nachricht bekommen, dass mein Antrag genehmigt wurde und dass ich ab dem Sommersemester 2011 für zwei Semester eine <a href="https://agnes.hu-berlin.de/lupo/rds?state=verpublish&amp;status=init&amp;vmfile=no&amp;publishid=40733&amp;moduleCall=webInfo&amp;publishConfFile=webInfo&amp;publishSubDir=veranstaltung">eigene Lehrveranstaltung zum Thema Menschenhandel</a> anbieten werde. Hier nun der Antrag und die ursprüngliche Konzeption des Ganzen:</em></p>
<p style="text-align:justify;">Ausgangspunkt des Projekttutoriums ist die zunehmende Aufmerksamkeit, die in den letzten Jahren dem Phänomen Menschenhandel als “globalem Problem” gewidmet wird. Vor allem seit der im Jahre 2000 verabschiedeten  “UN-Konvention gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität”, die auch das “Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen-und Kinderhandels” enthält, ist der “Kampf gegen Menschenhandel” zu einem wichtigen Anliegen unterschiedlicher Akteure auf nationaler und internationaler Ebene geworden (Kyle/Koslowski 2001; Morehouse 2009; Siddhart 2010). Der Europäischen Kommission zufolge fallen “weltweit […] 2,45 Millionen Menschen dem Menschenhandel in Zwangsarbeit zum Opfer. Weit über die Hälfte von ihnen sind Frauen und Mädchen, die zur Prostitution gezwungen oder als Dienstpersonal in Privathaushalten ausgebeutet werden”. JournalistInnen, AktivistInnen und PolitikerInnen sprechen zunehmend von Menschenhandel als Form “moderner Sklaverei” (Bravo 2007; Siddhart, 2010). Dabei stehen vor allem zwei Formen im Mittelpunkt: (1) „Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung“ und (2) „Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeit“. Im ersten Fall wird begrifflich auch von „Zwangsprostitution“ und „Frauenhandel“ gesprochen und im zweiten Fall von „Zwangsarbeit“ und „Ausbeutung der Arbeit“ vor allem undokumentierter MigrantInnen. Beide Formen werden als Sklaverei bezeichnet.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-1"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Ungeachtet der großen Aufmerksamkeit, die dem “Menschenhandel” gewidmet wird, bleibt jedoch weiterhin unklar, welches Phänomen mit diesem Begriff beschrieben wird, wer als Opfer oder Täter zählt, welche seine Ursachen sind und welche Definition das Phänomen am besten beschreibt. Auffällig ist, dass Zwangsprostitution, Zwangsarbeit, Sklavenhandel oder Ausbeutung der Arbeit von verschiedenen Akteuren auf unterschiedliche Art und Weise definiert und beurteilt werden. Vor allem NGOs, aber auch Staaten und internationale Organisationen vertreten oft diametral entgegengesetzte Ansätze nicht nur hinsichtlich der Begriffsbestimmung von sondern auch der zu ergreifenden politischen Maßnahmen gegen Menschenhandel. Warum aber ist Menschenhandel definitorisch so schwer zu fassen? Warum ist die Auseinandersetzung über die zu ergreifenden politischen Maßnahmen so polarisiert? Welche Interessen, Konflikte und normativen Vorstellungen liegen der Debatte über Menschenhandel zugrunde? Auf welcher historischen Grundlage stützt sich der Diskurs von Menschenhandel als Sklaverei einerseits und Menschenhandel als sexuelle Ausbeutung andrerseits? Inwiefern ist Menschenhandel als Diskurs aufzufassen, der vom Umgang mit Ängsten und Problemen, die in anderen Bereichen angesiedelt sind – z.B. Migration, Sexualität, und Prostitution – beeinflusst und geprägt ist? Ziel des Projekttutoriums ist es, die Komplexität des Themas sowohl auf der Ebene des Phänomens als auch auf der Ebene der Diskurse zu untersuchen. Gegenstand der Analyse werden historische und zeitgenössische Definitionsversuche, ebenso wie Politiken gegen Menschenhandel, Zwangsarbeit und Zwangsprostitution sein. Eine Arbeitsdefinition von “Menschenhandel” wird dem Projekttutorium nicht zugrunde liegen. Vielmehr erscheint die Metapher von Menschenhandel als einem Rhizom, das die unterschiedlichsten Formen annehmen kann – ein facettenreicher dynamischer Prozess, dem weder durch die Perspektive einer bestimmten Fachdisziplin noch durch eindimensionale und vereinfachte Narrative oder durch die normativen Urteile von “gut” und “schlecht” Rechnung getragen werden kann, – für die Ziele der Projekttutoriums geeignet zu sein (Phaik Lin Goh 2009).</p>
<p style="text-align:justify;">Die verbreitete Beschreibung von Menschenhandel als Sklaverei weist auf die Frage nach historischen Formen der Sklaverei und ihrer Begriffsbestimmung hin. Vor allem der atlantische Sklavenhandel und die Sklaverei in den USA werden im Vordergrund stehen. Nicht nur die Praxis des Sklavenhandels und ihre ökonomische Dimension, sondern auch Rechtfertigungsargumente sollen untersucht werden. Die Frage nach der Vergleichbarkeit historischer Formen der Sklaverei steht zwar nicht im Zentrum der Fragestellung, jedoch kann eine historische Kenntnis des atlantischen Sklavenhandels einen kritischen Umgang mit dem zeitgenössischen Vergleich von Menschenhandel und Sklaverei ermöglichen (Bravo 2007; Deyle 2005; Meissner 2008; Schneider 2000).</p>
<p style="text-align:justify;">Ein weiteres für das Projekttutorium relevantes Thema ist die sogenannte “Weisse Sklaverei”, im deutschen Sprachraum auch als „Mädchenhandel“ bekannt. Dieses Phänomen führte um 1900 zu grenzüberschreitenden Diskussionen, die mit heutigen Menschenhandelsdebatten durchaus vergleichbar sind: weisse Frauen würden in Europa und den USA entführt, um in anderen Ländern zur Prostitution gezwungen zu werden. HistorikerInnen haben jedoch auf den sozial konstruierten Charakter der “Weissen Sklaverei” hingewiesen. Es handelte sich dabei um eine Form “moralischer Panik”, deren Ziel die Einschränkung und Kontrolle weiblicher Sexualität und Mobilität war, welche vor allem durch restriktive Migrations-und Prostitutionsgesetze erreicht wurde (Chaumont/Machiels 2009; Doezema 2000; Donovan, 2006; Gorman, 2008; Jazbinsek 2002; Limoncelli 2010; Sabelus 2009).</p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Kontext sollen zwei “abolitionistische Bewegungen”, die im Kampf gegen eben genannte Formen der Sklaverei – der weissen Sklaverei und des atlantischen Sklavenhandels – entstanden sind, analysiert werden: Abolitionismus gegen Sklaverei und Abolitionismus gegen Prostitution.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein weiterer Schwerpunkt des Projekttutoriums liegt auf der historischen Entwicklung internationaler Abkommen gegen Sklaverei, Menschenhandel und Prostitution. Im Zeitraum von 1904 bis 2000 wurden insgesamt sechs Konventionen gegen Menschenhandel unterzeichnet, die als Vorläufer der jüngsten UN-Konvention gelten. Bezeichnend ist hier, dass in diesen Abkommen die Grenzen zwischen den Begriffen Sklaverei, Mädchenhandel und Prostitution verschwimmen, die Konvention von 1949 z.B. als Konvention gegen Menschenhandel aufgefasst wird, ihr jedoch das Prinzip der Illegalisierung und Abschaffung der Prostitution – nur der Prostitution – zugrunde liegt. Auch hier gilt es, Begriffe und normative Voraussetzungen herauszuarbeiten, ebenso wie Akteure (Staaten und NGOs), die sich für die Verabschiedung dieser Konventionen eingesetzt haben, und ihre Interessen im historischen Kontext zu analysieren (Leppänen 2007; Limoncelli 2010; Scarpa 2009; Welch 2009).  Als Übergang zur jüngsten UN-Konvention wird im letzten Teil des ersten Semesters die zunehmende Bedeutung von Menschen-und Frauenhandel in den Medien ab den 1980er Jahren thematisiert. Vor allem Migrationsbewegungen und Menschenhandel aus Ost-nach Westeuropa und den USA, jedoch auch aus den Balkangebieten und Afrika sollen hier untersucht werden (Becker 1956; Renscher 1987; Schmidt 1985; Tübinger Projektgruppe Frauenhandel 1989).</p>
<p style="text-align:justify;">Im zweiten Teil des Projekttutoriums geht es hauptsächlich um den Umgang mit Menschenhandel seit der Verabschiedung der UN-Konvention und des Zusatzprotokolls gegen Menschenhandel im Jahre 2000. Zur Erweiterung der Perspektive auf die rechtlichen Grundlagen sollen auch zwei weitere Abkommen in den Blick genommen werden: das im Rahmen derselben Konvention verabschiedete “Zusatzprotokoll gegen die Schleusung von Migranten auf dem Land-, See-und Luftweg” und die im Jahre 2003 in Kraft getretene “Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen” – letztere wurde bisher jedoch von keinem einzigen westlichen oder europäischen Staat ratifiziert. Eine kombinierte Analyse diese Konventionen, zusammen mit soziologischen und ethnographischen Studien über die zwei für das Projekttutorium relevanten Formen des Menschenhandels – Zwangsprostitution und Ausbeutung der Arbeit, insbesondere der Arbeit undokumentierter MigrantInnen – soll auch hier den Blick auf die aktuelle Diskussion über Menschenhandel erweitern. Allgemein gesehen werden somit die Auswirkungen von und der Umgang mit internationalen Normen auf nationaler und lokaler Ebene ins Zentrum der Untersuchung gestellt. Insbesondere wird es um das Zusammenspiel zwischen internationalen Normen und Konventionen gegen Menschenhandel einerseits und ihre Umsetzung in nationale Prostitutions-und Migrationspolitiken andererseits gehen (Agustin 2007; Berman 2010; Chapkis 2003; Cholewinski 2009; Cohen, R. 2006; Dauvergne 2008; Ditmore 2003;Doezema 1998; Kara 2010; Kathy 2005; Kempadoo 2005; Parrenas 2010; Raymond 2002; Weitzer 2007; Zhen 2010).</p>
<p style="text-align:justify;">Ferner wird in diesem Kontext die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Konsumgesellschaft und Menschenhandel behandelt werden. Inwiefern begünstigt das westliche Konsumverhalten, das vor allem auf den Konsum von Billigwaren fußt, Menschenhandel und die Ausbeutung von “billigen” Arbeitskräften, vor allem undokumentierten MigrantInnen? Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen sog. „Flatrate-Bordellen“ und Menschenhandel? In diesem Zusammenhang wird zuletzt die die Frage nach einem Recht auf Migration und den Rechten von undokumentierten MigrantInnen aus der Sicht der politischen Philosophie näher betrachtet, um normative Annahmen und Theorien nicht nur hinsichtlich der Prostitution explizit zu thematisierensondern auch hinsichtlich der Migration (Bales 2009; Carens 2008; Dauvergne 2008; Seglow 2005).</p>
<p style="text-align:justify;">Zusammenfassend liegt das Erkenntnisinteresse dieses Projekttutorium in der Auffächerung der Diskurse und Phänomene, die mit dem Begriff des Menschenhandels in Zusammenhang gebracht werden. Dieses Ziel wird einerseits anhand der historischen Untersuchung des atlantischen Sklavenhandels, der „Weissen Sklaverei“, der Geschichte relevanter internationaler Abkommen und dem erneuten Aufkommen des Menschenhandelsdiskurses seit den 1980er Jahren erreicht. Andererseits wird vor allem die zeitgenössische Debatte vor dem Hintergrund von Prostitutions-und Migrationspolitiken, ebenso wie anhand soziologischer und ethnologischer Forschungen untersucht. Ziel ist es, dass die Antragstellende und die TeilnehmerInnen ein Bewusstsein für die Komplexität von „Menschenhandel“ in der gemeinsamen Diskussion entwickeln.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Der vollständige Antrag kann <a href="http://menschenhandelheute.files.wordpress.com/2011/04/antrag-projekttutorium-pt.pdf">hier</a> heruntergeladen werden. </em></p>
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